Alternatives Wohnen in einem Baumhaus
Kommentare 0

Alternatives Wohnen: Diese 5 außergewöhnlichen Behausungen werden dich zum Staunen bringen!

Bei den meisten ist wohl einer der größten Wünsche ein Eigenheim zu besitzen. Natürlich hat dabei jeder unterschiedliche Vorstellung, trotzdem scheinen dem Großteil nur die konventionellen Wohn- und Bauformen bekannt zu sein.

Wobei dieses Gerade, diese im rechten Winkel ausgerichteten, kantigen Betonklötze total unnatürlich sind. Ich bin da ganz bei Hundertwasser: „Wenn in der Natur irgendwo eine gerade Linie zu finden ist, wurde sie im Normalfall von Menschenhand geschaffen. Gerade Linien sind also unnatürlich.

Versteh mich nicht falsch: Ich möchte hier auf keinen Fall darüber urteilen, wie jemand wohnt. Vielleicht finden einige diese konventionelle, starre Bauweise ganz toll und fühlen sich in den entsprechenden Häusern pudelwohl. Das ist auch ok.

Ich finde es nur schade, dass so wenig über alternatives Wohnen gesprochen wird. Die meisten wissen nämlich gar nicht, dass es noch zig andere Wohnformen gibt; sei es jetzt auf das Material oder die Form bezogen.

Ich möchte dir deshalb heute verschiedene Alternativen zu konventionellen Häusern zeigen, die auch viel nachhaltiger sind. Denn Fakt ist: Alleine in Deutschland entstehen jährlich etwa 220 Millionen Tonnen Bau-und Abbruchabfälle! Und die Tendenz ist steigend.

Holzhaus: Eine ganz besondere Atmosphäre

Vor über einem Jahr bin ich auf die Bücher von Erwin Thoma gestoßen. Sofort bin ich davon begeistert gewesen, denn Holz kann so viel mehr als die meisten glauben. Schon damals habe ich allen in meinem Umfeld gesagt, dass ich bestimmt nicht dauerhaft in einem „normalen Haus“ wohnen werde.

Holzhäuser bieten nämlich viele Vorteile gegenüber denen aus herkömmlichen Materialien wie Beton und Ziegeln:

  • biologisch abbaubar: Wird Holz in der richtigen Mondphase geschlagen, entsprechend getrocknet und verarbeitet, sind chemische Imprägnierungen, Fungizide und Insektizide komplett überflüssig. Es gibt Baufirmen, die auch auf künstliche Klebstoffe, wie Leim verzichten (z.B. Thoma mit dem Holz100 Haus). Das macht das ganze Gebäude vollständig biologisch abbaubar.
  • Nachhaltigkeit: Nicht nur der Verzicht auf Chemie (frage bei der Firma nach) macht das Bauen mit Holz nachhaltig, sondern auch weil es ein nachwachsender Rohstoff ist. Natürlich solltest du auf regionale Hölzer zurückgreifen und beispielsweise kein Tropenholz in Deutschland verbauen!
  • längere Lebensdauer: Während viele moderne Bauwerke der letzten Jahrzehnte immer kürzere Lebenszeiten haben, leb(t)en z.B. auf alten Bauernhöfen oft mehrere Generationen ohne dass eine Sanierung notwendig wäre. Das zeigt sich auch bei einem fachgerecht errichteten Holzhaus in Form der langen Lebensdauer.
  • optimales Raumklima: Holz hat ein feines Zellsystem mit vielen Poren und Hohlräumen. So kann bei unterschiedlicher Luftfeuchte (z.B. im Bad) die Feuchtigkeit gut aufgenommen und wieder abgegeben werden. Auch Schad-und Geruchsstoffe werden dadurch absorbiert und gefiltert.
  • Strahlungsschutz: Holz kann Strahlen (z.B. eines Mobiltelefonmasten) abschirmen und schafft so eine bessere Wohnqualität.
  • weniger Staub: Im Gegensatz zu künstlich behandeltem Holz (Lacke, Imprägnierungen,…) zieht unbehandeltes keinen Staub an, weil es sich nicht elektrisch auflädt.

