Wie du nachhaltig fasten kannst
Kommentare 0

Effektiv fasten für mehr Nachhaltigkeit?

Auch wenn du nicht religiös bist und von den katholischen Bräuchen gar nichts hältst: Manche der Traditionen können tatsächlich bei der Entwicklung deines Bewusstseins helfen. Die Fastenzeit ist beispielsweise eine gute Möglichkeit deinen Lebensstil zu überdenken und deiner Gewohnheiten bewusst zu werden.

Für Christen war das 40-tägige Fasten ursprünglich eine Zeit der Buße und Besinnung, die sie auf die Auferstehung Jesu an Ostern vorbereiten sollte. Heutzutage liegt der Fokus wohl mehr auf den Verzicht von Genussmittel, Social Media, Elektronik oder anderen Bequemlichkeiten.

Vielleicht interessierst du dich schon länger für das Thema Nachhaltigkeit. Dann sind die nächsten 40 Tage der ideale Zeitpunkt für die Umsetzung (natürlich geht das jederzeit; wenn aber auch andere fasten, ist die Motivation normalerweise größer)! Ich stelle dir heute verschiedene Möglichkeiten vor, wie du die heurige Fastenzeit ganz unter dem Motto der Nachhaltigkeit gestalten kannst.

Plastik-fasten

Plastik zu fasten ist ein sehr nachhaltiges Fastenziel
Weniger Plastik zu produzieren, ist sicherlich eines der umweltfreundlichsten Fastenziele

Wieviel Müll wir produzieren, habe ich bereits in diesem Beitrag aufgezeigt. Eine beachtliche Menge davon stellt Plastikmüll dar, der leider gar nicht oder nur schlecht recycelt werden kann. Aus diesem Grund ist Plastik-fasten sicherlich ein sehr umweltfreundliches Fastenziel.

Am Beginn mag das schwierig erscheinen, denn überall wo du in deinem Haushalt hinblickst, wirst du wahrscheinlich Plastik sehen: Geräte, Schneidebretter, Frischhalteboxen, Essensverpackungen,…
Es geht aber gar nicht darum von jetzt auf gleich das ganze Plastikzeug zu verbannen. Vielmehr solltest du dir überlegen in welchem spezifischen Bereich du eine Veränderung anstreben möchtest.

Du kannst z.B. beim Thema Essen versuchen, die nächsten 40 Tage mal nicht den herkömmlichen Supermarkt besuchen (wie du es wahrscheinlich sonst immer machst). Sieh dich nach Alternativen in deiner Umgebung um: Sei es Unverpacktläden, Märkte oder Ab-Hof-Verkäufe. Ansonsten sind auch kleinere Schritte möglich: Nimm beispielsweise deine eigenen Gemüse-/Obstbeutel beim Einkauf mit, um die unnötigen Plastiktüten zu vermeiden.

Oder du nimmst dir einen Raum, wie z.B. die Küche vor: Die nächsten 40 Tage putzt du nur mehr mit selbstgemachten nachhaltigen Putzmitteln, verwendest Wachstücher an Stelle von Frischhalte-/Alufolie und versuchst die Lebensmittelreste im Kühlschrank aufzubrauchen, anstatt sie wegzuwerfen.
Möglichkeiten gibt es wirklich viele. Wichtig ist nur, dass du die Sachen (z.B. die vorher benutzten Putzmittel) nicht wegschmeißt, sondern sie verschenkst oder nach der Fastenzeit aufbrauchst.

Selbst Hand anlegen und Take Away+Fertigessen fasten

Klar: Wir alle haben stressige Tage und haben es lieber gemütlich. Grundsätzlich entscheiden wir uns immer für den Weg des geringsten Widerstandes. Nicht umsonst wurden Fastfood, Fertigessen und Lieferdienste so beliebt.

Dem ist auch nichts einzuwenden, solange sie die AUSNAHME darstellen. Diese Art von Essen ist nämlich nicht nur ungesund für den Körper, sondern auch sehr belastend für die Umwelt. Insbesonders bei geliefertem Essen entsteht eine riesige Menge an Verpackungsmüll.

Das ist total schade, denn frisches, selbst gekochtes Essen kann so einfach und lecker sein. Vor allem wenn du deine Lebensmittel auf dem Markt oder im Unverpacktladen kaufst, wirst du merken: Sie haben eine höhere Qualität, was sich auf den Geschmack positiv auswirkt. Und wenn dein Essen richtig lecker schmeckt, steigt natürlich die Motivation, selbst zu kochen. Bei mir ist es mittlerweile sogar so, dass ich oft lieber mein eigenes Essen verspeise (wo ich auch weiß, was drin ist), als das von auswärts.

VEGAN-ALARM: Tierische Produkte fasten

Tierische Produkte zu fasten, heißt nicht auf Genuss zu verzichten
Rein pflanzliche Mahlzeiten zu essen, bedeutet nicht auf den Genuss zu verzichten

Ich kann es jedem nur ans Herz legen mal die pflanzliche Lebensweise auszuprobieren. Jetzt könnte ich einen ganzen Artikel schreiben, warum das sinnvoll ist, aber belassen wir es bei: Die Leichtigkeit nach dem Essen und keinem Tier zu schaden fühlt sich phantastisch an. Bestimmt hast du schon mehr als genug Pro-Argumente von missionierenden Veganern gehört, deshalb brauche ich dir nicht mehr erzählen xD

DU genießt dein Stück Fleisch und könntest dir nie vorstellen ohne diesen Genuss zu leben, interessierst dich aber trotzdem für die vegane Ernährung? Warum probierst du nicht einen Tag in der Woche (oder auch eine Mahlzeit am Tag) komplett pflanzlich zu gestalten?

