Sanfter Tourismus-nachhaltig reisen
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Sanfter Tourismus-die nachhaltige Methode zu reisen

Sanftes Meeresrauschen, unter Palmen auf dem weißen Sandstrand liegen und auf das türkisblaue Wasser blicken. Den Abend gemütlich bei einem Cocktail ausklingen lassen und das endlose Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit genießen.

Den meisten von uns würde bei dieser Beschreibung wohl das Stichwort Urlaub durch den Kopf schießen. Für den wir bereit sind zig tausende Kilometer zurückzulegen-leider vor allem mit dem Flugzeug. Das Paradies auf der anderen Seite der Erde klingt einfach zu verlockend, um sich Gedanken über die Auswirkungen der Reise zu machen.

Du fühlst dich gerade ein wenig ertappt?

Nun, da bist du nicht alleine: Auch ich bin vor ein paar Jahren (18.500 km!!!) nach Australien geflogen; habe dort ohne lange nachzudenken verschiedenste Touren gemacht und erst Jahre später (als ich bewusster wurde und mir Gedanken über Nachhaltigkeit gemacht habe) gemerkt, was ich getan habe.

Damals wusste ich noch nicht, dass Urlaub auch anders geht. Reisen und Nachhaltigkeit schließen sich nämlich nicht aus, ganz im Gegenteil: Sanfter Tourismus beweist, dass Ökotante und Weltenbummler nicht zwei gegensätzliche Lebenseinstellungen sein müssen.

Was aber genau mit sanfter Tourismus gemeint ist und wie das Ganze funktioniert, erfährst du in den nächsten Absätzen. Bleib dran!

Was ist sanfter Tourismus?

Ich weiß nicht, ob es dir genauso geht, aber diese Bezeichnung hat bei mir anfangs starke Assoziationen zu Kuhglocken, duftenden Almwiesen und frischer Bergluft hervorgerufen. Irgendwie konnte ich mir unter sanften Tourismus keinen Städtetrip mit vielen Leuten und Straßenlärm vorstellen.

Tatsächlich will sanfter Tourismus aber gar nicht Wanderurlaube schmackhaft machen 😉
Vielmehr geht es darum…

  • die Natur des bereisten Gebietes so gut es geht zu schonen
  • im Einklang mit der Natur zu leben; sie soll möglichst ursprünglich wahrgenommen werden
  • sich bestmöglich der jeweiligen Kultur anzupassen

Es ist also nicht ein: „Ich bin dann mal im Urlaub und will DIESE EINE WOCHE voll auf meine Kosten kommen.“, sondern ein „Ich weiß, dass meine Reise Auswirkungen hat und versuche sie deshalb so nachhaltig wie möglich zu gestalten.“

Sanfter Tourismus bedeutet demnach ein bewusster Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und nachhaltig zu wirtschaften, ganz im Sinne einer regionalen Wertschöpfung. Anstelle tausend Kilometer entfernter Sandstrände treten demnach Reiseziele in der Umgebung.

Das Motto lautet nämlich „Zug statt Flugzeug bzw. Bus statt Auto.“ Dass Öffis nachhaltiger sind, ist schließlich keine Neuigkeit.

Wie wird sanfter Tourismus umgesetzt?

Anstatt mit dem Bus, einfach zu Fuß die Stadt erkundigen und versuchen alle Sinne zu nutzen

Damit aber nicht nur die Anreise ressourcenschonend erfolgt, sollte auch bei der Fortbewegung am Urlaubsort auf die eigenen Füße gesetzt werden anstatt beispielsweise auf ein Mietauto. Das schont nicht nur die Umwelt (Punkt 1), sondern bietet auch ein viel ursprünglicheres, intensiveres Erleben des Urlaubsortes (Punkt 2).

Aus diesem Grund werden von den zuständigen Gemeinden beispielsweise extra Barfußpfade angelegt (bestimmt weißt du, wie gut es sich anfühlt barfuß zu laufen und wieviel mehr man dabei wahrnehmen kann), Themenwanderwege errichtet oder geführte Skitouren angeboten (wofür keine Piste aufwändig präpariert werden muss).

Das Gebiet soll den Gästen dabei so authentisch wie möglich zugänglich gemacht werden, anstatt eine „Touristenversion“ vorzusetzen, die nicht der Realität entspricht. Dazu aber später mehr.

