Haarseifen und feste Shampoos im Test
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Haarseifen und feste Shampoos im Test: Welche nachhaltigen Alternativen lohnen sich wirklich?

„Etwas an den Haaren herbeiziehen“, „Kein gutes Haar an jemanden lassen“, „Mit Haut und Haar“, „Ein Haar in der Suppe finden“,…

Wie man sieht, spielen Haare eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Das erkennt man nicht nur anhand dieser Sprichwörter; für viele sind sie v.a. ein Zeichen von guter Pflege und Hygiene. Redet man von „einer Haarpracht“, versteht sich von selbst, dass damit voluminöses, glänzendes und volles Haar gemeint ist.

Um das zu erreichen gibt es natürlich verschiedenste Hilfsmittel. Neben Ölen, Kuren, Haarspray und Hitzeschutz existiert aber ein ganz essentielles Produkt, das wohl für die meisten unerlässlich ist: Das Shampoo.

Die Auswahl ist dabei nahezu unendlich; auch bei den nachhaltigen Alternativen gibt es zig verschiedene Möglichkeiten. In diesem Artikel möchte ich deshalb den Fokus ganz gezielt auf Haarseifen und feste Shampoos legen.

Da es auch in diesem Bereich viele verschiedene Anbieter gibt, habe ich mir nämlich gedacht es könnte ja ganz hilfreich sein hier einige Firmen vorzustellen und meine Erfahrungen mit dir zu teilen.

Haarseifen und feste Shampoos-Wo liegt der Unterschied?

Tatsächlich werden Haarseifen und feste Shampoos von vielen für ein und dasselbe gehalten. Ich habe sogar mal eine Verkäuferin nach dem Unterschied gefragt, weil es mich so interessiert hat; schlussendlich hat aber google die Antwort liefern müssen 🙂:

  • Bei Haarseifen werden Öle und Fette verwendet, die durch die Zugabe von einer Lauge verseift werden. Dadurch entsteht die schäumende Wirkung und der basische pH-Wert (deshalb sollte anschließend eine saure Rinse durchgeführt werden!)
    Je nachdem wie pflegend die Seife sein soll, lässt man den Überfettungsgrad höher oder geringer ausfallen. Bei Haarseifen liegt er normalerweise zwischen 2-4%, damit die Haare nach dem Waschen nicht strähnig aussehen.
  • Im Gegensatz zum flüssigen Gegenüber, enthalten feste Shampoos kein Wasser. Die Grundlage bilden stattdessen Tenside, Fette (Kakaobutter, Sheabutter,…), Öle, Stärke, Parfums und (oft auch) Farbstoffe. Da ihr pH-Wert dem der Haut ähnelt, ist keine saure Rinse notwendig.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Bei Haarseifen braucht es anschließend noch eine Spülung (z.B. saure Rinse), während feste Shampoos sozusagen das „Sorglos-Paket“ sind (wobei ein Conditioner bestimmt auch nicht falsch ist!)

Warum Haarseifen und feste Shampoos?

Vielleicht bist du gar nicht so im Nachhaltigkeitsfieber-dann wirst du dich natürlich fragen: Warum überhaupt Haarseifen und feste Shampoos und nicht die herkömmlichen flüssigen Produkte verwenden?

Nun, da gibt es genügend Vorteile, die für die beiden Alternativen sprechen. Zum einen sind sie praktischer, weil sie kompakter sind. Das macht sich v.a. beim Reisen bemerkbar, wo alles so wenig Platz wie möglich brauchen sollte, aber auch in der Dusche (zumindest bei meiner kleinen Ablagefläche).

Außerdem ist kein Wasser enthalten, was zu einer erhöhten Lebensdauer führt. Normalerweise ist nämlich viel Chemie notwendig, um Kosmetikprodukte auf Wasserbasis zu konservieren. Diese Stoffe gelangen nicht nur in unsere Haut, sondern auch in die Umwelt: Ein schädlicher Prozess, der komplett vermeidbar ist.

Der für mich ausschlaggebende Punkt auf flüssige Shampoos zu verzichten ist allerdings, dass dabei so viel Müll eingespart werden kann. Die Alternativen kommen normalerweise nämlich ganz ohne Plastikverpackung aus. Zudem entspricht ein Block Haarseife zwei Flaschen Shampoo, wo wir wieder bei der praktischen kompakten Form wären.

Welche Anbieter sind am besten? Meine Erfahrungen

Du möchtest nun auch endlich in die Welt der Haarseifen und der festen Shampoos eintauchen, weißt aber nicht wo anfangen? Oder du hast schon ein paar ausprobiert, aber es war noch nicht das passende Produkt dabei?

Dann empfehle ich dir jetzt gut aufzupassen, denn nun verrate ich dir wo die eventuellen Schwachstellen liegen und was die jeweilige Firma zu bieten hat:

Haarseife von Fair Squared

Voller Eifer endlich auch mal eine Haarseife auszuprobieren, bin ich den Unverpacktladen in meiner Nähe und habe sie gesehen und natürlich sofort gekauf): Die Haarseife von fair squared. Bei meinen schnell nachfettenden Haaren hat es auch nicht lange gedauert bis zu ersten Anwendung, dann… die Enttäuschung.

Weder der Geruch, noch die Haare haben mich nach der Wäsche überzeugt: Ich weiß; nicht gerade der beste Start. „Na gut, vielleicht müssen sie sich noch daran gewöhnen“, habe ich mir gedacht und der Haarseife noch eine Chance gegeben.

Die Firma fair squared würde nämlich mit ihren Werten perfekt zu meiner Philosophie passen: Keine Zwangsarbeit, ein garantierter Mindestlohn, vegane und tierversuchsfreie Produkte, Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern (wie dem Verband der Unverpacktläden), Unterstützung der Tafel mit überschüssigen Produkten, usw.

Was auch noch erwähnenswert ist: Fair squared schenkt einen 10€-Einkaufsgutschein, wenn du 10 ihrer Behältnisse zurückschickst. Falls dich das und die anderen Punkte aber genauer interessieren, dann schau gerne auf der Website vorbei; dort gibt es ziemlich viele Informationen zu den Produkten, Rohstoffen, Produktionsweisen, etc.

Nun aber zurück zu der entscheidenden Frage: Hat die Eingewöhnungszeit etwas gebracht?
Jein. Nach einiger Zeit bin ich mit dem Ergebnis zwar ganz zufrieden gewesen, aber der Geruch hat sich natürlich nicht verändert und hat mich einfach gestört.

Ich habe sogar kürzlich aus Versehen wieder zu einer Haarseife dieser Marke gegriffen; dieses Mal war es die Apricot Hair Soap für sensible Kopfhaut. Leider muss ich nochmals sagen: Auch wenn das Waschergebnis passt, empfinde ich den Geruch einfach als unangenehm.

Haarseife von Golconda

Versuch Nummer 2 war also angesagt. Dieses Mal habe ich mich mehr von meiner Nase leiten lassen, sodass die Haarseife von Golconda in den Einkaufskorb gewandert ist. Der Duft von Rossmarin und Brennnesseln haben einfach überzeugt*.

*auch ohne (diesen) ätherischen Ölen erhältlich

Zuhause dann zuerst shampooniert, anschließend die saure Rinse übers Haar gekippt und siehe da: Eine glänzende und vor allem saubere Mähne war das Ergebnis. Und das ganz ohne Konservierungsstoffe, Silikone, Parabene oder Verdickungsmittel!

Golconda setzt nämlich auch auf eine natürliche Zusammensetzung; wie es mit Fairness aussieht und woher genau die Rohstoffen kommen, ist auf der Website leider nicht ersichtlich. Mehr Transparenz wäre schön.

Haarseife von Speick

Nach der positiven Überraschung mit der Haarseife von Golconda und einigen Nachkäufen (existiert das Wort überhaupt?), war es schließlich soweit: Der Griff ins Leere, sobald ich im Unverpacktladen wieder mal vor dem Regal stand.

„Bald wieder da“ hieß es auf dem Hinweisschild.
„Zeit was Neues auszuprobieren“ übersetzte mir mein Verstand.
„Na gut, probiere ich halt die Haarseife von der Firma Speick“, war die Schlussfolgerung.

So kam es, dass ich Produkt Nr.3 in den Händen hielt.
Die Naturkosmetik-Firma Speick ist ein Familienunternehmen, dessen Namen von der gleichnamigen Pflanze kommt. Was ich vorher nicht wusste: In jedem Produkt ist das unter Naturschutz stehende Gewächs verarbeitet; meiner Meinung nicht so umweltfreundlich ist.

Abgesehen davon, kommt die Haarseife ganz im zero waste Style daher: Nur eine kleine Kartonhülse dient als Etikett und liefert die wichtigsten Informationen. Verpackungstechnisch steht die Firma sicherlich gut da; achten sie doch auf recycelbare bzw. recycelte Materialien.

Allerdings lässt auch bei Speick die Transparenz zu wünschen übrig; auf der Website erfährt man wenig woher die Rohstoffe kommen, wie die Lieferketten und Produktionsbedingungen aussehen. Schade, wie ich finde!

Festes Shampoo von Lamazuna

Um nicht immer auf eine Essig-Spülung angewiesen zu sein und um auch mal zu wissen, wie sich ein festes Shampoo verhält, habe ich mich für das „solid shampoo mit litsea“ von Lamazuna entschieden. Gut: Vielleicht hat mich auch meine Arbeitskollegin überzeugt, so wie sie von der Marke geschwärmt hat.

Das französische Unternehmen hat sich auf biologische, faire, vegane und plastikfreie Kosmetikartikel spezialisiert, die fast ausschließlich in Frankreich produziert werden. Außerdem unterstützt Lamazuna Agroforstprojekte und spendet 2% ihres Gewinns an das „PurProjet“ in Peru. Mehr zu der nachhaltigen Firma und ihren Zielen kannst du aber hier erfahren.

„Ausgelegt für fettiges Haar, kann das nur gut gehen“, waren jedenfalls meine Gedanken. Der Geruch war echt fantastisch und tatsächlich haben sich die Haare auch ohne anschließender Spülung geschmeidig, weich und gesund angefühlt.

Ich kann das Produkt echt empfehlen; bloß in einer Sache hat es meine Erwartungen nicht erfüllt: Die Haare musste ich immer noch gleich oft waschen. Aber ehrlicherweise war das bei den anderen Haarseifen genauso.

Fazit

Falls du neu in dem Bereich bist, vergiss nicht: Wie bei Vielem, musst du dich auch hier zuerst mal durchprobieren. Das sage ich auch immer zu meinen Kunden/Kundinnen. Was bei mir funktioniert, kann für dich komplett falsch sein; schließlich hat jeder eine andere Haarstruktur.

Wichtig ist mindestens ein Monat für die Umstellung einzuplanen, speziell wenn du gerade erst von den Silikon und Paraben belasteten Flüssigshampoos umsteigst. Hast du aber einmal dein für dich passendes Produkt gefunden, wirst du sehen: Deine Kopfhaut und deine Haare (und natürlich die Umwelt!) danken es dir.

Mit ein bisschen Geduld kann deinem hairlicher Tag also nichts mehr im Weg stehen 🙂

QUELLENANGABEN (abgerufen am 05.-09. August 2021)

https://www.natuerlich-schoener.com/unterschied-festes-shampoo-haarseife/

https://www.ecco-verde.de/info/beauty-blog/festes-shampoo-oder-haarseife-wo-ist-der-unterschied

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