Es muss nämlich nicht immer das “Alles-oder-nichts-Denken“ sein…

Auto fasten und den Öffis Gesellschaft leisten

Laut Statistik sind 2020 in Deutschland ca. 43% täglich mit dem Auto gefahren und ca. 32% mehrere Tage die Woche. D.h. 75 von 100 Deutsche haben das Auto mindestens mehrmals die Woche benutzt.

Das Schockierende, das mir immer wieder auffällt: Meistens sind die Fahrzeuge nicht ausgelastet und es sitzt nur eine Person drin: der Fahrer. Mitfahrgelegenheiten scheinen leider (noch) ein Fremdwort zu sein. Carsharing finde ich persönlich ja eine total spannende Sache; es ist aber sicherlich noch ausbaufähig.

Eine andere gute Alternative zum Autofahren ist, mehr die Öffis zu benutzen. Wenn wir ehrlich sind: Der Grund warum wir das Auto nehmen liegt mehr an unsere Bequemlichkeit, als dass wir nicht mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu unserem Ziel gelangen würden. Stimmts? 🙂

Vielleicht magst du dir ja für die Fastenzeit das Ziel setzen, öfters das Auto stehen zu lassen und dafür den Bus oder den Zug zu nehmen. Womöglich findest du sogar Gefallen daran, keinen Parkplatz suchen zu müssen, nicht im Stau zu stehen und während der Fahrt eine Zeitung zu lesen oder einfach aus dem Fenster zu schauen?

Social Media fasten

Social Media fasten kann sehr wohltuend für die Psyche sein
Weniger das Handy und Social Media zu nutzen wäre wohl für uns alle gut

Besonders jetzt in der Coronazeit ist das Thema “Ablenkung durch Social Media bzw. Internet“ präsent. Wenn du eine App zum Tracking deiner Bildschirmzeit benutzt, wirst du erstaunt sein, wieviel dieses “ich checke nur kurz meine Nachrichten“ Zeit frisst.

Meistens bleibt es nämlich nicht beim Nachrichten-Checken. Unterbewusst hat sich schon eine Routine entwickelt: Von WhatsApp geht’s zu YouTube, von YouTube zu Instagram, von Instagram zu TikTok. Schlussendlich sind 2 Stunden verstrichen.

Wenn du nicht die Apps löschen aber generell weniger am Handy sein möchtest, empfehle ich dir, es zu bestimmten Zeiten abzuschalten. Du kannst dein Smartphone z.B. morgens (vor allem an deinen freien Tagen!) erst 1 Stunde nach dem Aufstehen einschalten und die Zeit vor dem Zubettgehen zur handyfreien Zone machen.

Nütze die Zeit für Yogaübungen, Meditation, einem Dankbarkeitstagebuch oder anderen Selfcare-Ritualen. Die Übungen steigern nicht nur deine Wertschätzung und Achtsamkeit, sondern auch die Verbindung zu dir selbst (z.B. das Meditieren). Die ist bei den meisten leider durch das ganze Vergleichen (das die sozialen Medien eindeutig nicht vermindert haben), nicht sehr ausgeprägt.

Fast Fashion fasten: Schluss mit Ausbeutung!

Meistens ist es eine Kompensationsstrategie: Wenn wir traurig sind oder frustriert oder eine Leere in uns spüren, gleichen wir das mit Konsum aus. Dass das dabei verspürte Glück nur kurzfristig ist, ist klar.

Viel schlimmer ist es, dass bei diesem Konsum hauptsächlich auf Fast Fashion zurückgegriffen wird. Faire Produktionsbedingungen, gerechte Löhne und Regionalität ist da ein Fremdwort. Bewusster Konsum geht definitiv anders!

Zum Glück ist während der Coronazeit Kleidung eher zweitrangig geworden. Trotzdem bestellen immer noch genug Leute online Fast Fashion. Ich möchte dich deshalb hiermit ermutigen, die folgenden 40 Tage kein neues Kleidungsstück zu kaufen, sondern auf dein Inneres zu hören und herauszufinden, warum du es wirklich haben möchtest.

Vielleicht kann ich dich auch dazu animieren, generell mehr über Slow Fashion herauszufinden*, damit du zukünftig deine Kleidung länger trägst, besser vor dem Kauf überlegst, mehr auf secondhand setzt oder -wenn es was Neues sein muss- es bei einem nachhaltigen Onlineshop bestellst.

*Worauf du bei nachhaltiger Kleidung achten solltest, habe ich hier bereits genauer erklärt. Und welche Materialien nachhaltig sind, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Fazit

Die Fastenzeit muss nicht im herkömmlichen, religiösen Sinn abgehalten werden. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Fasten in unser modernes Leben zu integrieren. So steht nicht nur der Eigennutzen im Vordergrund, sondern auch die Umwelt wird durch nachhaltiges Fasten positiv beeinflusst.

Welche Fastenziele verfolgst du? Ist dir Nachhaltigkeit beim Fasten wichtig? Lasse dazu gerne einen Kommentar dar 🙂

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort