Die Kommunikation der Pflanzen ist einzigartig
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Die beeindruckende Kommunikation der Pflanzen-Haben Pflanzen ein Bewusstsein?

Die Natur ist ein Wunder. Das hast du bestimmt auch schon oft gehört. Und vielleicht auch schon so wahrgenommen. Ich finde es allemal erstaunlich, wie so viele Prozesse harmonisch nebeneinander bzw. miteinander ablaufen.

Früher als Kind bin ich viel in der Natur gewesen. Möglicherweise hat sich schon damals ein etwas spezieller Zugang zu ihr entwickelt. Aber erst vor vielleicht 2 Jahren ist mir das bewusst geworden. Plötzlich habe ich beim Spaziergang im Wald nicht mehr nur Bäume gesehen. Ich habe begonnen auch etwas zu spüren.

Nach einiger Zeit bin ich auf die Kommunikation der Pflanzen, der Bäume gestoßen. Das Thema hat mich total fasziniert; für mich hat es sich sofort stimmig angefühlt, dass Pflanzen Empfindungen haben und sie mitteilen können.

Manches davon kann wissenschaftlich erklärt werden; vieles nicht bzw. vieles wird erst erforscht. Meine Frage ist dabei immer: Woran macht man seine Überzeugungen fest? Ist etwas erst wahr, wenn man es persönlich erlebt hat? Oder wenn es sich innerlich stimmig anfühlt? Oder wenn es wissenschaftlich beweisbar ist?

Ich bin der Meinung: Nur weil etwas wissenschaftlich nicht erklärbar ist, heißt das noch lange nicht, dass es nicht existiert. Nur weil ich es mit nicht vorstellen kann, ist nicht ausgeschlossen, dass es bestimmte Sachen gibt.

Wie kommunizieren Pflanzen?

Ich kann mich noch gut erinnern: Bereits in der Grundschule wurden wir immer ermahnt, niemals Pilze im Wald einfach umzustoßen. Die Lehrpersonen wollten uns verdeutlichen, dass es sich eben nicht nur um einen Pilz handelt. Er ist ein wichtiges Kommunikationsmittel für Bäume, was wir eben nicht sofort erkennen können.

Wie die Kommunikation der Pflanzen, der Bäume abläuft, ist beeindruckend
Ein Pilz ist nicht nur ein Pilz; er ist ein wichtiges Kommunikationsmitglied

Wenn ich Kommunikationsmittel sage, meine ich nicht, dass Pflanzen wie Menschen sprechen. Ich glaube viele haben da eine viel zu bildhafte Vorstellung. Es geht viel mehr um chemische Stoffe, die die Pflanzen untereinander austauschen.

Greifen Läuse beispielsweise eine Sonnenblume an, dann sendet diese Botenstoffe aus. Die umliegenden Sonnenblumen werden vor dem Schädling gewarnt. Oder es werden von der Pflanze Stoffe produziert, die die Feinde des Feindes anlocken. Konkret: Die angegriffenen Sonnenblume lockt mithilfe eines speziellen Duftes Marienkäfer an; dem natürlichen Fressfeind von Blattläusen.

Ganz schön ausgeklügelt das System. Das muss es auch sein, denn Pflanzen können nicht wie Menschen und Tiere von der Gefahr weglaufen. Sie müssen sich anpassen und solche Strategien entwickeln, um zu überleben.

Was sagen die Pflanzen zueinander?

Wie schon beschrieben, warnen sich Pflanzen untereinander bei Gefahr. Aber auch Berührungen können sie übermitteln. Werden sie von irgendetwas/jemand oft berührt (und dadurch eingeengt), so können sie diese Wahrnehmung weitergeben.

Das konnte auch bei folgendem Test beobachtet werden: Den Wurzeln von Keimlingen wurde die Entscheidung gelassen, in welche Richtung sie wachsen möchten: hin zu einer berührten oder hin zu einer unberührten Pflanze. Viel öfter haben sich die Wurzeln Richtung unberührter Pflanze entfaltet. Wahrscheinlich wurde ihnen von der berührten Pflanze “Enge“ übermittelt und der Keimling hat sich gegen die Einschränkung seiner Entfaltung entschieden.

Wird eine Pflanze sanft berührt, also gestreichelt, so stärkt das ihre Widerstandsfähigkeit. Sie ist nicht mehr so anfällig für Pilze, Viren und Bakterien.

Interessant ist auch: Häufig berührte Pflanzen wachsen langsamer, aber kräftiger. Das kommt daher, dass Wind schlecht für schwache Pflanzen ist; sie reagieren also mit einem kompakteren Wuchs. Pflanzen merken sich Berührungen also nicht nur für kurze Zeit.

Pflanzenkombinationen zeigen Abneigungen bzw. Vorlieben

Die Kommunikation der Pflanzen läuft nicht nur oberirdisch ab. Unterirdisch, über die Wurzeln werden auch Informationen miteinander ausgetauscht. Je nachdem, wie Pflanzen miteinander kombiniert werden, können sie sich gegenseitig stärken oder schwächen.

Nicht umsonst gibt es zahlreiche Ratgeber, wie der Garten optimal angelegt wird. Tomaten passen gut zu Basilikum, Knoblauch soll neben den Erdbeeren gesetzt werden und Radieschen zwischen den Salat.

