Ideen gegen die Lebensmittelverschwendung
Kommentare 0

6 geniale Ideen, die Lebensmittelverschwendung zur Vergangenheit machen

Wer kennt’s nicht: Kühlschrank auf, angebrauchte Tomatenkonserve raus; oh nein! Geschimmelt! Falls man sich überhaupt erinnert, dass man die Pelati vor einer Woche geöffnet hat und sie im hintersten Winkel des Eiskastens geparkt hat…

Viel zu häufig verschwinden nämlich die Überbleibsel der Mahlzeiten in den Untiefen des Kühlschranks. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, scheint das Motto zu sein. “Irgendwo dahinten“ vergammeln dann leider ein Großteil der Nahrungsmittel und wir tragen so zur Lebensmittelverschwendung bei.

Dass dieses Problem unserer Wohlstandsgesellschaft nicht nachhaltig ist, leuchtet ein. Doch auch hier ist eine Änderung nicht schwierig. Mit mehr Bewusstsein und ein paar einfachen Tricks kannst du dir nicht nur den ekeligen Anblick sondern auch bares Geld sparen.

Durch bewussten Einkauf Lebensmittelverschwendung vorbeugen

Beginnen wir da, wo alles anfängt: Beim Einkauf. Ich brauche dir wahrscheinlich nicht mehr sagen, dass du nicht mit leerem Magen Lebensmittel besorgen sollst, weil du dann mehr (als nötig) kaufst. Ein unerlässlicher Tipp ist deshalb der gute alte Einkaufszettel.

Viel zu oft lassen wir uns nämlich von den nett designten Verpackungen und Angeboten verleiten. Was sinnvoller ist (auch für mehr Abwechslung auf dem Speiseplan): Bereits zu Hause überlegen, welche Gerichte man die Woche kochen möchte und nur die entsprechenden Lebensmittel notieren. Dann holst du wirklich nur das, was auch gebraucht wird.

Das hilft nicht nur weniger Geld auszugeben und Lebensmittelverschwendung zu verhindern. Es kann auch zu mehr Wohlbefinden führen. Denn meist sind es die Tiefkühlpizza, Chips und Süßigkeiten, die schnell mal zusätzlich in den Einkaufswagen huschen. Hast du es also erstmal geschafft ihnen im Supermarkt zu widerstehen, dann gibt es keine Versuchung mehr zu Hause*.

*Es ist nichts dabei diese Produkte zu konsumieren; nur fehlt mMn oft der bewusste Umgang damit. Du kennst es bestimmt: Wenn das Fertiggericht im Tiefkühlschrank eine mögliche Option ist, dann tendierst du viel eher den bequemen Weg zu gehen als dir frisch zu kochen. Wäre es gar nicht da, gäbe es keine solche Überlegung.

Richtige Lagerung ist die halbe Miete

Lebensmittelverschwendung ein Ende setzen durch die richtige Lagerung im Kühlschrank

Die richtige Lagerung der Lebensmittel ist natürlich essentiell, wenn du ihre Haltbarkeit verlängern möchtest. Viele legen die Nahrungsmittel in den Kühlschrank einfach irgendwie rein; die Marmelade steht neben dem Joghurt, die Wurst muss sich mit dem Käse arrangieren. Das ist selbstverständlich ganz und gar nicht optimal.

Grundsätzlich gilt: Unten ist es im Kühlschrank kälter, weil die warme Luft sich oben sammelt. Daraus ergeben sich folgende Lagerungsbedingungen:

  • Im Gemüsefach (8-10°): Wie das Wort schon vermuten lässt, solltest du hier Gemüse & Obst lagern. Südfrüchte (Bananen, Ananas und co.) bewahrst du aber bitte außerhalb des Kühlschranks auf.
  • Das untere Fach über dem Gemüsefach (3°): Leicht verderbliche Lebensmittel finden hier ihren Platz. Fisch und Fleisch also gut einpacken und in dieses Fach geben.
  • Das mittlere Fach (5°): Platziere hier Milchprodukte (Joghurt, Quark, Sahne) und geöffnete Gemüse- und Obst-Konserven.
  • Das oberste Fach (8-10°): Bewahre hier lang haltbare Lebensmittel auf. Dazu gehören u.a. Käse, sorgfältig verpackte Speisereste und Geräuchertes.
  • Die Tür (9°): Getränke, Saucen, Eier und Butter gehören in die Kühlschranktür.

Hier macht sich auch wieder ein bewusster Einkauf positiv bemerkbar. In überfüllten Kühlschränken kann die Luft nämlich nicht gut zirkulieren, was wiederum schlecht für die darin verstauten Lebensmittel ist.

Also: Weniger ist mehr! Vor allem bei leicht Verderblichem, wie Fisch und Fleisch!

Versuche generell immer die frischen und ungeöffneten Produkte hinten zu platzieren und die bald abgelaufenen oder angebrauchten vorne. Ein fixer Kühlschrank-Entleerungs-Tag (gibt es das Wort überhaupt?) in der Woche kann ziemlich hilfreich sein, um Lebensmittelverschwendung vorzubeugen und wieder Klar Schiff zu machen.

Foodsharing-Gemeinsam macht’s mehr Spaß!

Du hast beim wöchentlichen Check in deinem Kühlschrank Lebensmittel gefunden, die zwar noch gut sind, aber für dich unbrauchbar? Dann habe ich 2 Lösungen für dich.