Ganz hoch oben im Baumhaus

In einem Baumhaus wohnen ist möglich
Hoch, höher, über die Baumwipfel!

In einem Bauhaus zu wohnen, klingt nach einem unrealistischen Kindheitstraum. Dem ist aber nicht so: Es gibt Anbieter, die dir dein Holzhaus sozusagen ein paar Meter näher am Himmel bauen.

Natürlich sollte so ein Haus eher ein Häuschen bleiben, damit es die Bäume tragen können (und es ihnen nicht schadet). Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten der Befestigung:

  • spezielle Schrauben in und durch den Baum: Diese sollen vom Baum als künstlicher Ast wahrgenommen werden und mit der Zeit verwachsen. Klingt für mich brutal, deshalb würde ich eine andere Methode wählen.
  • Aufhängung an stabile Astgabeln: ohne andere Fixierung, schwingt das Baumhaus dann im Wind. Je nach Präferenz, kann das ein gewünschter Effekt sein.
  • Metallmanschetten um den Stamm: Diese werden festgespannt und immer wieder ein wenig gelockert, wenn der Baum wächst. So wird dieser nicht geschädigt und kann ungestört größer werden.
  • Stützen: Stelzen unterhalb des Baumhauses stützen dieses. Soweit ich weiß, ist es einfacher, eine Genehmigung für diese Methode zu bekommen.

Ein Baumhaus zu bauen, in dem du wohnen möchtest, braucht genauso eine Planung, wie jedes andere Haus. Nicht jeder Baum ist für jedes Vorhaben geeignet und je nach Projekt variiert dann auch die Befestigungsmethode. Du solltest dir also auf alle Fälle eine Fachkraft suchen, die dir hilft deinen (Kindheits?)traum in die Realität umzusetzen!

Leben wie ein Hobbit im Erd(hügel)haus

Wenn das keine alternative Wohnform ist: Das Erdhaus
Wenn das nicht alternatives Wohnen ist: Ein Erdhaus mit begrüntem Dach

Sie sind wahrscheinlich eine der am meisten in die Natur integrierten Häuserformen. Durch das begrünte Dach sind Erdhäuser auch von oben nicht von einer natürlichen Wiese unterscheidbar. Sie können in der Erde oder auch auf einer oberirdischen Fläche errichtet werden.

Das tragende Gerüst besteht meistens aus Holz oder Stahlbeton. Durch die geringere Außenfläche im Vergleich zu konventionellen Häusern, haben Erdhäuser eine bessere Isolation. Im Sommer ist es also kühler und im Winter wärmer. Das bedeutet: Jährlich kann die Hälfte der Energie eingespart werden, was diese Bauform sehr nachhaltig macht.

Wie beim Beginn des Beitrags angedeutet, bin ich ein Fan vom Ungeraden. Demnach gefällt mir besonders die anorganische Architektur eines Erdhauses. Falls du aber gerade Wände bevorzugst, sind diese auch zum Teil planbar.

Mehr Nachhaltigkeit mit dem Strohballenbau

Der Strohballenbau gehört definitiv in die Kategorie alternatives Wohnen
Der Strohballenbau ist kostengünstig und sehr umweltfreundlich

Der Strohballenbau ist unverständlicherweise einige Zeit in Vergessenheit geraten. So langsam findet die Bauweise aber wieder ihre Anhänger. Das aus gutem Grund: Stroh bringt hervorragende Eigenschaften mit sich!

Gleich wie Holz, ist es ein nachwachsender Rohstoff und CO₂-neutral. D.h. es entsteht bei der richtigen Entsorgung kein bisschen mehr CO₂, als das Stroh während dem Wachstum bereits aus der Atmosphäre entnommen hat.

Der Rohstoff kann außerdem regional bezogen werden, was ein weiterer Pluspunkt bezüglich Nachhaltigkeit darstellt. Zudem halten sich die Heizkosten vergleichsweise gering: Stroh dämmt nämlich so gut, dass bereits 40-50cm Wandstärke für den Passivhausstandard ausreichen.

