Schadstoffe im Geschirr kommen häufiger vor als gedacht
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Aufgepasst: Diese Schadstoffe befinden sich in deinem Geschirr!

Teller raus, Nudeln drauf, futtern. Das ganze läuft überwiegend automatisch ab. Obwohl wir eigentlich ziemlich viel Zeit beim Essen verbringen (um genauer zu sein: durchschnittlich 5 Jahre!), ist vielen nicht bewusst, dass gewisse Materialien beim Geschirr fatale Auswirkungen haben.

Mit Auswirkungen meine ich die auf die Umwelt ebenso wie die auf die Gesundheit. In den letzten Jahrzehnten hat man erschreckende Erkenntnisse gewonnen über die Folge von Stoffen wie z.B. Aluminium, BPA und andere Weichmacher in Küchenutensilien.

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit möchte ich dir deshalb heute zeigen, auf was du bei den Materialien von Geschirr achten solltest, worin die Unterschiede zwischen Kunststoff, Keramik, Glas, Keramik, Porzellan, Holz, usw. liegen und welches Material schlussendlich das beste ist.

Wenn du also dir und der Umwelt was gutes tun möchtest, dann bleib‘ dran!

Der Überblick: Welche Materialien gibt es und wie gefährlich sind sie?

Diese Materialien solltest du vermeiden

Kunststoffgeschirr

Kunststoffgeschirr wird gerne als „stabil, leicht und praktisch“ beworben. Somit soll es ideal für den Campinggebrauch und als Kindergeschirr sein. Dass sich aber eine Reihe von schädlichen Stoffen im Material befinden, wird natürlich nicht gesagt.

Melamin ist beispielsweise ein häufig benutztes Material von Tellern und Schüsseln. Für die Herstellung wird Formaldehyd zum Melamin gegeben, woraus dann das Melaminharz entsteht.

Die daraus gewonnen Utensilien werden gerne als hitzebeständig beschrieben. Tests haben aber gezeigt, dass bei über 70°C Formaldehyd und Melamin wieder frei werden. Gibst du also zu heißen Tee in eine Melamin-Tasse oder Melamin-Schüsseln in die Mikrowelle, dann können diese giftigen Stoffe ins Essen übergehen.

Dasselbe Problem zeigt sich auch bei BPA (Bisphenol A), das fast überall zu finden ist. Es ist ein Weichmacher und wird auch für Babygeschirr verwendet!

Die Auswirkungen

In Tierversuchen zeigten sich ernsthafte Folgen von Melamin: Krebs im Nasen-Rachen-Raum, Schädigung der Nieren und Blase, Verursacher von Allergien. BPA werden hingegen hormonähnliche Wirkungen nachgesagt. Es kann das Wachstum hemmen, aber auch die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Also durchaus nichts, was man Erwachsenen, geschweige denn Kindern wünscht!

Problematisch ist Melamin auch in puncto recycling. Es kann nicht wie Plastik durch Hitze umgeformt werden. Nur durch aufwändige Verfahren und Zugabe von anderen Chemikalien kann ein neuer Stoff entstehen. Somit entspricht es ganz und gar nicht einem nachhaltigen Material.

Keramik- und Porzellangeschirr

In den Glasuren von Keramikgeschirr befinden sich oft Schadstoffe

Manche mögen beide Arten für das ein- und dasselbe halten; dem ist aber nicht so: Keramik besteht v.a. aus grober Tonerde, Porzellan aber aus feinem Kaolin. Während beim Keramikgeschirr schnell mal eine Ecke abbricht, ist Porzellan durch die viel höheren Brenntemperaturen wesentlich robuster. Der Vorteil von Keramik: Es enthält Luft und isoliert dadurch besser.

Worin sich beide Arten nicht unterscheiden ist, dass sie normalerweise nach dem Brennen eine Glasur erhalten. Diese versiegelt die Oberfläche. So können Lebensmittel und Flüssigkeiten in den Gefäßen problemlos gelagert werden.

Doch genau hier besteht die Gefahr auf Glasuren zu stoßen, die giftige Stoffe enthalten. Es gibt zwar eine Grenze wieviele Schwermetalle (z.B. Blei) enthalten sein dürfen, aber darin liegt der Punkt: Wenn es eine Toleranzgrenze gibt, bedeutet das gleichzeitig, dass noch eine bestimmte Menge der bedenklichen Stoffe im Brenngut enthalten sein darf. Und wer weiß schon, ob diese Grenze für gewisse Menschen (z.B. Kindern!) nicht zu hoch ist?

->Herausgelöst werden die schädlichen Substanzen vor allem, wenn über längerer Zeit säurehaltige Lebensmittel im den Gefäßen gelagert werden.

Die Auswirkungen

Manche Metalle wirken schon in geringen Mengen schädlich. Blei, Kupfer und Mangan können zu Vergiftungen führen; Vanadium, Chromat und Nickel in Form von Staub sind krebserregend.

Bei jedem Brand werden auch Abgase frei, die auf keinen Fall eingeatmet werden sollten. Sie sind nicht nur gesundheitlich bedenklich; auch für die Umwelt stellen diese Abgase ein Problem dar.

