Nachhaltige Periodenprodukte
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Nachhaltige Periodenprodukte: 5 revolutionäre Alternativen

Die einen verdrehen genervt die Augen, die anderen liegen vor Schmerzen gekrümmt im Bett. Was?! Es ist schon wieder so weit?!
„Warum müssen wir immer die Verarschten sein?“ ist dabei der Klassiker unter uns Frauen. Doch auch die Männer könnten getrost auf unsere monatlichen Stimmungsschwankungen verzichten.

Von was ich spreche: Na, von der Erdbeerwoche!
„Periode“, „Menstruation“, „die Tage“; nenne sie wie du willst. Es ändert sowieso nichts daran, dass diese Zeit im Monat einfach nur nervt. 9 von 10 Frauen können mir das bestätigen, die zehnte lügt. Ist so.

Ich hätte mir auch niemals gedacht, dass ich diesem Thema hier mal einen Beitrag widme. Aber blenden wir mal die Schmerzen und das ganze anstrengende Drumherum aus, so müssen wir doch zugeben, dass die Menstruation ein wichtiges Zahnrad unseres weiblichen Wunderwerks Körpers ist.

Und weil ich hier ja ganz unter der Mission „Nachhaltigkeit“ stehe, betrachte ich es als meine Aufgabe auch mal von nachhaltigen Periodenprodukten zu sprechen…äh zu schreiben.
Aber warum solltest du überhaupt auf herkömmliche Tampons und Co. verzichten und wie sehen die Alternativen dazu aus? Das klären wir gleich.erfährst du in diesem Artikel.

Warum herkömmliche Periodenprodukte so schlecht sind

Das Problem mit dem Müll

„So unauffällig wie möglich“ heißt meistens die Devise. Keiner sollte davon mitbekommen, dass man gerade die Tage hat. Leider widerspiegelt sich dieses Mantra aber nicht bei dem dabei erzeugten Abfall: Jedes Jahr landen in der EU fast 50 Milliarden Menstruationsprodukte auf dem Müll! 

Wie diese gigantische Zahl zustande kommt?

Nun: Durchschnittlich benützt eine Frau während ihrer Periode täglich 5 Tampons oder Binden; manche kombinieren sogar beide Produkte. Wenn wir also von einer Blutungsdauer von 7 Tagen im Monat, 12 Mal im Jahr ausgehen, braucht eine Frau 16.800 Menstruationsprodukte in ihrem Leben*.

*Falls du mitgerechnet hast: Vergiss nicht, dass am Ende der Wechseljahre keine Blutung mehr auftritt. Ich habe bei der Rechnung 40 Jahre als Wert genommen, wobei die Menopause weitaus später aufhören kann. Das würde eine noch größere Anzahl an verwendeten Periodenprodukten bedeuten!

Fast 17.000: Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

Das größte Problem ist aber das mit den Periodenprodukten einhergehende Plastik: Aus hygienischen Gründen wird JEDES EINZELNE Tampon bzw. jede Binde mit Plastik umhüllt, zusätzlich zu der äußeren Verpackung.

Ein Haufen Plastik

Doch damit nicht genug… Herkömmliche Tampons werden meistens aus Zellwolle (Viskose), einer Kunstfaser hergestellt. Da oft auch genmanipulierte Baumwolle darunter gemischt wird, können dabei die Pestizid-Rückstände ins Produkt gelangen.

Zusätzlich haben Tampons und Binden eine Beschichtung aus Polyester, Polyethylen oder Polypropylen. Wie der Name schon verrät, sind diese Stoffe alles andere als gut für den Körper: Zusammen mit den Bleichmitteln (die Periodenprodukte sollen ja schön weiß aussehen) könnten sie Auslöser des toxischen Schocksyndroms (TSS) sein!