Ein Stroh-Lehmhaus kann unterschiedlich erbaut werden: Entweder werden die Strohballen wie Ziegel übereinandergestapelt (tragende Bauweise) oder die Lasten werden von einem Holzständerwerk übernommen (Holzständerbauweise). Erstere Variante ist nur für kleinere Gebäude geeignet und weniger verbreitet als die zweite.

Normalerweise wird das Stroh dann mit einem Lehmgemisch verputzt. Ein zusätzlicher Kalkputz kann vor Feuchtigkeit schützen. Diese gilt es nämlich zu vermeiden: Gelangt beim Bauprozess Feuchtigkeit ins Stroh, verfault es. Darum ist auch ein Dachüberstand so wichtig!
Generell ist es aber so, dass bei einem fachgerechten Bau, Strohballenhäuser ziemlich schimmelresistent sind.

*Ich bin ja Feuer und Flamme von seinem kleinen Häuschen. Wahnsinn, was alles möglich ist, oder?
*Wenn dir die dunkle Farbe vom Lehm nicht so gefällt, dann google mal den Begriff Kerterre. Auch sehr spannend 🙂

Alternatives Wohnen in einer Jurte

Auf meiner Reise ohne Geld habe ich in einer Jurte geschlafen und muss sagen: Das Gefühl ist schon anders, wie in einem Haus. Der Kreis ist die ausgeglichenste aller Formen, was sich eben auch energetisch auswirkt. Falls du nichts mit Feng Shui anzufangen weißt: Durch das Nichtvorhandensein von Ecken und Kanten gibt es keine “Energiestaus“.

Alternatives Wohnen in einer Jurte
Schon seit langer Zeit sind Jurten die Behausung der Nomaden im asiatischen Raum. Für diesen Lebensstil brauchte es einen mobilen Unterschlupf, der ausreichend Schutz bietet.

Die modernen Jurten unseres Breitengrades sind zwar normalerweise nicht innerhalb einer Stunde auf- und abgebaut, haben aber trotzdem viele Eigenschaften einer traditionellen Jurte: Die kreisrunde Form, die symmetrische Position des Dachfensters und die Wohnfläche beschränkt sich auf den einen Raum (wobei mittlerweile Trennwände in der Jurte möglich sind).

Generell ist diese Wohnform eher für diejenigen, die eine kleinere Behausung suchen. Die Größen spielen sich nämlich eher im Bereich von 30-50m² ab. Natürlich ist es auch möglich mehrere Jurten aufzustellen; je nach Verwendungszweck (z.B. eine als Gemeinschaftsküche, eine als Schlafzimmer,…).

Der Aufbau ist nämlich recht einfach: Über die Holzgrundstruktur kommt ein Filzüberzug, der wiederum mit wasserfestem Leinen überzogen wird. Das Dachfenster wird natürlich freigelassen, sodass es im Inneren einer Jurte recht hell ist.

So kann eine Jurte von innen aussehen
Jurten sind mehr eine Wohnform für Leute mit wenig Besitz

Fazit

Es gibt sicherlich noch unzählige andere alternative Wohnformen. Ich hoffe trotzdem, dass ich dir in diesem Beitrag ein paar davon näherbringen konnte. Denn wohnen kann so viel mehr sein als nur im herkömmlichen Sinn.

Ich glaube auch, dass wir unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit mehr auf alternatives Wohnen umsteigen MÜSSEN. Denn Recycling von Bauabfällen schön und gut; aber der Prozess ist aufwendig und es bleibt immer noch genug nicht-recycelbares Material übrig.

Wie würdest du gerne wohnen? Oder hast du sogar schon deinen Traum vom alternativen Wohnen in die Realität umgesetzt?

QUELLENANGABEN (28.02.21)

Thoma Holz – Gesund und nachhaltig wohnen mit HolzThoma Holz – Gesund und nachhaltig wohnen mit Holz

TINY and small HOUSES Baumhaus bauen – Planungsphase

Erdhaus – Wikipedia

Erdhäuser – der neue Trend für nachhaltiges Bauen

Strohballenbau – ein Strohballenhaus bauen

Was ist eigentlich eine Jurte?

Aufbau einer Jurte – Horseback Mongolia

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 1 Durchschnitt: 5]

Schreibe eine Antwort