Bist auch du verantwortlich für Sklaverei heute
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Sklaverei heute: Wieviele Sklaven müssen wegen dir arbeiten?

Auto, Smartphone, Laptop, Klamotten, Schmuck, Kosmetikprodukte: Ich glaube das sind keine außergewöhnlichen Dinge mehr, sondern im Besitz von quasi Jedem diesen Breitengrades.

Sie stellen also Alltagsdinge dar, umgekehrt beschäftigen wir uns in unserem Alltag aber wenig wie die Dinge produziert wurden. Ich meine damit nicht nur die Auswahl der Rohstoffe, sondern viel mehr wie es den Menschen während der Herstellung ging.

Im ersten Moment mag es auch skurril erscheinen: Sklaverei heute?! Das Thema kam im Geschichtsunterricht doch beim Kolonialismus vor! Wir leben aber im 21. Jahrhundert!

Leider muss ich dich enttäuschen: Während wir uns da so genüsslich das Stück Schokolade in den Mund schieben, bedeutet das meist für Menschen am anderen Ende der Welt verheerenden Arbeits- und Lebensbedingungen ausgesetzt zu sein.

Wie fatal das Ganze zum Teil aussieht, möchte ich dir in diesem Beitrag zeigen. Kleine Vorwarnung: Halte dich fest!

31 Sklaven-Ich bin nicht stolz darauf

Zugegeben: Sobald ich bei diesem Test herausgefunden habe, dass für mich 31 Sklaven arbeiten, war ich schockiert. Ich würde mich nämlich auf jeden Fall zu den Personen zählen, denen ein nachhaltiger Lebensstil wichtig ist und ihn auch umzusetzen versuchen: Ich konsumiere wenig, benutze keine Kosmetik, ernähre mich vegan und besitze wenig Klamotten.

Dass ich dabei immer noch für soviel Sklaverei sorge, ist schon krass. Wobei das Ergebnis natürlich nicht eins zu eins in der Realität übertragbar ist, weil unter anderem nicht miteinbezogen wird, ob z.B. die Shirts aus einem Secondhandladen kommen oder nicht.

Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass der Test die Augen öffnet. Ich habe nämlich das Gefühl, dass den meisten von uns zwar der Begriff Sklaverei bekannt ist, wir aber keine Verbindung damit zu unseren Produkten herstellen.

Ist auch klar: Auf der Verpackung steht ja nicht „Dieses Erzeugnis wurde durch einen Sklaven geschaffen. Er musste dafür mehr als 20 Stunden arbeiten, bekam Schläge, wenn er nicht mehr konnte. Entlohnung? Nein Geld erhielt er keines.“

Ein Bewusstsein für dieses Problem zu entwickeln ist deshalb total wichtig. Nur so kann Sklaverei gestoppt werden, denn was soll verändert werden können, wenn einem nicht bewusst ist, dass es passiert?

Die Sklaverei heute in schockierenden Zahlen

Dass Sklaverei heute noch existiert, machen auch die Zahlen deutlich: Über 40 Millionen Menschen weltweit sind derzeit versklavt; 10 Millionen davon sind Kinder! 73% gehören dem weiblichen Geschlecht an und der Durchschnittspreis eines Sklaven/einer Sklavin beträgt gerade mal 80€!

80€!!! Die meisten von uns geben mehr Geld bei einem Shoppingtrip oder einem Diskobesuch aus! Und wir sprechen hier von einem Menschen. Einer realen Person, die nicht freiwillig einen 9-5 Job ausführt, sondern gegen ihren Willen gezwungen wird Schwerstarbeit zu leisten!

Diese Menschen bekommen nicht genügend zu essen, dürfen kein soziales Leben haben, werden oft körperlich und sexuell missbraucht und ihnen steht keine medizinische Hilfe zur Verfügung. Von Bildung ganz zu schweigen.

Oft kommen schon sie bereits als Kinder zu einer fremden Familie und müssen dieser Tag und Nacht umsonst ihre Dienste leisten. Entweder werden sie entführt oder den Eltern wird erklärt, dass für ihre Nachkömmlinge die Umstände bei der unbekannten Familie besser seien als bei ihnen in der Armut aufzuwachsen.

Viele pakistanische Jungs werden beispielsweise bereits mit zarten 13 Jahren zur Zwangsarbeit angemeldet, wobei die Verträge oft bis zu ihrem 30. Lebensjahr dauern. Hier wird klar, wie verzweifelt (und unwissend) die Eltern sein müssen, um das eigene Kind wegzuschicken…

Wie grausam Menschen versklavt werden

Doch Sklaverei im Haushalt repräsentiert nur einen Teil der Ausbeutungsarten. Ein weiteres dunkles Kapitel ist die Zwangsprostitution. Mit dem Versprechen auf ein besseres Leben werden zahlreiche Mädchen und Frauen gelockt, was dann folgt ist brutal: Festgehalten in Bordellen, Clubs, Hotels oder Privathäusern müssen sie ihren Dienst als Sexsklavinnen verrichten.