Falsche Entsorgung

Bei einer Umfrage ist herausgekommen, dass 83% der Mädchen ihre Menstruationsprodukte über die Toilette entsorgen. Was den meisten dabei wohl nicht bewusst ist: Dies stellt ein riesen Problem für die Kanalisation (und natürlich auch für die Umwelt) dar!

Die Hygieneprodukte saugen sich nämlich voll und werden um ein vielfaches schwerer. D.h. es bedarf bei der Kläranlage einer aufwändigen Prozedur, um sie wieder herauszufischen. Wenn sie überhaupt dort landen. Denn oft verstopfen sie schon vorher die Kanäle, was beispielsweise den Berlinern Wassertriebe jedes Jahr ca. 800.000 Euro kostet!

Wie du siehst, gibt es genug Gründe, um auf nachhaltige Periodenprodukte umzusteigen. Jetzt stellt sich aber die Frage: Wie sehen die Alternativen zu herkömmlichen Tampons und Binden aus?

Welche nachhaltigen Periodenprodukte gibt es?

Menstruationstasse

In Zeiten von Youtube und Co. hörst du das Wort Menstruationstasse bestimmt nicht zum ersten Mal, stimmt’s? Ich bin jedenfalls vor einigen Jahren durch ein Video auf diese Alternative aufmerksam geworden.

Zugegeben; ich habe es anfangs echt ein wenig gruselig gefunden sich da unten ein Ding aus medizinischem Silikon einzuführen, wenn es wieder mal soweit ist. Bei Silikonformen hat mein Gehirn einfach immer automatisch die Verbindung zur Backabteilung hergestellt #Backliebe xD

Nach einigem Recherchieren haben sich für mich die Vorteile dann aber doch ziemlich verlockend angehört: Kann bis zu 12 Stunden ohne Wechsel benützt werden, langlebig, hoher Tragekomfort, günstiger, ohne schädlichen Stoffe (meine ist z.B. frei von PVC, Acryl, BPA, Zusatzstoffen, Parfums).

Nun besitze ich meine Menstruationstasse schon seit 3 Jahren und würde sie echt nicht mehr hergeben wollen. Preislich hat sie sich übrigens bereits nach der 2. Benützung ausgezahlt.

Falls du dir auch überlegst eine zu holen, dann achte auf die richtige Passform. Normalerweise steht aber bei der Beschreibung dabei, ob sich das Produkt eher für jüngere oder ältere Frauen eignet und wieviel Fassungsvermögen es hat.

Manche müssen auch 2,3 verschiedene Menstruationstassen ausprobieren bis sie die passende gefunden haben. Also gib nicht gleich bei der ersten auf 🙂

Der 2. Schritt ist dann das Einführen. Das kann anfangs ein wenig tricky sein, aber auch hier gilt: Probiere einfach verschiedene Faltmethoden aus; im Internet findest du zahlreiche Möglichkeiten und Anleitungen.

Du wirst sehen: Sobald du mal an sie gewöhnt bist, wirst du dich fragen warum du sie nicht schon vorher benutzt hast.

Naturschwämmchen

Ich höre dich schon verwundert fragen: Was soll man sich denn bitte darunter vorstellen?!

Ehrlich gesagt hatte ich bis vor Kurzem auch keinen blassen Schimmer was ein Naturschwämmchen sein soll. Im ersten Moment habe ich eher an den Kunstunterricht mit all den wunderbaren Tupf-Techniken gedacht.

Hinter dem lustigen Namen verbirgt sich aber ein tolles Naturprodukt. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um einen Schwamm, der ähnlich wie ein Tampon eingeführt wird. Davor musst du ihn allerdings nass machen und ein wenig auswringen. Rückholbändchen besitzt er keines, aber durch das Vollsaugen sollte das Rausholen kein Problem sein.

Da das Schwämmchen natürlichen Ursprungs ist, kann seine Form beim Kauf variieren. Du kannst ihn jedoch so zuschneiden, dass er für dich passt (zuerst anfeuchten!). Zur Reinigung solltest du ihn übrigens mit kaltem Wasser waschen und ab und an in Essig einlegen (auch vor der ersten Verwendung!).

