Freier leben mithilfe von Minimalismus
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Minimalismus: Einfache Tipps, die dir helfen deinen Ballast loszulassen und frei zu werden

Du machst den Kleiderschrank auf; die Tshirts, Pullover und Jacken quillen über. Doch du findest trotzdem nichts zum Anziehen? Dasselbe in der Küche: Obwohl im Kühlschrank unzählige Lebensmittel sind, ist trotzdem nichts dabei, auf das du heute Bock hast?

Das geht nicht nur dir so! Es wurde festgestellt, dass das Pareto-Prinzip auf unzählige Gebiete übertragbar ist. Pareto-bitte was?!
Dabei handelt es sich um einen interessanten Effekt, der genau obige Situationen erklärt: Zu 80% der Zeit wird nur 20% des Kleiderschrank-Inhalts getragen.

Wie wäre es, wenn dein Schrank nur mehr diese 20% beinhalten würde? Wenn du ihn also öffnen würdest und dort nur mehr deine Lieblingsklamotten hingen? Jetzt stell dir vor das wäre nicht nur bei deinen Klamotten so, sondern auch bei deinen Schuhen, deiner Einrichtung, deinem Essen…

Wieviel leichter und freier würdest du dich fühlen?

Minimalismus Definition

Minimalismus könnte als einfaches, reduziertes, aufs Wesentliche beschränkte Leben bezeichnet werden. Weil das aber für jeden etwas anderes bedeutet, gibt es meiner Meinung nach keine klare Definition für Minimalismus.

Es ist ein Lebensstil, der auf viele Bereiche erweitert werden kann. Was der eine als extremen Minimalismus bezeichnen würde, fühlt sich für den anderen genau so richtig an. Es geht also darum, herauszufinden was du brauchst.

Minimalistisch leben-wie anfangen?

Dein Ziel sollte niemals sein, deine Dinge auf eine bestimmte Zahl zu beschränken. Es geht auch nicht darum in einen Wettbewerb zu kommen und weniger zu besitzen als jemand anderes.

Viel wichtiger ist es, dass du dich mit deinen Bedürfnissen auseinandersetzt, dass du dich selbst fragst: „Was brauche ich wirklich?“

Was brauche ich-Liste

Es tut mir Leid, wenn du dir eine fertige Liste erwartet hast mit den Dingen, die du brauchst. Diese Liste kannst nur du für dich erstellen. Denn was würde es bringen, wenn ich dir z.B. sagen würde: „Besitze maximal 2 elektronische Geräte“, du fotografierst aber leidenschaftlich gerne und benützt dafür bereits drei verschiedene Kameras?

Um in Zukunft minimalistisch zu leben, gehe Schritt für Schritt vor. Mach dir keinen Stress gleich am Anfang alles perfekt zu machen. Ich würde dir raten am Beginn auch nur eine Kategorie vorzunehmen. Das kann räumlich orientiert sein (Bad, Küche, Zimmer) oder nach folgenden Bereichen:

Kleidung

Frage dich: „Was ziehe ich regelmäßig an?“ Das bleibt im Kleiderschrank. Klamotten, die du länger als ein Jahr nicht getragen hast, nimmst du bitte raus.

Mache dann einen Stapel mit “das brauche ich nicht mehr“, “da muss ich noch überlegen“ (halte diesen Stapel so klein wie möglich!) und “ui was für ein schönes Kleidungsstück; das ziehe ich definitiv noch an“.

Die Klamotten, die du nicht mehr brauchst, gibst du in eine Mülltüte. Entweder du fragst Freunde/Verwandte ob sie sie haben (evtl. tauschen?) möchten, stellst sie ins Internet oder gibst sie in die Altkleidersammlung (wobei ich das vermeiden würde, weil ein Großteil davon in den Müll kommt).

Die Klamotten vom da-muss-ich-noch-überlegen-Stapel hängst du umgekehrt auf Kleiderbügel. Wenn sie nach ½ bis einem Jahr immer noch umgekehrt hängen, dann weißt du: Du hast sie nie mehr getragen (und das wird sich auch nicht ändern). Gib sie weg.