Kommen wir vorerst darauf zu sprechen, wie die Umsetzung von sanftem Tourismus bei entsprechenden Unterkünften aussieht. Welche Maßnahmen setzen sie, um vom Massentourismus wegzukommen und einen nachhaltigeren Urlaub zu ermöglichen?

Nun, viele nutzen erneuerbare Energien (z.B. Sonnenkraft), versuchen den Müll zu reduzieren, setzen sich für den Klimaschutz ein und fördern die Regionalität (z.B. beim kulinarischen Angebot). Außerdem bieten sie häufig Aktivitäten an, die der Umweltbildung dienen.

Wie bei den 3 Säulen der Nachhaltigkeit veranschaulicht, geht es also darum, Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichermaßen zu beachten. Die Wünsche der Einheimischen, der Gäste, der Unternehmen und der Umwelt müssen alle gleich berücksichtigt werden, anstatt beispielsweise nur die der Touristen zu erfüllen und dabei möglichst viel Geld zu machen.

Was ist unsere Motivation hinter Massentourismus?

„Dem Alltag zu entfliehen“ und „eine neue Kultur kennenzulernen“ sind wohl die Hauptargumente für das Reisen. Die Frage ist jedoch: Kann man nach einer Woche (oder zwei) behaupten, zu wissen, wie Menschen auf der anderen Seite der Erde ticken?

Ich glaube nicht. Dafür müsste man schon viel Zeit mit den Einheimischen des entsprechenden Gebietes verbringen und direkt ihren Alltag miterleben. Außerdem sind die meisten Urlaubsformen sowieso bloß ein Abhaken der Touristenhotspots. Man bekommt also eine vorgefertigte Version, einen verzerrten Einblick in die ferne Kultur.

Ist es also dann doch die Auszeit, der Wunsch komplett vom Alltag abgekapselt zu sein, wegen dem wir wie Wahnsinnige versuchen unser Fernweh zu stillen?
Da muss ich sofort mit einer Gegenfrage einhaken: Ist es wirklich erholsam, eingepfercht zwischen zig tausenden anderen Touristen am Strand zu liegen oder Teil der riesigen Scharen zu sein, die das allseits bekannte Machu Picchu besichtigen? Ist das wirklich so viel besser als der eigene Alltag?

Ich denke Antrieb unserer Reiselust ist viel mehr die Neugier, die Gier auf etwas Neues. Das Gefühl etwas Besonderes zu erleben. An dem Ort zu sein, von dem auf Instagram jeder spricht. Sagen zu können: „Hey ich bin da auch gewesen.“

Wäre es nicht sinnvoller statt sich möglichst billig die Sorgen auf Malle wegzusaufen, einen Ort in der Nähe oder vielleicht auch im Nachbarsland zu suchen und dort echte Erholung anzustreben? Wo man eben nicht eine Woche „auf die Kacke haut“, sondern sich versucht als Tourist bewusst und achtsam zu integrieren?

Fazit

Sanfter Tourismus ist bestimmt nicht nur etwas für Ökotanten, sondern betrifft die ganze Menschheit. Denn die Kosten des Massentourismus tragen in erster Linie zwar nicht wir als Gäste, sondern die Einwohner der betroffenen Gebiete und die Umwelt. Da wir jedoch auch Bewohner dieser einen Erde sind, trifft es uns in zweiter Linie genauso.

Außerdem ist es doch viel schöner die eigenen Landsleute zu unterstützen oder wenigstens im eigenen Kontinent zu bleiben. Denn egal ob Europa, Afrika, Asien Amerika, Antarktis oder Australien: Jeder Kontinent hat doch so viel zu bieten; ein Leben würde für die Erkundung wohl kaum ausreichen.

Ich glaube jedoch nicht, dass das fehlende Bestreben das Problem ist. Immerhin würden 53,7 % gerne nachhaltiger reisen, während erst knappe 17,5 % der Reisenden wirklich auf sanften Tourismus achtet (Quelle). Wahrscheinlich wissen einfach viele noch nicht wie sie das Thema sanfter Tourismus angehen sollten oder haben Angst etwas zu verpassen.

Was denkst du? Wie könnte man auch beim Reisen den Aspekt der Nachhaltigkeit hineinbringen?

QUELLENNACHWEISE

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/tourismus/nachhaltiges_reisen/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Sanfter_Tourismus

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