Wenn du aufmerksam durch die Natur wanderst, so wirst du auch feststellen können, dass sich Pflanzen manchmal “nicht ausstehen können“: Ein Baum wendet sich komplett von seinem Nachbarn ab; er wächst in die entgegengesetzte Richtung. Oder Pflanzen wachsen an einer Seite ganz krüppelig, weil sie einen “schlechten Nachbarn“ haben.

Pflanzen als perfekte Networker

Wenn die Wurzeln nicht bis zur benachbarten Pflanze reichen, kommt das networking ins Spiel. So wie in unserer menschlichen Welt Mittelsmänner genutzt werden, haben auch Pflanzen entsprechende Techniken.

Im Wald werden z.B. über Pilze von einem Baum zum anderen Botenstoffe übermittelt, um Informationen auszutauschen. Dieses Netwerk aus den feinen Verästelungen von Pilzen hat auch einen Namen: myzelisches Netzwerk.

Es funktioniert besser als die bloße Kommunikation über Blattduftstoffe, weil eine viel weitflächigere Übertragung möglich ist: über 20m² Fläche kann durch das Pilznetzwerk “benachrichtigt“ werden!

Pflanzen, die in so einem Netzwerk eingebunden sind, haben mehr Stickstoff in ihren Blättern und sind deshalb kräftiger und gesünder verglichen mit Artgenossen außerhalb des Netzwerkes.
Die Bäume haben aber nicht nur die Rolle als Schmarotzer in diesem System; besonders im Winter geben sie wichtige Nährstoffe auch an artenfremde Pflanzen ab.

Eine ganz besondere Energie: Mein Erlebnis

Einmal bin ich eine Weg entlang gegangen und schon von Weitem hat mich so ein riesiger (Kirsch-?)baum magisch angezogen. Es war nicht die Größe, die mich so beeindruckt hat; ich hatte einfach den starken Drang bei diesem Baum stehenzubleiben.

Sobald ich unter diesem Baum gestanden bin, hat es sich so angefühlt als würde sich eine Kuppel um mich schließen. Als wäre ich in den Raum des Baumes getreten. So ein starkes Gefühl hatte ich noch nie davor und auch nie wieder danach. Es war einfach magisch.

So kannst du Pflanzen spüren-Übung

Du möchtest auch wissen, wie es sich anfühlt eine Pflanze zu spüren? Jeder kann das; auch du. Möglicherweise braucht es aber ein bisschen Zeit und Geduld. In der heutigen technifizierten Welt haben die meisten nämlich dieses Gespür verlernt.

Ich finde es einfacher einen großen, mächtigen Baum zu fühlen, als eine kleine Blume. Für die ersten Male würde ich dir also empfehlen in einen Wald zu gehen. Sieh dich um und nimm den Wald bewusst wahr.

Betrachte nicht nur das, was vor dir ist; lasse den Blick ganz langsam von links nach rechts schweifen, von unten nach oben. Mache das ein paar Mal bis du das Gefühl hast den Wald, die Bäume wirklich wahrgenommen zu haben.

Nun schaust du dich um und suchst dir einen Baum aus. Einer der dich anspricht, bei dem du sofort innerlich spürst “Der fühlt sich gut an“. Gehe zum Baum und stelle dich so hin, dass du mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehst.

Du kannst nun einfach mal so stehen, deine Wahrnehmung auf deinen Atem lenken. Anschließend kannst du auch probieren mit deinen Händen die Struktur des Baumes zu ertasten. Wie fühlt sich das an? Beobachte was in dir passiert, wenn du ihn jetzt umarmst und den Kopf an den Stamm legst.

Vielleicht spürst du, wie du ruhiger wirst, sich innerlich etwas löst. Ich finde es immer ganz besonders, das sanfte Schaukeln des Baumes im Takt vom Wind zu spüren; die Kraft und gleichzeitig die Anpassung.

Wenn du diese Übung öfters machst (ohne Erwartungshaltung!) wirst du bestimmt bald den Unterschied merken. Sei dir aber bewusst: Nicht immer hat jeder Baum “Lust“ auf Kontakt; deshalb solltest du nur einen wählen, der eine positive Resonanz in dir erzeugt.

Fazit

Die Natur ist wahrlich ein Wunder. Je mehr ich mich mit ihr beschäftige, desto bewusster wird mir das. Falls du noch nicht so in Kontakt mit der Natur stehst, hoffe ich die Übung hilft dir, das zu ändern.

Ich denke wir brauchen noch lange, um dieses komplexe Thema zu verstehen, wenn wir es überhaupt jemals schaffen. Bis dahin müssen wir wohl noch viel beobachten und lernen.

Hast du schon mal eine besondere Erfahrung mit Pflanzen gemacht? Oder eigene Erkenntnisse erlangt? Wenn ja, würde es mich freuen, wenn du sie in den Kommentaren teilst.

QUELLENANGABE (ABRUFDATUM 16. und 17.12.2020):

https://www1.wdr.de/wissen/natur/pflanzen-kommunikation-wurzeln-100.html

https://www.sueddeutsche.de/wissen/streicheln-von-pflanzen-abmarsch-zum-weizentreten-1.2366552

https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/pflanzen-im-dialog-pflanzensprache-fuer-fortgeschritten-10192

http://lerighe.ch/wp-content/uploads/HP-Wenn-Pflanzen-kommunizieren.pdf

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