Nachhaltige Putzmittel selbst machen
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Nachhaltige Putzmittel in weniger als 5 Minuten selbst machen

Bereits als Jugendliche habe ich mich gewundert, warum man in einem normalen Supermarkt Mittel bekommt, die ätzend, sehr giftig, umweltschädlich oder sogar tödlich sind. Noch viel verwunderlicher war es für mich, warum meine Mutter solche Putzmittel für die Reinigung verwendet: Man kommt ja immer wieder in Berührung mit den giftigen Stoffen (und das nicht nur mit dem A*sch auf der Klobrille. Sorry but true xD).

Durch mein wachsendes Umweltbewusstsein habe ich später weitere Gründe gefunden, diese Mittel zu vermeiden: Sie erzeugen einen wahnsinnigen Plastikmüll und sind durch ihre chemischen Inhaltsstoffe biologisch NICHT abbaubar.

So hat meine Recherche nach Anleitungen für nachhaltige Putzmittel begonnen. Damals waren es noch nicht allzu viele Menschen, die ihre “Rezepte“ online gestellt haben. Für mich war klar: Schnell soll es gehen, unkompliziert sein und wenig “Zutaten“ brauchen. Und natürlich musste die Putzkraft gegeben sein.

Unter diesen Anforderungen werde ich dir heute verschiedene nachhaltige Putzmittel zum selbst machen zeigen. So kannst auch du sie einfach zu Hause nachmachen und die ganzen Chemiekeulen inklusive Plastikflaschen im Supermarkt getrost stehen lassen.

Die 4 verschiedenen Komponenten eines Putzmittels

Unterschiedlicher Schmutz braucht unterschiedliche Putzmittel. Aber keine Sorge: So viele verschiedene Reinigungsmittel, wie du wahrscheinlich momentan zu Hause hast, brauchts du nicht selbst machen. Nötig sind im Grunde nur zwei verschiedene: einen mit niedrigem pH-Wert (z.B. als Kalkentferner) und einen mit hohem (z.B. als Fettentferner).

Weil manche beispielsweise fürs WC gerne ein stärkeres Reinigungsmittel haben, variieren dann natürlich die Mischverhältnisse und Zutaten. Im nächsten Absatz erkläre ich dir mehr dazu, wie welche Zutaten wirken.

Generell ist es so, dass es 4 verschiedene Faktoren gibt: Die Zeit (z.B. 24h einweichen lassen), die Mechanik (das Schrubben), die Chemie (chemische Stoffe im Putzmittel) und die Hitze (z.B. Verwendung von heißem Wasser).

Entscheidest du dich beispielsweise auf Chemie zu verzichten, dann steigen die anderen Komponenten (längere Einwirkzeit, mehr Schrubben). Durch die Verwendung von Hitze braucht es auch oft überhaupt keine Chemie mehr und die Einwirkzeit verkürzt sich.

Die Grundzutaten

Essig(essenz): Normaler Haushaltsessig enthält ca. 6% Essigsäure, Essigessens ca. 25%. Je nach Produkt variiert also die Dosierung. Wie du wahrscheinlich weißt, ist Essig sauer, hat also einen niedrigen pH-Wert und eignet sich deshalb hervorragend als Kalkentferner.

Silikon- und Gummidichtungen solltest du allerdings nicht damit reinigen, weil die Essigsäure zu aggressiv ist. Er kann auch keinen Schimmel beseitigen, wirkt aber antibakteriell!

Zitronensäure: Sie ist schonender als Essig, weshalb sie für empfindliche Armaturen besser geeignet ist. Zitronensäure ist ebenfalls kalklösend, wodurch du sie für die Entkalkung deiner Geräte (Kaffeemaschine, Wasserkocher,..) benutzen kannst. Im Bad ersetzt Zitronensäure den Weichspüler, weil sie Wasser enthärtet.

Natron sollte in keinem Haushalt fehlen. Es ist ein wichtiger Bestandteil von nachhaltigem Putzmittel

Natron: Ist auch bekannt als Natriumbicarbonat. Es hat antibakterielle Eigenschaften und neutralisiert Gerüche. Die feinkörnige Struktur ist perfekt beim Scheuern. Die Partikel lassen sich durch die wasserlösliche Eigenschaft auch wieder leicht entfernen. Natron ist basisch, hat also einen hohen pH-Wert.

Soda: Es wird häufig mit Natron verwechselt, weil es eine ähnliche Bezeichnung hat: Natriumcarbonat. Soda wirkt aber viel stärker, weil es basischer ist. Soda ist NICHT umweltschädigend, weil die chemische Wirkung bei der Anwendung verschwindet.

Kernseife kommt eigentlich auch oft in Anleitungen für nachhaltige Putzmittel vor. Weil du sie bei meinen Rezepten aber nicht findest, verzichte ich hier ihre Wirkung und Eigenschaften zu nennen.

Nachhaltige Putzmittel DIY

Am besten ist es, wenn du die Putzmittel nicht groß auf Vorrat machst. Denn die Haltbarkeit von natürlichen Reinigungsmitteln ist im Gegensatz zu den Chemiekeulen aus dem Supermarkt logischerweise begrenzt (rechne mit ca. einem Monat). Durch einen Schuss hochprozentigen Alkohol kannst du dem ein wenig entgegenwirken.

Vor allem bei den selbstgemachten Putzmitteln mit Essig, wird dir der Geruch anfangs ein bisschen streng vorkommen. Er verfliegt aber, also keine Angst: Das Bad riecht nicht die ganze Zeit danach.

Alternativ kannst du (ausgepresste) Zitronen mit Essig übergießen, das Gemisch eine Woche stehen lassen und es dann als Basis für die nachhaltigen Putzmittel verwenden. Oder du gibst ein paar Tropfen ätherische Öle (Zitrone-, oder Orange) dazu.

WICHTIG: Auch wenn es sich bei den Rezepten um nachhaltige Putzmittel handelt, können während der Reinigung trotzdem Dämpfe entstehen, die du nicht einatmen solltest. Lüfte deshalb danach immer. Trage auch immer Handschuhe während dem Putzen, weil die Mittel einen anderen pH-Wert als deine Haut haben und ihr somit nicht gut tun.

1. Allzweckreiniger

  • 500ml Wasser
  • 1 Schuss (ökologisches) Geschirrspülmittel
  • 50g Zitronensäure in Pulverform
  • evtl. ein paar Tropfen ätherisches Öl

Gib alle Zutaten in eine leere Sprühflasche. Schüttle sie vor der Verwendung immer kräftig, damit sich alles gut verbindet. Fertig!

Mit dem Allzweckreiniger kannst du so gut wie alle Oberflächen reinigen: Den Tisch, die Küchenanrichte, Fensterrahmen, usw. Ein echter Allzweckreiniger eben!

Nachhaltig putzen ohne Chemie
Die Küche sauber halten funktioniert auch ohne Chemie

2. Glasreiniger

  • 250ml Wasser
  • 250ml Bio-Ethanol (Spiritus)
  • 3TL Essig

Gib alle Zutaten in eine leere Sprühflasche. Vor dem Gebrauch immer gut schütteln, damit sich alles verbindet. Du kannst damit Fenster, als auch Spiegel und generell Glasoberflächen reinigen. Was aber auch gut als Fensterputzmittel funktioniert, ist einfach ein paar Tropfen Spülmittel mit Wasser zu mischen.

Speziell bei Glas und Spiegeln ist es wichtig ein komplett sauberes Tuch zu verwenden, sonst können schnell Schlieren entstehen.

3. Abfluss-, WC- und Fugen-Reiniger

  • 1EL Zitronensäure
  • 1EL Natron
  • heißes Wasser
  • evtl. ätherische Öle

Du kannst die beiden trockenen Zutaten 1:1 mischen und in einem Glas aufbewahren.
Sobald dein Abfluss wieder mal verstopft ist oder unangenehme Gerüche aus seinen Untiefen kommen, schüttest du heißes Wasser in den Abfluss und kippst dann 2 EL des Gemischs nach, sodass es sprudelt. Lass alles 10 Minuten einwirken und spüle dann nochmals mit Wasser nach.

Auch beim WC ist die Anwendung dieselbe. Ich würde dabei allerdings noch Zitronen- oder Orangenöl dazugeben. Ich finde der Duft macht das stille Örtchen ein bisschen einladender.

Sind deine Fugen im Bad wieder schmutzig? Dann rühre die Natron-Zitronensäure-Mischung mit ein wenig Wasser an (wirklich nur wenig!) und schrubbe damit die Fugen. Du wirst sehen: Das klappt so gut, dass du dich fragst, warum du nicht schon immer so geputzt hast 🙂

3. Entkalker

Wie bereits erwähnt, eignet sich dafür Zitronensäure wunderbar. Du mischst sie einfach mit Wasser und schrubbst damit verkalkte Fließen, Duschköpfe,… ab.

Bei verkalkten Geräten, z.B. einem Wasserkocher gibst du Zitronensäure und Wasser hinein. Pass auf, dass die Mischung nicht wärmer als 40° wird! Sonst entsteht Calciumcitrat, das nicht mehr zu entfernen ist!

4. Ofenreiniger

  • 50g ökologisches Spülmittel
  • 150g Natron
  • 30g Essigessenz

Mische alles miteinander. Achtung, am Beginn schäumt es! Fülle die Mischung in eine Sprühflasche für eine bessere Dosierung. Damit sich alles verbindet, musst du das ganze vor der Verwendung immer gut durchschütteln.

Sprühe die schmutzigen Stellen ein und lasse alles eine halbe Stunde lang einwirken (noch effektiver ist es, wenn du währenddessen den Backofen auf 200° einschaltest). Nachher brauchst du nur mehr einen nassen Lappen, um die Reste wegzuwischen. Falls noch Schmutz am Blech oder im Backofen ist, kannst du den Vorgang einfach wiederholen oder auch die Einwirkzeit erhöhen.

Fazit

Ich hoffe ich konnte dich dazu animieren keine Chemiekeulen mehr zu verwenden, denn es bedarf wirklich keiner großen Künste sich nachhaltige Putzmittel selbst zu machen. Ich würde dir raten die oben genannten Grundzutaten immer zu Hause zu haben. Dann denkst du irgendwann gar nicht mehr darüber nach, die teuren, chemischen Putzmittel zu kaufen.

Noch was: Fang schrittweise an. Es muss nicht immer alles vom 1. Tag an perfekt sein. Zuerst kannst du z.B. einfach mal den Allzweck- und Abflussreiniger ausprobieren. Sobald du dann nach und nach herausgefunden hast, welche Rezepte für dich funktionieren, kannst du die nächsten testen.

Denn genau darum geht es: Irgendwo anzufangen, den ersten Schritt zu wagen. Sich umzugewöhnen und neue Gewohnheiten zu etablieren.

Welche Putzmittel benützt du immer? Hast du schon mal eine nachhaltige Variante ausprobiert?

Noch mehr Tipps und Tricks erfährst du hier (da habe ich mich bei einem Teil meiner Rezepte inspirieren lassen).

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