Biologische Binden und Tampons

Im Gegensatz zu herkömmlichen Tampons und Binden werden die biologischen aus 100% zertifizierter Bio-Baumwolle hergestellt. Sie sind ohne Chlor gebleicht, frei von Schadstoffen und enthalten kein Plastik. Dadurch sind sie gut geeignet für Frauen mit empfindlichen Intimbereich.

Theoretisch können sie unter diesen Umständen auch kompostiert werden. Aber Achtung: Nicht alle Gemeinden erlauben die Entsorgung im Bio-Müll! Nicht dass du da noch Probleme bekommst 🙂

Deshalb muss man ganz klar sagen, dass sie den herkömmlichen Tampons und Binden zwar am nächsten kommen aber auch ein Stück weit mehr Abfall erzeugen als beispielsweise die Menstruationstasse.

Periodenunterwäsche

Unscheinbar, bequem und ein mega Hype würde ich sagen. Innerhalb der letzten Jahre hat es die praktische Menstruationsunterwäsche auch zu uns nach Europa geschafft. Soweit ich weiß ist ihr Ursprung Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zuzuordnen.

Oberflächlich betrachtet erkennt man keinen Unterschied zu einem normalen Slip; in Wahrheit sind bei diesem Periodenprodukt aber mehrere Schichten eingenäht. Diese funktionieren wie eine Binde und saugen die Flüssigkeit auf. Dank einer Schutzschicht bleibt die Feuchtigkeit dann im Inneren der Schichten. Du brauchst also keine Angst haben, dass etwas durchlaufen könnte.

Bevor die Slips in die Waschmaschine wandern, solltest du sie mit kaltem Wasser reinigen. Wasche sie anschließend einfach ganz normal mit der anderen Wäsche.

Waschbare Binden und Tampons

Ich glaube dieser Abschnitt erklärt sich fast von selbst. Was aber vielleicht gut zu wissen ist: Gleich wie bei den Einweg-Binden und-Tampons gibt es verschiedene Stärkegrade. Die Benützung ist auch dieselbe, nur dass die wiederverwendbaren waschbar sind.

Spüle sie dafür mit kaltem Wasser ab und gib sie erst dann in die Waschmaschine (wie bei der Periodenunterwäsche). Wenn du irgendwo unterwegs bist solltest du also immer einen Wet-Beutel mithaben, um die abgespülten Binden mitzunehmen!

Und noch was: Damit du ein wirklich nachhaltiges Produkt in den Händen hältst, achte beim Kauf auf reine Naturmaterialien (wie z.B. 100% Bio-Baumwolle) ohne Plastik (PUL-Schicht).

Fazit

Da im Nachhaltigkeitsbereich oft das Gefühl vermittelt wird „das machst du noch nicht richtig“, ist es mir ein Anliegen folgendes zu betonen: Mit diesem Artikel möchte ich auf keinen Fall, dass du dir bei dem sonst oft schon so schambehafteten Thema noch mehr Druck machst.

Viel mehr geht es mir darum, aufzuzeigen, dass es auch andere Möglichkeiten als die herkömmlichen gibt. Dass du dich traust verschiedene Dinge auszuprobieren, bevor du das für dich passende gefunden hast.

Vielleicht hast du ja eigene Erfahrungen gemacht, die du gerne teilen möchtest oder andere Produkte kennengelernt? Dann lass es mich gerne in den Kommentaren wissen 🙂

QUELLENANGABEN (abgerufen am 19.05.2021)

https://grundkurs-online.de/plastik-tampons-binden-alternativen/

https://erdbeerwoche.com/meine-umwelt/muellproblem/

https://erdbeerwoche.com/meine-produkte/bio-tampon/

https://medlexi.de/Menstruationsschwamm

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