Da diesen Frauen dabei Ausweis und jegliche Dokumente genommen werden, ist auch eine Flucht schwierig. Denn ohne Aufenthaltsgenehmigung wird das Bestreiten der Lebenserhaltungskosten durch fehlende Arbeit problematisch.

Du kannst dir vorstellen, was das für die Mädchen bedeutet: Kein Ausweg in Sicht!

Einen gigantischen Sektor der Sklaverei heute bildet auch die Arbeitssklaverei, wo oft ganze Familien in Bergwerken, Fabriken, auf dem Bau, in der Fischerei oder Landwirtschaft ausgebeutet werden.

Während z.B. im bevölkerungsreichsten Bundesstaat (Uttar Pradesh) Indiens mehr als 200.000 Kinder zum Arbeiten gezwungen werden, sieht es in Thailand nicht besser aus. Dort werden Tausende von Menschen gewaltsam auf Booten festgehalten und zu Gunsten der Fischindustrie ausgebeutet.

Damit wir hier im Westen also schön unseren Risotto, Pasta, Pizza und Co. mit Garnelen verfeinern können, müssen in Südostasien Leute bis zu 20 Stunden am Tag arbeiten und sind Gewalt und Übergriffen schutzlos ausgeliefert. Sorry wenn ich dir gerade den Appetit verdorben habe.

Wahrscheinlich verliert auch der sparkling eyeshadow seinen Glanz, wenn du dir bewusst machst, dass jeden Tag zehntausende indische Kinder die Glitzerpartikel dafür abbauen. Und falls du jetzt planst, dein Outfit doch lieber mit Schmuck aufzuwerten: Der Abbau von Edelmetallen erfolgt im seltensten Fall unter fairen Bedingungen.

Meist kommen die Rohstoffe aus Bergbaugebieten, wo ganze Familien ohne entsprechenden Schutzmaßnahmen gezwungen werden Gold, Silber und Co. abzubauen. Stundenlang müssen sie giftige Chemikalien einatmen; eine Flucht ist unmöglich, da die Regierung bzw. die Armee die Minen bewacht.

Was kannst du gegen Versklavung tun?

Nein: Ich will dir hier nicht dein Leben verderben und sagen du hättest alles falsch gemacht. Höchstwahrscheinlich hast du wie viele andere zwar geahnt, dass irgendwo in einem fernen Land die Bedingungen nicht so optimal für manche Menschen sind, dir war aber nie bewusst, dass das mit deinen Entscheidungen zusammenhängen könnte.

Wir alle handeln nach unserem Bewusstseinszustand, d.h. je nach Wissensstand kann sich unser Fokus verschieben und mit ihm unser Maßstab, was für uns moralisch und ethisch korrekt bedeutet.

Und da du den Artikel bis hierher gelesen hast, vermute ich mal, dass für dich Nachhaltigkeit und Fairness dazugehört. Was kannst du also gegen Sklaverei tun?

Was kannst du gegen die Sklaverei heute tun

Zuallererst wäre da das bewusste Konsumieren zu nennen. Wenn du etwas kaufst, überlege aus welchem Grund du es haben möchtest: Funktioniert das alte Handy nicht mehr und du benötigst ein neues? Oder geht es dir darum, auf dem neuesten Stand zu sein und all die in der Werbung angepriesenen Funktionen haben zu müssen?

Kaufst du neue Klamotten, weil dir die alten nicht mehr gefallen, sie dir nicht mehr passen? Oder weil es „wieder mal Zeit ist“ und es total out ist immer dasselbe anzuhaben?

Ich hoffe, dass es nicht zweitere Gründe sind, denn damit wirst du nicht glücklich. Wenn du dich jetzt aber ganz bewusst für das neue Ding entschieden hast, schaue, ob es eine nachhaltige Alternative gibt.

Bei Kleidung ist das durch die zahlreichen Fair Fashion Shops relativ einfach, auch bei Lebensmittel existieren entsprechende Alternativen. Bezüglich Schmuck und Technik bin ich ehrlich gesagt nicht so gut informiert, wobei ich mir aber sicher bin, dass es auch da nachhaltige und faire Produkte gibt. Ansonsten: Secondhand ist bei elektronischen Geräten nie verkehrt, wie ich dir hier (unter gebraucht kaufen) gezeigt habe.

Und noch was: Wenn du dir etwas kaufst, dann triff nicht nur die Entscheidung mit Bewusstheit, sondern konsumiere es auch ganz bewusst. Bei Lebensmitteln ist das leichter zu verstehen: Bringe der Schokolade Wertschätzung entgegen, mache sie zu etwas Besonderem. Es ist nicht selbstverständlich, dass du so ein Produkt in der Hand hältst.

QUELLENANGABEN (abgerufen am 20. und 21. April 2021)

https://ijm-deutschland.de/sklaverei-heute

https://www.planet-wissen.de/geschichte/menschenrechte/sklaverei/pwiemodernesklaverei100.html

http://slaveryfootprint.org/my-footprint#results

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