Die erste lautet: Foodsharing. Bei mir in Südtirol ist das Konzept nicht verbreitet; in Wien oder anderen größeren Städten aber schon. Dabei sind öffentlich zugängliche Kühlschränke in der Stadt verteilt, wo jeder Lebensmittel hinbringen und abholen kann.

Hintergrundgedanke ist, die oft noch verzehrbaren Nahrungsmittel vor dem Müll zu retten. Vor allem jene aus dem Einzelhandel: Von den 290.000 Tonnen Lebensmittelabfällen von Supermärkten, Discountern und Verbrauchermärkten sind nämlich oft viele Produkte noch einwandfrei genießbar. Ein Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) heißt schließlich noch lange nicht, dass das Produkt nicht mehr verzehrbar ist.

Was mir beim Foodsharing damals in Wien auch positiv in Erinnerung geblieben ist: Ich konnte einige interessante Gespräche führen und nette Menschen kennenlernen. Es steckt also auch irgendwo ein Gefühl der Verbindung dahinter 🙂

Die Überbleibsel beim Resteessen kreativ kombinieren

Die andere Lösung ist: Werde kreativ und mach ein Resteessen. Oft entstehen gerade dabei neue leckere Gerichte, weil man Lebensmittel miteinander kombiniert, die man sonst nicht in eine Pfanne werfen würde.

Es gibt dafür auch tolle Apps (wie z.B. Zu gut für die Tonne!) und spezielle Internetseiten, die sich das Thema Resteverwertung zum Ziel gesetzt haben.

Was ich dir damit sagen möchte: Resteessen heißt nicht bloß weißen Reis zu essen, weil dieser noch von vorgestern im Kühlschrank steht und die Soße schon fertig ist! Vielmehr geht es darum ein neues leckeres Gericht daraus zu machen, indem frische Zutaten dazu kombiniert werden.

Ein Resteessen ist die ideale Lösung, um keine Lebensmittel zu verschwenden
Wer weiß: Vielleicht entwickelt sich sogar aus einem Restessen dein neues Lieblingsgericht?

Als Käufer hast du die Wahl

Alle die ein Statement gegen die Lebensmittelverschwendung setzen möchten, werden sich über folgende Nachricht freuen: Es gibt Geschäfte, die nur abgelaufene Lebensmittel verkaufen. Abgelaufen bedeutet das MHD wurde überschritten.

Gesetzlich gesehen soll das kein Problem darstellen, solange die Käufer darüber aufgeklärt werden und die angebotenen Produkte noch einwandfrei genießbar sind. Du kannst dich aber gerne selbst auf der Website umschauen und dich überzeugen lassen.

Ich weiß: Es gibt noch nicht viele solcher Geschäfte. Falls du keines in deiner Nähe hast, dir das Konzept aber auch so gut gefällt wie mir, habe ich einen Tipp für dich: Suche nach entsprechenden Onlineshops, die auch dieselbe Philosophie haben. Eine Auflistung von einigen deutschen Anbietern findest du hier.

Regrowing-Aus alt mach neu!

Beim Regrowing hat Lebensmittelverschwendung nichts verloren
Durch regrowing enstehen aus “Abfällen“ wieder Lebensmittel

Hast du gewusst, dass aus deinem Salatstrunk nochmals Salatblätter nachwachsen können? Nein? Dann willkommen beim Regrowing.

Damit das auch bei deinen Gemüseresten klappt, musst du genug vom Strunk übriglassen. Diesen stellst du in ein Glas Wasser; dann heißt es warten (das Wasser regelmäßig wechseln!). Sobald sich nach ein paar Tagen die ersten nachgewachsenen Sprieße zeigen, setzt du den Strunk in einen Topf mit Erde. Gießen nicht vergessen, dann solltest du nach einiger Zeit deine Ernte verspeisen können.

Du kannst die Abfälle oft auch sofort in die Erde setzen. Bei bereits ausgetriebenen Zwiebel spare ich mir aber den Schritt. Ich gebe sie immer nur in ein Glas mit Wasser und verwende das Zwiebelgrün so oft bis die Knolle keine Kraft mehr hat. Erst dann gehört die Knolle für mich in den Abfall bzw. Kompost 🙂

Regrowing eignet sich übrigens für unzählige Gemüsereste: Tomaten, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Lauch, Salat, Sellerie, rote Beete, Pilze,…

Fazit

Nahrungsmittel sind durch die Industrialisierung heutzutage so billig wie noch nie; das spiegelt sich auch im Umgang wider. Paradoxerweise glauben viele, sie könnten nichts gegen die Lebensmittelverschwendung tun, weil es ein Problem der Geschäfte sei.

Einerseits mag das stimmen, aber andererseits kannst du als Kunde entscheiden, wen du unterstützt und wen nicht. Und es liegt auch an dir wieviel Wertschätzung du den Lebensmitteln entgegenbringst. Steigern können wir unsere Dankbarkeit und Respekt sicherlich alle.

Vielleicht hast du aber bereits schon die ein oder andere vorgestellte Idee umgesetzt oder kennst sogar andere interessante Projekte gegen Lebensmittelverschwendung? Schreib mir gerne davon in dem Kommentaren.

QUELLANGABEN (08.03.2021)

https://eatsmarter.de/ernaehrung/news/lagerung-von-lebensmitteln-im-kuehlschrank

https://snanews.de/20210304/tonne-lebensmittelabfaelle-einzelhandel-1136652.html

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort