Intuitiv essen
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Intuitiv essen: Mehr Freiheit durch Achtsamkeit

Würde man alle Bücher zum Thema „Was sollte man essen und was nicht“ lesen wollen, wäre man bestimmt sein Leben lang beschäftigt. Es gibt mittlerweile nämlich unzählige Ratgeber dazu. Allesamt mit unterstützenden Argumenten, warum die von ihnen vorgestellte Ernährungsform die Beste ist.

Die einen empfehlen auf Fett zu verzichten, die anderen auf Kohlenhydrate. Nicht zu vergessen, dass man Zucker weglassen, auf Rohkost und ausschließlich biologische Nahrungsmittel setzen sollte. Genauso geht es weiter bezüglich den Essenszeiten: Auf keinen Fall nach 18 Uhr, Frühstück erst nach dem 16-stündigen Fastenintervall oder ne: Frühstück ist doch die wichtigste Mahlzeit am Tag!

Du siehst: was bei den einen erlaubt ist, ist bei den anderen verboten. Kein Wunder, dass dabei die Verwirrung groß ist und schnell die Frage aufkommt: Was soll ich nun essen? Luft?!? Und wann bitte?

Intuitiv essen lernen

Gehen wir das Thema anders an: Was wenn alle vorgestellten Ernährungskonzepte ihre Berechtigung und Sinn haben?

Unsere Körper sind alle verschieden und doch sind wir so gleich: Wir alle sind vollkommenes Bewusstsein und können als solches Beobachter des Lebens sein. Somit haben wir die Möglichkeit mithilfe der Intuition herauszufinden was unser Körper braucht.

Eine Person fühlt sich vielleicht am wohlsten mit einer vitaminreichen Rohkost, eine andere braucht warme Mahlzeiten. Nur weil der eine Körper 3x am Tag eine große Portion Nahrung benötigt, heißt das nicht, dass du was „falsch“ machst, wenn du morgens keinen Hunger hast und nicht isst.

Ich glaube die Schwierigkeit ist, sich wieder auf dem Körper, seine Intuition zu verlassen. Strenge Vorgaben und Glaubenssätze loszulassen bezüglich „Ich darf nur so-und-so-viele Kalorien essen“, „Ich muss 5 kleine Mahlzeiten am Tag meinem Körper zuführen“, „Ich muss so-und-so aussehen“, usw.

Intuitiv essen bedeutet es gibt keine Verbote
Wenn du intuitiv essen lernst, isst nichts ein Verbot

Wie isst du?

Vielleicht kommt es auch gar nicht auf das was esse ich, sondern auf das wie esse ich an? Denke wirklich mal ganz bewusst über folgende Fragen nach:

  • Nimmst du dir Zeit fürs Essen? Oder schlingst du alles ganz schnell vor dem Laptop runter, weil der Bürojob ruft?
  • Richtest du deine Aufmerksamkeit auf die MahlZEIT oder verfolgst du währenddessen lieber das interessante Leben der von dir abonnierten Leute auf Instagram?
  • Richtest du dich beim Essen nach bestimmten Uhrzeiten oder lässt du deinen Hunger entscheiden, wann du isst?
  • Wie oft kaust du? Oder schaufelst du alles schnell hinein?
  • Isst du aufgrund bestimmter Emotionen, wie Wut, Trauer, Stress, Müdigkeit,…? Oder spielen diese Gefühle des Ichs bei dir keine Rolle, weil du dich nicht mehr damit identifizierst?
  • Wie verändert sich dein Essverhalten in sozialen Situationen? Verzichtest du da auf bestimme Speisen, weil du glaubst du dürftest sie nicht essen? Oder nimmst du dieselben Nahrungsmittel zu dir?

Es würden sich bestimmt noch zahlreiche andere Fragen bezüglich achtsames und intuitives essen finden. Aber ich glaube fürs Erste hast du verstanden, um was es geht, stimmts?

Was heißt intuitiv essen?

Achtsam und intuitiv essen bedeutet vor allem sich Zeit zu lassen, den Prozess zu entschleunigen. Zuerst den Körper zu beobachten, ob er was braucht und wenn ja, was. Das Nahrungsmittel oder die Mahlzeit mit allen Sinnen zu genießen.

Denn wie willst du z.B. den Geruch einer Speise ganz bewusst wahrnehmen, wenn das sich Vollstopfen im Vordergrund steht? Oder wenn dein Fokus mehr beim Handy oder der Sendung im Fernseher liegt?

Versuche wirklich jeden Bissen ordentlich zu kauen und dich auf den Geschmack zu konzentrieren: Welche Gewürze kannst du herausschmecken? Wie fühlen sich die unterschiedlichen Konsistenzen auf der Zunge an? Probiere auch mal wie anders die Speise kalt, lauwarm und heiß schmeckt.

Was bringt das Ganze?

Klar: Sich so bewusst auf die Nahrungsmittelaufnahme einzulassen, mag anfangs viel Konzentration brauchen. Doch genauso wie du dir das Essen nach bestimmten Prinzipien (gewisse Uhrzeiten und Nahrungsmittel) angewöhnt hast, kannst du auch achtsames und intuitives Essen zur Gewohnheit machen.

Dann wirst du auch folgendes feststellen können: Dein Körper strebt automatisch viel öfter nach den „allgemein gesunden“ LEBENSmitteln (z.B. Obst und Gemüse) als z.B. nach Süßem. Denn natürlich ist Zucker in Massen nicht hilfreich für deinen Körper. Nur: Wenn du strikt einer bestimmter Ernährungsform folgst, die beispielsweise Zucker verbietet, wird deine Psyche das Verlangen noch mehr schüren.

Dein Körper weiß nämlich immer, was er braucht und genauso verlässlich signalisiert er es dir. Es geht also darum das Bedürfnis NICHT zu überhören wegen manipulierenden Doktrinen vom Außen, sondern ihm das zu geben, wonach er wirklich verlangt. Und wenn das Zucker ist, dann gib ihm etwas Zuckerhaltiges.

Denn wie soll dein Körper optimal funktionieren, wenn du ihm nicht das Optimale gibst? Und wie gesagt: Wenn du wirklich auf deine Intuition zu hören lernst, sagt er dir was das Optimale in welchem Moment ist.

Essen muss kein Kampf sein
Oft ist es ein Kampf zwischen Ich darf nicht und Ich möchte… Höre auf deinen Körper: Er weiß, was er braucht

Übermäßiges Essen als Botschaft*

Gleich wie bei allen Krankheiten ist auch das nicht intuitive Essen eine Botschaft. Und diese musst du zuerst verstehen, um dorthin zu kommen.

Warum hast du das gefühlt unstillbare Verlangen nach Süßem? Oder warum isst du generell mehr, als dein Körper braucht? Warum führst du ihm Nahrungsmittel zu, die er gar nicht haben möchte und die keine LEBENSmittel sind?

Es kann an den unbewussten Gewohnheiten & Glaubenssätzen aus deiner Kindheit, mangelnder Selbstliebe oder sogar Selbsthass, Streben nach Erfüllung oder oder oder liegen.

Auf jeden Fall zeigt es dir die Stelle an, an der du schrauben musst, um wieder als Einheit, im Zustand der natürlichen Vollkommenheit zu leben.
Denn ganz klar: Nur weil du z.B. übermäßig isst, bist du nicht erfüllt; stattdessen wird nur dein Körper fülliger.

*Schau mal hier vorbei.

Wie änderst du deine Gewohnheiten?

Beim Essen auf die Intuition hören
Triff die Entscheidung BEWUSST

Oft ist den Leuten auch schon bewusst, dass ihre Gewohnheiten nicht optimal für den Körper sind. Das heißt, sie handeln nicht nach dem Stand ihrer Erkenntnis. Sich Gewohnheiten abzugewöhnen kann aber ganz schön lang dauern und mühsam sein. Leichter ist es seine Handlungen von der Gewohnheitsebene auf die Entscheidungsebene zu bringen.

Konkret bedeutet das: Jedes Mal, sobald du zu Essen greifst, hältst du inne und fragst dich bewusst „Möchte ich DAS JETZT wirklich essen?“ oder „Möchte ich wirklich so viel davon?“. Wenn die Antwort ein Ja ist, dann ist das genauso ok wie ein Nein. Es geht nur darum, dich nicht von der Gewohnheit leiten zu lassen, sondern ganz bewusst eine Entscheidung zu treffen.

Fazit

Ich bin überzeugt, dass die Frage „Was soll ich essen?“ automatisch wegfiele, wenn wir lernen würden wieder intuitiv zu essen. Ganz von selbst würde die Wahl wieder auf wirkliche LEBENSmittel fallen.

Generell glaube ich, dass dabei auch die Wertschätzung wieder steigen würde. Denn heutzutage, wo Nahrung überall und fast jederzeit zur Verfügung steht, wo alles schnell gehen und möglichst günstig sein soll, bleibt die Dankbarkeit auf der Strecke.

Sobald wir beginnen unsere Nahrung mit allen Sinnen zu erleben, baut sich zu ihr eine andere bzw. überhaupt eine Verbindung auf. Wir erkennen dann: Fastfood ist zwar praktisch (und wird aus diesem Grunde konsumiert); auf körperlicher Ebene führt es aber nur zu einem vermeintlichen Stillen der Bedürfnisse. Es füllt nur auf.

Wie stehst du zu dem Thema Ernährung? Hast du vorher schon mal was von intuitivem Essen gehört? Kannst du sogar von eigenen Erfahrungen berichten, weil du es selbst praktizierst?

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