Die Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft sind erschreckend
Kommentare 0

Die konventionelle Landwirtschaft und ihre schockierenden Auswirkungen

Ich kann mich noch gut erinnern, wie in meiner Kindheit von Zeit zu Zeit der Bauer mit seinem Güllefass aufs Feld neben unserem Haus gefahren ist. Wie wir zuhause schnell die Balkontür und alle Fenster geschlossen haben, sobald es wieder soweit war.

Als Kind hat das Ganze für mich nur bedeutet, dass halt das Feld für ein paar Tage braun ist und wir für einige Zeit keine Sauerampfer mehr von dieser Wiese essen sollten. Und natürlich habe ich den beißende Geruch gehasst, der dazu geführt hat, dass meine Mutter an diesen Tagen die Wäsche nicht draußen aufgehängt hat.

Ich habe damals natürlich nicht verstanden, welche Folgen die konventionelle Landwirtschaft für die Umwelt hat. Denn der bestialische Gestank ist nur ein kleiner Teil von den ganzen negativen Aspekten dieser Art von Landwirtschaft.

Welche Probleme sie verursacht und warum davon die ganze Welt betroffen ist, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Unmoralische Massentierhaltung

Alles muss möglichst effizient sein…

Wie oft habe ich als Veganerin schon gehört: „Ich kaufe mein Fleisch aber beim Metzger meines Vertrauens.“ Und doch stammen 98% des in Deutschland produzierten Fleisches aus Massentierhaltung… Bei Milch und Eiern ist die Zahl ein bisschen kleiner.

Eine artgerechte Haltung wäre bei dem gigantischen Konsum von tierischen Produkten heutzutage auch unmöglich. Es geht nämlich nicht mehr um Genuss: Viele sehen ja eine Mahlzeit ohne Fleisch als gar keine mehr an; wie bei Junkies braucht es die täglich Ration Wurst, Kotelett, Schnitzel oder co.

Auch mir als Liebhaberin von Joghurt und Käse ist es schwer gefallen, damals der Realität ins Auge zu schauen. Nur konnte ich es nicht mehr länger vereinbaren, nachhaltig leben zu wollen, gleichzeitig aber dieses Konzept der Quälerei mit den desaströsen Umweltauswirkungen zu unterstützen.

Es fängt damit an, dass bei der Massentierhaltung alle Prozesse möglichst effizient gestaltet werden. Ganz viele Tiere werden also auf ganz kleinem Raum gehalten. Schon alleine das ist wider der Natur: Niemals würden unter natürlichen Umständen Tausende von (ausschließlich) Schweinen auf so einem engen Raum zusammengepfercht leben.

Massentierhaltung ist nur ein Aspekt konventioneller Landwirtschaft
Eine völlig unnatürliche Haltung von Tieren. Wobei Massentierhaltung weitaus weniger Platz bedeutet

Das Problem mit dem Futter

Auf einem normal großen Acker (wie z.B. ein Bauernhof mit ein paar Tieren früher hatte) kann natürlich nicht genug Getreide für die ganzen Tiere angebaut werden, weshalb Futter dazugekauft werden muss.

So geht 30-50% des weltweit angebauten Getreides an die Tierzucht; 10kg davon sind für 1kg Fleisch nötig. Du merkst: Das ist ziemlich ineffizient, wenn man bedenkt, wieviele Menschen mit zehn Kilo Getreide satt werden im Verhältnis zu einem Kilo Fleisch.

Meistens wird auch noch gentechnisch veränderte Soja verfüttert, die v.a. aus Nord- und Südamerika kommt. Für den Anbau davon werden riesige Savannen- und Waldflächen umgewandelt. Der Lebensraum von den dortigen Pflanzen und Tieren wird also zerstört, das Wasser verschmutzt und die Böden unfruchtbar gemacht. #Monokultur

Wenn Antibiotika zur Normalität wird

Antibiotika bei Tieren
Von den Tieren kommt das Antibiotika in unseren Körper, dann gelangt es in Natur

Es wird also schon wahnsinnig viel Boden (anderer Länder) und Energie nur für den Anbau der Futtermittel verschwendet; zusätzlich kommt noch die von der Haltung und der Produktion.

Doch damit nicht genug: Weil alles so aufs Wachstum getrimmt ist, werden den Tieren entsprechende Stoffe in den Körper gepumpt. Somit ist ein schnelles Heranwachsen garantiert, denn viel Masse bedeutet logischerweise große Ausbeute.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Einsatz von Antibiotika Standard ist. All diese Stoffe nimmst du dann beim Verzehren des leckeren (oder doch nicht mehr so verlockenden?) Schnitzels in den Körper auf. Das bringt nicht nur deinen Organismus heftig durcheinander; nach dem Ausscheiden gelangen die Stoffe auch ins Grundwasser und somit in die Natur.

Der perfekte Kreislauf für die eigene Zerstörung ist also geschaffen.

Ist eine rein pflanzliche Ernährung die Lösung?