Wichtig ist, dass das Aussortieren nicht zum Freifahrtschein wird neue Klamotten zu kaufen! Viele Menschen neigen dazu, Konsum als Kompensation zu sehen. Dadurch entstehen die meisten Fehlkäufe und der Kleiderschrank füllt sich immer mehr.

Wenn du also im Geschäft bist und denkst du brauchst das Kleidungsstück wirklich, warte 15 Minuten oder am besten ein paar Tage. Schaue, ob du die Hose dann wirklich noch haben möchtest.

->Falls du Klamotten wirklich neu kaufen möchtest und nicht secondhand, achte bitte auf nachhaltige Kleidung!

Gegenstände

Minimalismus bei Kleidung und Gegenständen
Die wenigsten haben so wenig, dass sie es nur auf einen Tisch ausbreiten könnten

Etwa 10.000 Dinge besitzt ein Mensch in Westeuropa durchschnittlich! Doch wieviel davon benützt du bzw. nimmst du überhaupt bewusst wahr? Die meisten Sachen sind einfach nur da, stehen herum, verstauben und werden nicht mal eines Blickes gewürdigt.

Wahrscheinlich wird dir nicht bewusst sein, welche Ablenkung das ganze Zeug hat. Unterbewusst nehmen wir nämlich die ganzen verschiedenen Punkte im Raum wahr, was uns viel Energie kostet.

Schwierig wird es mit dem Loslassen bei Dingen mit emotionalem Wert: Bei Geschenken von Menschen, die uns wichtig sind. Es scheint so, als ob wir die Erinnerungen mit den Personen weggeben würden, wenn wir die Sachen aussortieren würden. Dem ist aber nicht so. Die Erinnerungen und Gefühle stecken in dir, nicht in der materiellen Sache.

Mir hat es bei solchen Gegenständen geholfen, ein Foto davon zu machen. Mittlerweile sage ich auch immer klar und deutlich, dass mir keiner Dekoration oder anderen Klim-Bims schenken soll. Besser ist etwas zum Benützen oder einfach Zeit zusammen zu verbringen.

Möchtest du auch minimalistischer in Bezug auf Gegenstände werden, dann beobachte dich zuerst bewusst im Alltag. Was benützt du häufig? Welche Gefühle tauchen bei bestimmten Sachen auf? Fühlst du vielleicht sogar Verpflichtungen bei bestimmten Dingen (diese Statue muss ich unbedingt mal neu lackieren)?

Nimm dir anfangs einen Bereich (z.B. das Zimmer oder auch nur den Schrank) vor. Am besten du besorgst dir einen großen Karton. Dort kommen alle Dinge rein, die einfach immer nur da sind, also bei denen du nichts fühlst und die du auch nicht benützt. Auch Sachen, wie Bücher, die du zwar theoretisch nochmals gebrauchen (lesen) könntest, gibst du rein. Glaub mir: Wenn du sie bis jetzt kein zweites Mal gelesen hast, passiert das auch nicht in Zukunft.

Anfangs wird der leere Platz ungewohnt sein. Du wirst aber merken, wie gut sich das anfühlt und wie befreiend es ist auszusortieren. Die Gegenstände kannst du entweder auf einem Flohmarkt oder online verkaufen. Kinderheime oder Umsonst-Läden freuen sich auch über aussortierte Sachen.

Möbel/Einrichtung

Minimalismus bei der Einrichtung

Ich weiß nicht, ob du schon mal die Gelegenheit hattest einen leeren Raum auf dich wirken zu lassen. Vor allem beim Meditieren ist mir der Unterschied aufgefallen. Es gibt keine Beeinflussung von irgendwelchen Möbelstücken; nur du bist im Raum präsent.

So wie jeder Gegenstand eine Auswirkung hat, strahlt auch jedes Möbelstück eine bestimmte Energie aus. Ich denke aber Möbel auszusortieren bietet sich eher im 2. Moment an. Zuerst würde ich mich den Gegenständen widmen.

Aussortierte Möbel lassen sich jedenfalls gut secondhand verkaufen. Alternativ gibt es oft auch Leute im Umfeld, die zwar nicht genau dein Möbelstück gesucht haben, es aber als gratis Alternative vorübergehend gut gebrauchen können.

Fotos

Beim Fotografieren scheiden sich ja die Geister. Manche meinen alles festhalten zu müssen, andere genießen lieber den Moment an sich. Ich bin der Meinung letzteres ist sinnvoller, denn brauchen wir Fotos, um uns an einen bestimmten Moment zu erinnern?

Ich glaube, wenn wir uns an manche Begebenheiten nicht mehr erinnern können, dann soll das auch so sein. Dann darf dieser Moment einfach in der Vergangenheit ruhen und muss nicht durch ein Foto wieder hervorgeholt werden.

Sich von Fotos zu trennen kann extrem schwierig sein, weil so viele Emotionen dranhängen. Ich habe es nur schrittweise geschafft. Mittlerweile habe ich von den Erlebnissen immer nur ein paar Fotos. So wird das durchschauen nicht zu einem ach-das-Album-müsste-ich auch-mal-sortieren, sondern es macht Spaß sich die paar wenigen Bilder genau zu betrachten.

Für Fortgeschrittene

Wie bereits gesagt, ist Minimalismus beliebig ausdehnbar. Vielleicht hast du schon oben genannte Kategorien genau unter die Lupe genommen und möchtest den Minimalismus von einer anderen Seite kennenlernen. Dann kannst du dir Gedanken machen zu:

  • digitalem Minimalismus (Konsum von sozialen Medien, Internet,… Ich möchte dich allerdings nicht davon abbringen weiterhin meinen Blog zu lesen xD)
  • achtsamen Sprechen (Wieviel Energie geht durch unnötiges Gequassel verloren?)
  • minimalistisch essen (Bitte verstehe das nicht im Bezug auf die Portionsgröße! Was macht es mit deinem Körper, wenn du bei deinen Malzeiten nur mehr wenig verschiedene Zutaten zu dir nimmst? Kannst du dadurch einzelne Geschmäcker, feine Nuancen besser wahrnehmen?)

Warum Minimalismus

Wenn du erstmal angefangen hast mit dem Beschränken aufs Notwendigste, wirst du merken wie gut das tut. Dein Fokus wird klarer, du bist nicht mehr ständig abgelenkt von den ganzen Sachen und den Verpflichtungen, die damit einhergehen. Somit ist Minimalismus auch ein Zeitgewinn: Weniger Sachen=weniger putzen.

Es kann auch ein Einsparen von Geld bedeuten, wobei ich jedoch hoffe, dass du als Minimalist weniger für mehr Qualität kaufst. Das Sparen kommt dann eher auf lange Sicht, weil hochwertige Produkte meistens wesentlich länger halten.

Weil die Sachen mehr gekostet haben, steigt normalerweise auch die Wertschätzung (wobei ich sagen muss, man sollte auch günstige Dinge nicht anders behandeln wie teure). Nicht nur der Preis lässt die Wertschätzung steigen. Wenn du statt 3 Orangenpressen nur mehr eine hast, kannst du deren Funktion viel mehr schätzen und wirst sie viel mehr achten, weil es nicht nur eine von vielen ist.

Der größte Gewinn als Minimalist ist aber die Freiheit. Es ist so befreiend zu wissen, seine Klamotten in einem Koffer unterbringen zu können. Nicht immer nach dem Schlüssel und Portmonee suchen zu müssen, weil plötzlich Ordnung halten so einfach ist. Beim Umzug nicht verzweifelt einen massiven Stapel an Kartone von A nach B bringen zu müssen.

Fazit

„Mit leeren Händen kommen wir, mit leeren Händen gehen wir. Und zwischen nichts und nichts, sind wir verrückt genug, zu glauben etwas zu besitzen.“

Dieses Zitat sollten wir uns öfter vor Augen halten. Was Besitz mit uns macht, können wir erst durch dessen bewussten Verzicht herausfinden.

Wie wichtig ist dir es minimalistischer zu leben? Was hast du schon unternommen, um zu diesem Ziel zu gelangen? Und was ist dein nächster Bereich, den du minimalistischer gestalten möchtest?

Hier kannst du dir noch anschauen, welche Erfahrungen mein bester Freund in Bezug auf Minimalismus gemacht hat und was er vom Thema hält:

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