Weil Glasuren vom Grundstoff -dem Porzellan/Keramik- nicht einfach gelöst werden können, ist kein Recycling möglich. Das ist schade, denn das Grundmaterial wäre an sich nachhaltig, weil es ja natürlichen Ursprungs ist.

Bambus

Als Nachhaltigkeit immer mehr zum Thema wurde, ist auch Bambus immer beliebter für die Produktion von angeblich nachhaltigem Geschirr geworden. Ein zweiter Blick verrät aber, dass auch dieses Material aus gutem Grund stark umstritten ist.

Dort wo Bambus draufsteht, ist in Wirklichkeit oft wenig Bambus drin. Bambusholzpulver und Maisstärke dienen als Füllstoffe; der Hauptbestandteil ist Melamin. Welche erschreckenden Auswirkungen Melamin hat, habe ich ja schon weiter oben ausführlich erklärt.

Durch diese Veräppelung sind solche Bambusprodukte mehr ein Reinfall: gesundheitlich, als auch für die Umwelt. Melamin lässt sich nämlich -wie schon gesagt- nicht abbauen!

Geschirr ohne Schadstoffe

Glasgeschirr

Glasgeschirr scheint nicht ganz so verbreitet zu sein. Vielleicht liegt das daran, weil es in puncto Bruchsicherheit nicht trumpfen kann. Dafür ist das Material aber unbedenklich, wenn es um Schadstoffe geht, es ist gut recycelbar und hält lange. Sogar wenn Glas ziemlich hoch erhitzt wird, behält es seine Form und ist unschädlich.

Die Bestandteile von Glas sind Quarzsand, Kalk und Soda.

Edelstahl

Das Material wird weniger für Teller und Schüsseln verwendet, als für Töpfe. Auch im Campingbereich findet es seine Verwendung, da es fast unzerstörbar und günstig ist. Es ist eine Legierung aus Stahl, die auch Chrom und Nickel enthält.

Was viele nicht wissen: Nur wenn der Chromanteil einen gewissen Prozentsatz überschreitet, ist Edelstahl rostfrei. Edelstahlgeschirr gilt als unbedenklich, aber Menschen mit einer Allergie sollten wegen dem Nickel und Chrom aufpassen.

Hinsichtlich der Nachhaltigkeit kann das Material auf alle Fälle punkten. Aus Edelstahl produzierte Töpfe und Pfannen halten normalerweise eine Ewigkeit. Falls sie dann doch mal kaputt gehen, kann Edelstahl einfach eingeschmolzen und wiederverwertet werden. Also auch für die Nachhaltigkeit einen Daumen nach oben.

Mein Favorit: Holzgeschirr

Holz ist antibakteriell und gut geeignet für Geschirr

Woraus Holz besteht kann ich mir hoffentlich ersparen xD Je nachdem welche Holzart verwendet wird, fallen auch die Eigenschaften entsprechend aus. Manche Arten verziehen sich bei längerem Kontakt mit Wasser schnell (Eiche, Buche). Andere sind zu weich (Olive), um beispielsweise als Schneidebretter eingesetzt zu werden, da sie die Messerklinge entschärfen.

Bei Schneidebretter ist auch darauf zu achten, dass das Holz beim Schneiden keine Bitterstoffe freigibt. Teak und Robinienholz sind bei diesen Anforderungen ideal.

Bei Holzprodukten ist vor allem die Pflege wichtig. Das Material an sich ist schon antibakteriell. Damit das auch so bleibt, solltest du auf keinen Fall Holzgeschirr in die Spülmaschine geben. Dabei kann das Holz auch reißen!

Spüle aus dem Material gefertigtes Geschirr nur mir warmen Wasser aus, evtl. ein bisschen Spülmittel und lasse es gut trocknen. Auch wenn es paradox klingen mag: Es hat schon Tests gegeben, wo festgestellt wurde, dass (bei richtiger Verwendung!) weniger Keime auf Holzschneidebrettern bleiben als auf die aus Kunststoff! Unter anderem wurde auch Fleisch darauf geschnitten!

(Kleine Bemerkung am Rande: Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann werdet vegan. Dann habt ihr das Problem mit solchen Keimen gar nicht xD)

Fazit

Unterschiedliche Materialien haben nicht nur einen Einfluss auf den Geschmack unseres Essens. Sie können auch auf unsere Gesundheit und die Umwelt stark einwirken.

Sicher ist nicht für jeden Mensch dasselbe Material das Beste; meistens hängt es vom Einsatzgebiet ab. Das sinnvollste ist auszuprobieren was du am liebsten hast: Fühlt sich für dich z.B. besser Glas oder Holz an?

Ist dir ein radikaler Austausch deines Geschirrs zu krass, dann wechsle Stück für Stück aus.

QUELLENANGABEN (18.01.21)

Ist Melamin-Geschirr schädlich?

Was heißt BPA-frei und wo ist BPA enthalten?

Keramik und Porzellan » Wo liegt der Unterschied?

Wirkung der Glasurrohstoffe

BOTZ Glasuren: Gesundheit & Sicherheit

Pfannen und Töpfe

5 Fakten über Edelstahl

Was ist das beste Holz für ein Schneidebrett?

Werbung, unbezahlt

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