So unromantisch es auch klingen mag, aber bei der hohen Weltbevölkerung von heute müsste Fleisch auf dem Speiseplan eine Seltenheit oder komplett gestrichen werden. Wenn eine artgerechte Haltung im Sinne von “Kühe, Schafe, Schweine und Hühner springen auf der Wiese herum und beziehen dort ihre Nahrung“ Standard sein soll.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass Tiere wichtig für den natürlichen Kreislauf sind. Aber dafür müssen sie eben in diesen Kreislauf eingebunden werden und dürfen nicht in riesigen Betonklötzen bei künstlichem Licht aufgepumpt und dann geschlachtet werden.

Da war ja mal was: Glyphosat

 Pestiziden werden in der konventionelle Landwirtschaft häufig eingesetzt
Die Verseuchung unserer Umwelt durch Insektizide, Pestizide und anderen Chemikalien

Ein veganer Lebensstil löst also eine Menge der oben genannten Probleme. Nichtsdestotrotz bleiben da noch jene vom konventionellen Pflanzenbau übrig. Und diese sind auch nicht gerade wenige.

Z.B. die des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Bestimmt sagt dir der Begriff Glyphosat etwas. Falls nicht: Es ist das weltweit meistverkaufte Pflanzenschutzmittel, steht in Verdacht krebserregend zu wirken und für das Bienensterben verantwortlich zu sein.

Das Traurige ist: 70% der Deutschen befürworten Glyphosat zu verbieten; aber bereits bei über 70% ist es im Urin nachweisbar!
Glyphosat ist leider nur eines der vielen chemischen Schutzmittel, die eingesetzt werden und die biologische Artenvielfalt zerstören.

Das größte Problem ist dabei, dass diese Stoffe im Boden bleiben und ins Grundwasser gelangen. Oft sind im Boden hohe Werte von Nitrat nachweisbar; durch die Überdüngung von Gülle der Tierhaltung oder Stickstoff (fördert das Pflanzenwachstum).

Konventionelle Landwirtschaft und das große Sterben

Bei den eingesetzten Pestiziden ist es ähnlich: Sie gelangen durch Regen und über die Luft in die Umgebung und verseuchen dort Land und Gewässer. Das führt wiederum dazu, dass die Nahrung von den Tieren, wie Insekten und Vögeln, verkümmert und diese sterben.

Von den fast 2 Millionen dokumentierten Tierarten auf der Welt verschwinden jährlich ca. 20.000 bis 50.000. Das Artensterben soll durch unseren Auswirkungen hundert- bis tausendfach schneller vonstatten gehen als es voraussichtlich normal wäre.

Klar: Das liegt nicht nur an der konventionellen Landwirtschaft, aber sie ist auch Grund des zerstörerischen Kreislaufes. Ein großer Schritt wäre z.B. nach dem Konzept der Permakultur die Biodiversität zu fördern, anstatt auf Monokulturen zu setzen.

Die Vernichtung von Biodiversität durch Monokultur

Auf den Äckern von konventionellen Landwirten wird nämlich überwiegend auf eine Art gesetzt. Dadurch wird der Boden ausgelaugt, denn gleiche Pflanzen benötigen dieselben Nähstoffe. Tiere, v.a. Insekten brauchen aber unterschiedliche Pflanzen, um sich optimal zu versorgen.

Was soll ich nun kaufen?

Es ist nun mal Fakt, dass die Tierhaltung am meisten Ausstöße erzeugt. Egal ob konventionell oder bio. Am besten wäre es deshalb natürlich, wenn du gar keine tierischen Produkte oder nur ganz wenige verzehren würdest. Würden wir uns alle auf der Welt biologisch ernähren wollen, wäre das ohnehin nur mit einer nahezu vegetarischen bzw. veganen Kost möglich*.

Da aber auch oft bei vielen Biosiegeln die Transparenz fehlt, ist das Gemüse aus dem eigenen Garten bestimmt die beste Variante. Natürlich ist mir bewusst, dass viele heutzutage weder den Platz, noch die Zeit haben eigenes Gemüse anzubauen.

Deshalb ist mein Rat auf lokale Märkte zu gehen oder direkt bei einem Hof das Obst und Gemüse zu kaufen. Dort kannst du dir meistens die Produktionsbedingungen anschauen und dich vom Bauern aufklären lassen.

Fazit

Emissionen, Monokulturen, Verschmutzung des Wassers, ausgelaugte Böden und viele weitere Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft belasten stark unsere Umwelt. Wir alle tragen zu einem bestimmten Teil unserer eigenen Zerstörung bei; auch wenn sich viele ihrer Verantwortung entledigen möchten.

Doch als Käufer kannst du nun mal entscheiden, wen oder was du unterstützen möchtest. Vielleicht hast du das Gefühl, dass es keine perfekte Option gibt. Das muss es auch nicht: Wichtig ist nur dir erstmal bewusst zu machen, dass es überhaupt mehrere Möglichkeiten gibt. Und dass du dich dann für jene entscheidest, mit der du das erreichst, was dir für die Welt wichtig ist (auch wenn das nicht immer die leichtere ist).

QUELLENANGABEN (Abgerufen am 22.03.2021)

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/vorurteile-alle-gegen-die-massentierhaltung-13341798.html

https://institut-fuer-welternaehrung.org/fragen-und-antworten-2

https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/soja/soja-als-futtermittel

https://www.bund.net/umweltgifte/glyphosat/

*https://www.quarks.de/umwelt/landwirtschaft/oekologische-vs-konventionelle-landwirtschaft-ist-bio-immer-besser/

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort