Lebensmittel wiederauffrischen und dadurch Lebensmittelverschwendung vermeiden
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Lebensmittelverschwendung ade! So werden alte Nahrungsmittel wieder wie neu

Besonders jetzt im Frühjahr fängt alles an zu gedeihen und zu sprießen. So kommt es, dass man gerne mal zu viele Lebensmittel eingekauft hat und die Möhrchen schon vor dem Verzehr ihre Köpfe hängen lassen oder der Salat traurig vor sich hin welkt.

Für die meisten unserer Wohlstandsgesellschaft gilt: Wir schmeißen viel zu viele Lebensmittel weg. Bzw. kaufen viel zu viel ein im Verhältnis, zu was wir brauchen. Ein bewusster Einkauf ist also das Fundament einer nachhaltigen Ernährung.

Doch auch wenn du im Supermarkt wieder mal übermäßig zugeschlagen hast und manche Lebensmittel dann nach einer bestimmter Zeit alt AUSSSEHEN; es gibt Möglichkeiten sie wieder aufzufrischen.

Wie das funktioniert und was du sonst noch mit deinen Essenresten für weniger Lebensmittelverschwendung anstellen kannst, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Wie lagerst du Lebensmittel richtig?

Nach einem bewussten Einkauf ist die richtige Lagerung das A und O, um Lebensmittelverschwendung ein Ende zu setzen. Was wo in den Kühlschrank gehört, habe ich dir bereits hier erklärt. Er ist aber mehr zuständig für die kurzfristige Aufbewahrung von Lebensmitteln.

Nahrungsmittel, die du länger auf Vorrat haben möchtest (z.B. Nudeln, Reis, Getreide, Mehl,…) gehören natürlich in den Vorratsschrank oder in die Speisekammer. Einmal geöffnet, solltest du sie auf alle Fälle luftdicht verschließen. Du willst ja schließlich kein Insektenhotel eröffnen, oder?

Lebensverschwendung kann durch die richtige Lagerung vermieden werden
Die richtige Lagerung kann maßgeblich die Lebensdauer deiner Lebensmittel verlängern

Was früher normal war, ist heute meist in Vergessenheit geraten: Im Keller Obst und Gemüse für mehrere Monate aufzubewahren. Das kann daran liegen, dass heutzutage die Keller nicht mehr kühl und feucht sind.

Was aber ersatzweise gut klappt: Wurzelgemüse (Karotten, Petersilienwurzeln, Rettich, Rote Beete,…) in angefeuchtetem Sand zu lagern. Kartoffeln solltest du stattdessen lose aufstapeln und sicherstellen, dass sie von unten gut durchlüftet sind (z.B. durch ein Holzgestell).

Bewahre außerdem niemals Obst, das viel Ethylen produziert (wie Äpfel und Birnen) neben Gemüse auf. Das würde deren Reifung bzw. Verderben beschleunigen!

So hat Lebensmittelverschwendung keine Chance!

So! Jetzt wo ich sichergehen kann, dass du die Lebensmittel richtig lagerst, wirst du folgende Tipps wahrscheinlich eh nicht oft brauchen. Falls es aber doch mal passiert und das Gemüse traurig aus dem Kühlschrank guckt, habe ich eine Lösung für dich.

Ich würde es eine Anti-Aging-Behandlung nennen. Aber keine Angst: Chemie ist keine dabei. Es geht darum, deine Lebensmittel mit natürlichen Mitteln wieder aufzufrischen. Was alt aussieht, muss nämlich nicht so bleiben.

Nr.1: Runzeliges Gemüse

Was nicht schön aussieht, ist auf alle Fälle noch zu retten. Bei weichem Gemüse fehlt die Feuchtigkeit, d.h. um es wieder knackig werden zu lassen, musst du diese wieder zuführen.

Fülle dazu in eine Schüssel kaltes Wasser und lege dort über Nacht Karotten, Radieschen, Zucchini und Co. hinein. Am nächsten Morgen wirst du staunen: Das Gemüse sieht wie frisch gekauft aus!

Du kannst es stattdessen auch in ein feuchtes Tuch einwickeln (was ich dir für die Lagerung übrigens sowieso empfehlen würde!).

Nr.2: Welker Salat

Es gilt dasselbe Prinzip wie beim Gemüse: Die Flüssigkeit fehlt. Den Salat solltest du allerdings nur für 10 Minuten in eine Schüssel legen mit lauwarmen Wasser. Zusammen mit den knackigen Radieschen, Tomaten und Möhren steht einem bunten Salatteller nichts mehr im Weg.

Nr.3: Altbackenes Brot

Lebensmittelverschwendung ade! So wird altes Brot wieder wie neu
Trockenes Brot ist viel zu schade zum Wegwerfen

Na? Zu viel Brot vom Grillabend übrig? Kein Problem!

Trockenes Weißbrot eignet sich perfekt als Knödelbrot oder für Speisen, wie dem Scheiterhaufen (falls dich der Name verwirrt, googel mal dieses Gericht-ist echt lecker!). Du kannst aber auch ein bisschen Wasser auf das alte Brot träufeln und es im Ofen wieder aufbacken. Ich sag dir: Es schmeckt wie frisch vom Bäcker!

