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Wie du jetzt einfach annehmen lernen kannst

Bestimmt geht es dir genauso

„Warum bin genau ich schon wieder mit dem Auto da rangefahren?“ „Kann diese nervige Nachbarin nicht endlich aufhören zu quasseln?!“ „Was zur Hölle bringen diese bescheuerten Masken?“ Sicher kennst du Situationen, in denen du dir solche Fragen stellst. Doch viel mehr sollte uns interessieren:

Warum fällt es uns so schwer Dinge anzunehmen wie sie sind?

Wir erleben tagtäglich Situationen, Menschen, Meinungen die uns nicht gefallen. Bereits beim Aufwachen schaltet sich unser Gehirn ein. Und in 99% der Fälle auch das Bewertungssystem. „Bah, heute ist aber schlechtes Wetter.“

Erst wenn wir schaffen etwas zu akzeptieren so wie es ist, können wir es neutral betrachten. Das heißt keinesfalls es gut (oder schlecht) zu heißen. Keine Angst: Du musst auch nicht alles wahllos über dich ergehen lassen. Viel mehr geht es darum, diese Neutralität zu gewinnen; es ist einfach da. ES DARF SEIN.

Achtung! Nicht zu verwechseln…

Wollen wir jetzt annehmen lernen, gibt es zwei wesentliche Unterscheidungen:

  • Sachen die wir nicht ändern können und
  • Sachen, die wir schon ändern können

Bei Ersterem gilt: Egal, wieviel Energie wir für deren Veränderung reinstecken-sie können von uns nicht (z.B. das Wetter) oder nur ganz minimal verändert werden (z.B. Gesetze, wenn wir demonstrieren gehen).
Auch bei Zweiterem ist es sinnvoller die Energie auf das Akzeptieren zu lenken. Oft löst sich „das Problem“ dann von selbst, während aktives Bekämpfen (das nicht Annehmen) noch mehr Blockaden schafft. Doch dazu später mehr.

Sachen, die wir nicht ändern können

Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Positive!

Ich finde dazu passt die momentane Situation mit Corona ganz gut. Plötzlich müssen wir Masken tragen, dürfen nur mehr zu bestimmten Zeiten oder gar nicht mehr nach draußen. Viele regen sich über die eingeführten Regelungen auf. Und doch ist es so, dass wir dadurch die Gesetze nicht ändern können.

Wir können aber versuchen, das Positive der Situation uns vor Augen zu halten (z.B. mehr Zeit für die Familie zu haben oder anstatt ein fernes Land zu bereisen endlich das eigene besser kennenzulernen,…). Es gibt IMMER etwas Positives oder etwas, was wir lernen können. Oft ist es nur die Einstellung, die uns daran hindert, dass wir das erkennen.

Panta Rhei-Alles fließt und ist vergänglich

Mache dir bewusst, dass unser Leben einem Kreislauf untergeordnet ist. Alles kommt und geht. So hart diese Realität ist, aber der Tod eines Menschen gehört z.B. auch dazu. Wir versuchen uns immer wieder über solche natürlichen Gesetzmäßigkeiten hinwegzusetzen.

Besser wäre es, sie anzunehmen und in dem Fall die Angst vor dem Tod loszulassen. Wir wurden geboren, wir müssen sterben. Irgendwo ist es ja auch schön, nicht unsterblich zu sein, sondern für einen ganz bestimmten Zeitraum hier auf der Erde gewesen zu sein.

Lebe im Jetzt! Die Realität annehmen

Wir tendieren dazu, zu viel über die Vergangenheit und Zukunft zu grübeln. Was passiert ist, ist passiert; Vergangenes kann nicht mehr verändert werden. So sehr du es auch möchtest. Die Zukunft zu planen macht auch wenig Sinn. Beides bedeutet die Realität zu verdrängen. Wir leben im Hier und Jetzt. Wieso sollten wir unser SEIN ablehnen?

Sachen, die wir schon ändern können

Selbstakzeptanz

Wenn ein geliebter Mensch gestorben oder das Auto kaputt geworden ist, ist es verständlich mit Trauer oder Ärger zu reagieren. Diese Emotionen zu akzeptieren gehört auch zum Prozess des sich annehmen Lernens.

Normalerweise verschwinden dann die „negativen Gefühle“ (an sich ist kein Gefühl negativ, weil es dir einen wunderbaren Prozess in deinem Körper zeigt), weil du ihnen Aufmerksamkeit schenkst. Psychologisch gesehen spricht man dabei vom „in den Kontakt treten mit dem inneren Kind, das gesehen werden möchte“. Ihr könnt ja mal inneres Kind googeln 🙂

Warum tägliche Meditation Sinn macht

Auch Meditation kann dir helfen, dich selbst besser kennenzulernen, in dich hineinzufühlen und dich zu akzeptieren. Setze dich an einen ruhigen Ort bequem hin und schließe die Augen. Was geht in dir vor? Gehe den Tag oder eine ganz spezielle Situation nochmals durch.

Spürst du irgendwo Druck? Bildet sich ein Kloß im Hals oder Druck auf der Brust, im Bauchbereich,…? Wenn es so ist, dann sage dir es ist ok. Dieser Druck, das ungute Gefühl darf da sein. Du wirst sehen, dass du viel ruhiger wirst und Situationen besser annehmen kannst, je öfter du diese Übung machst.

Wie sich deine Einstellung auf andere auswirkt

Wir wünschen uns doch alle ein Umfeld, das uns so liebt, wie wir sind, oder? Doch wie sollen wir andere annehmen, wenn wir es bei uns selbst nicht schaffen?

Mir ging es lange so, dass ich mir gedacht habe „Mit meiner Freundin kann ich über alles reden. Aber warum erzählt sie von sich selbst nichts?“ oder „Meine Nachbarin ist ja echt lustig, aber was für sich behalten kann sie nicht.“

Ich wollte nur in den Genuss von ihren „guten, angenehmen“ Eigenschaften kommen, nicht aber von den „schlechten“. Weil ich mich als Gesamtpaket abgelehnt habe, war es auch mit meiner Freundin, Nachbarin, Arbeitskollege,… nicht anders. Selbstakzeptanz ist der erste Schritt, um auch andere annehmen zu können.

Kommunikation ist das A und O

Ich glaube oftmals weiß unser Umfeld gar nicht, dass uns etwas stört. Kommuniziere klar, was dir nicht gefällt. Bestmöglich ohne Schuldzuweisungen. Die bringen keinen weiter.

Zeigt die andere Person Einsicht, dann Glückwunsch! Wenn nicht, macht Veränderung von außen wenig Sinn (wie gesagt: auch wir möchten nicht von einer anderen Person verändert werden). Sei dir bewusst, dass jeder im Leben eigene Erfahrungen gemacht hat und deshalb anders denkt und handelt.

Kommst du auf keinen gemeinsamen Nenner, liegt es immer noch in deiner Hand, ob du den Kontakt zu bestimmten Personen weiterhin halten möchtest oder nicht. Wenn jemand gar nicht mehr zu uns passt (sei es Freunde, Partner,…) ist es manchmal besser einen Schlussstrich zu ziehen. Auch wenn es schwer fällt.

Fazit

Es ist nicht immer leicht, Situationen anzunehmen. Und du wirst es auch nicht immer zu 100% schaffen. Schon gar nicht von heute auf morgen. Das wäre eine ziemlich hohe Erwartungshaltung. Aber wie bei allem: Übung macht den Meister. Und der Wille zählt; die passende Einstellung und Einsicht ist schon die halbe Miete.

Wovon ich aber überzeugt bin: Jede Investition in Persönlichkeitsentwicklung ist eine sinnvolle Investition. Am Ende geht es um dich; du wendest deine Energie für dich selbst auf und nicht für das Projekt XY, das in 5 Jahren in Vergessenheit gerät.

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