Toasten geht natürlich auch immer. Aber warum so langweilig, oder? 🙂

Nr.4: Pizza vom Vortag

Ich persönlich habe ja gar kein Problem Pizza kalt zu essen. Je nach Belag schmeckt sie oft sogar richtig gut. Aber falls du nicht so auf labbrigen Pizzateig stehst: Ab in die Pfanne damit und der Boden ist wieder schön knusprig.

Italienischer Abend Nr.2 kann kommen!

Nr.5: Hart gewordene Kekse

Vielleicht gehörst du zu den Cookie-Liebhabern und backst das ganze Jahr über Kekse. Ansonsten wird dieser Tipp wahrscheinlich eher zur Weihnachtszeit nützlich sein. Je nach Plätzchensorte kann das leckere Gebäck nämlich bereits vor dem Verzehr hart werden.

Und keiner möchte sich die Zähne zu Weihnachten ausbeißen, oder? Ok, zugegeben: Wenn diese Stufe erreicht ist, wird dir mein Trick auch nicht mehr helfen. Bevor sie also steinhart sind, solltest du ein Apfelschnitz in die Dose geben. Die abgegebene Feuchtigkeit macht die Kekse nämlich wieder weich. Und die Zähne bleiben drin 🙂

Nr.6: Trockene Käseränder

Ich meine damit Käse, der ansonsten noch ok ist und keine schimmeligen Stellen aufweist! Wenn bei deinem Käse also nur die Ränder trocken sind, kannst du ihn in in Milch einweichen. Nach einiger Zeit hat er diese aufgesaugt, sodass er wieder frisch ist.

Hierbei muss ich allerdings sagen: Wenn du die Milch nicht weiterverwendest (z.B. für Suppen oder Saucen), ist dieser Tipp alles andere als nachhaltig. Die Verschwendung wird dann nämlich bloß auf ein anderes Lebensmittel weitergereicht.

Der beste Tipp ist also hierbei immer noch: Werde vegan und kaufe gar keinen Käse mehr. #EinBisschenMissionierenMussSein

Müll, der gar keiner ist

Aus Karottengrün leckeres Pesto machen
Aus dem Gemüsegrün kannst du leckeres Pesto machen

Hast du gewusst, dass man mit dem Karottengrün (das sind die grünen Stängel an den Karotten, die im Supermarkt manchmal drangelassen werden) leckeres Pesto machen kann? Gemischt mit Olivenöl, Knoblauch, gerösteten Nüsse und Parmesan oder Hefeflocken, hast du aus dem „Müll“ eine nährstoffreiche Nudelsauce gemacht.

Leaf to root, also die Verwertung vom Blatt bis zur Wurzel, ist aber nicht nur bei Karotten möglich. Kohlrabikraut, die Blätter von Roter Beete und von Radieschen können in gleicher Weise verwendet werden, denn sie sind eindeutig zu gut für die Tonne.


Wenn du auf Gemüse aus dem Garten zurückgreifen kannst: optimal! Denn unbehandeltes Obst und Gemüse brauchst du nicht schälen. Es wurde ja nicht mit chemischen Mitteln gespritzt. Somit kommst du in den Genuss aller Vitamine und Nährstoffe und alle Pflanzenteile* werden benützt.

*Übrigens kannst du auch das Gehäuse inklusive Kerne von Äpfeln und Co. bedenkenlos essen.

Falls dir z.B. bei Äpfeln die Schale zu hart ist oder du sie einfach nicht brauchst: Schmeiß sie nicht weg! Mit heißem Wasser übergossen erhältst du einen köstlichen Apfeltee oder (aber da braucht es viel Schale) mit einem Entsafter leckereren Apfelsaft.

Orangen- und Zitronenschalen wären im Gegensatz dazu natürlich viel zu bitter für den Verzehr. Wenn du sie aber -bestenfalls auf dem Ofen- trocknest, entstehen daraus natürliche Anzündhilfen. Zusätzlich dominiert im Haus überall der herrliche Duft von den Zitrusfrüchten. Echtes Winterfeeling garantiert!

Fazit

Natürlich ist es viel einfacher, schnell den Müllkübel zu öffnen und die Reste hineinzuschmeißen, anstatt sich Gedanken über deren Verwertung zu machen. Ein Umdenken ist aber notwendig, wenn wir der Lebensmittelverschwendung ein Ende setzen wollen.

Die Veränderung muss nämlich immer von uns selbst ausgehen; wir können nicht erwarten, dass sich alle andere/die Umgebung ändert, wir aber unsere Gewohnheiten beibehalten. Deshalb hoffe ich, dass dich meine Tipps inspiriert haben, in Zukunft mehr aus deinen Essensresten zu machen und bewusster Einzukaufen.

Es ist nämlich die Veränderung, die Umgewöhnung die anfangs kompliziert erscheint. Wie du gesehen hast ist die Umsetzung aber einfach. Der Vorteil: Nicht nur Ressourcen werden geschont, sondern auch dein Geldbeutel.

Welche Gewohnheiten würdest du in Zukunft gerne umstellen? Und was machst du bereits, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken?

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