sonnencreme ist schädlich
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Sonnencreme und die böse, böse UV-Strahlung

„Bleib zwischen 12 und 15Uhr ja im Schatten und vergiss nicht, dich immer wieder einzucremen!“ dürften auch deine Eltern dir immer wieder eingetrichtert haben. Sollten nicht sie es gewesen sein, dann haben halt deine Freunde oder die Werbung diese Rolle übernommen; das steht fest.

So kommt es, dass es für manche sogar unvorstellbar geworden ist ohne Sonnenschutz das Haus zu verlassen. Tag für Tag schmieren sie sich das Zeug auf die Haut; ohne geht nicht.
Versteh mich nicht falsch: Ich finde es nicht verkehrt auf die UV-Strahlung zu achten. Wir sollten nur darauf achten WAS wir uns da drauf klatschen, WIEVIEL und WIE OFT.

Das aus dem Grund, weil unser Kontaktorgan für die Erzeugung von Vitamin D (essentiell für uns!) Sonnenlicht braucht und auch, weil über die Haut die Bestandteile der von uns verwendeten Produkte in den Körper gelangen.

Und bei Sonnenschutzmitteln ist es leider keine Seltenheit, dass diese chemisch sind. Lies dir mal die Inhaltsliste deiner (oder von einer anderen herkömmlichen) Sonnencreme durch und du wirst staunen: Sie ist lang. Und voll von Stoffen, deren Namen du nicht mal aussprechen kannst.

Die Frage lautet also: Warum schmieren wir uns Zeug auf die Haut, dessen Zutaten wir nicht mal kennen?
1. Weil es bis jetzt ja immer so gut geklappt hat und wir zu faul sind unsere Gewohnheiten zu ändern.
2. Weil es uns nicht bewusst ist, dass Sonnencreme schädlich ist.
3. Weil wir keine Alternativen kennen.

Ich glaube bei den meisten ist es eine Mischung aus allen 3 Punkten, wobei Ersteres nur jeder selbst in Angriff nehmen kann. Bei den beiden anderen kann ich dir aber helfen, denn genau darum soll es in diesem Artikel gehen: Aufklärungsarbeit rund um das Thema Sonnenschutz zu leisten und nachhaltige(re) Optionen aufzuzeigen.

Sonnencreme-sinnvoll oder nicht?

Ich muss sagen, dass ich es schon immer komisch fand, wie sich Leute vor dem Schwimmen fett mit Sonnencreme einschmieren, um dann im Wasser keinen Sonnenbrand zu bekommen. Im Gesicht: Ja, ok, kann ich noch verstehen.

Beim restlichen Körper erachte ich das aber als total sinnlos, bzw. eher noch als schädlich, weil die Creme ins Wasser gelangt und dort dann den unbeliebten Fettfilm hinterlässt. Dieser stört nicht nur die Badegäste, sondern ist auch ein ernsthaftest Problem für die Natur!

Wäre es allerdings nur das ekelerregende Muster, das jedes Jahr auf den verschiedensten Wasseroberflächen treibt, würde ich bestimmt nicht diesen Beitrag schreiben. Schauen wir uns nämlich genauer an, was alles so in konventionellen Sonnenschutzmitteln steckt, gibt es weitaus mehr Gründe sie zu meiden…

Inhaltsstoffe von Sonnencremes

Grundsätzlich bestehen Sonnencremes aus Wasser, UV-Filtern, Antioxidantien, Emulgatoren, Fettsäuren, Alkoholen, Feuchthalte- und Konservierungsmitteln und Parfums. Klingt so schon nach genug Inhaltsstoffen; bei meiner Recherche bin ich aber auf bis zu 36 verschiedenen Stoffen gekommen. Pro Sonnencreme!

Die verschiedenen UV-Filter

Betrachten wir das Ganze genauer, fängt die Unterscheidung bereits bei den Filtern an: Chemische Filter, wie sie normalerweise in herkömmlichen Sonnencremes zu finden sind, wandeln die UV-Strahlung in weniger schädliche Wellen um. Dafür müssen sie in die Haut einziehen, weshalb man solche Sonnenschutzmittel schon 20-30 Minuten vor der Sonneneinstrahlung auftragen sollte.

Physikalische Filter funktionieren hingegen anders. Sie sind meistens in natürlichen Sonnenschutzmitteln enthalten und streuen und reflektieren die UV-Strahlen anstatt sie umzuwandeln. Weil sie wie ein Art Schutzschicht auf der Haut bleiben, können Sonnencremes mit solchen Filtern direkt verwendet werden.

chemische uv-filter in sonnencremes

Ausschlaggebend auf chemische Filter zu verzichten, war für mich der Verdacht, dass sie Allergien auslösen, hormonaktiv werden und die Stoffwechselprozesse stören können*. Können aus dem Grund, weil sie dafür zuerst einmal in den Körper gelangen müssen.

*Hier gibt es eine Auflistung von Filtern, die diese Auswirkungen haben sollen. Bei meiner Recherche habe ich mir von mehreren herkömmlichen Sonnencremes die Inhaltsstoffe angesehen und FAST ALLE enthielten Homosalate und Octocrylene (beide als sehr bedenklich eingestuft)!

In der Kosmetik wird davon ausgegangen, dass das nur zu einem geringen Teil passiert. Schauen wir uns aber mal die Oberfläche unserer Arme, Beine, usw. an, werden wir ziemlich schnell erkennen, dass die Haut nicht wie eine undurchlässige Frischhaltefolie ist, sondern unzählige Poren besitzt…
Deshalb halte ich es auch für einen fatalen Fehler nur von einem geringen Teil zu sprechen.

Doch wie sieht es bei mineralischen (physikalischen) UV-Filtern aus?

Meistens kommen dabei Zinkoxid (ZnO) oder Titandioxid (TiO2) zum Einsatz. Ersteres ist ein weißes Pulver, das für seine antiseptische Wirkung bekannt ist. Vereinfacht gesagt ist Zinkoxid eine Verbindung von Zink und Sauerstoff; Titandioxid entsteht hingegen, wenn Titan mit Sauerstoff reagiert.

In mineralischen Sonnenschutzmitteln kommen beide oft in Nanoform vor, d.h. sie bilden ultrakleine Partikel in der Creme. Damit soll „das Weißeln“ verhindert werden- es entsteht also kein weißer Film auf der Haut.

Das wird für die meisten schöner aussehen und sich wahrscheinlich auch besser anfühlen. Jedoch können Nanopartikel viel leichter von der Haut aufgenommen werden und in den Körper gelangen. Versuche haben gezeigt, dass v.a. bei Sprays mit solchen Nanopartikeln Vorsicht geboten ist. Werden sie nämlich eingeatmet können sie Lungenentzündungen bzw. Lungenkrebs bewirken!

Außerdem ist noch nicht bekannt welche Auswirkungen sie für die Meeresbewohner bzw. generell die Umwelt haben. Also besser „das Weißeln“ in Kauf nehmen und mineralische Sonnencremes ohne Nanopartikel verwenden!

Emulgatoren, Fettsäuren, Parfums

Gerade bei Sonnencremes solltest du aufpassen welche Inhaltstoffe mit welchen kombiniert werden. Durch UV-Strahlung bilden sich im Körper nämlich freie Radikale. Diese können mit dem von uns natürlich produzierten Hauttalg oder auch mit den in Sonnenschutzmittel enthaltenen Emulgatoren, Fettsäuren und Parfums reagieren.

Die Folge sind Reizungen und Entzündungen; Ausschläge können sich bilden. Außerdem wird vermutet, dass bestimmte Duftstoffe (Citral, Linalool, Farsenol,…) die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Also genau das Gegenteil, wofür wir ja Sonnencreme auftragen!

Erschreckende Auswirkungen auf die Umwelt

Auch hier muss ich das gute alte Mikroplastik erwähnen. Das hört sich zwar an als wäre es ein liebgewonnener, gern gesehener Freund, aber dem ist nicht so.

Mikroplastik ist nämlich nicht nur in der Bekleidungsindustrie ein großes Problem, sondern auch bei Kosmetikprodukten. Da v.a. chemische UV-Filter davon betroffen sind, ist das ein weiterer Grund für mich zu mineralischen Sonnencremes zu greifen.

In einer Studie von National Oceanic and Atmospheric Administration wurden übrigens die Auswirkungen von chemischen UV-Filtern auf die Meere gezeigt. Sie sollen dort das Wachstum verschiedenster Lebewesen negativ beeinflussen und u.a. Grund für die große Korallenbleiche sein!

Katastrophal, wie ich finde!

Keinen Schutz vor UVA-Strahlen

Der Witz bei der ganzen Sache ist, dass die meisten Sonnenschutzmittel nicht mal breitgefächert schützen. Es gibt nämlich nicht nur eine Art von UV-Strahlen, sondern ganze drei:

  • LANGWELLIGE UVA-STRAHLEN: haben weniger Energie, dringen aber tiefer in die Haut ein
  • UVB-STRAHLEN: treffen auf die oberste Hautschicht, sind jedoch stärker als UVA-Strahlen
  • KURZWELLIGE UVC-STRAHLEN: werden von der Ozonschicht abgefangen

Bei den meisten Strahlen, die auf die Erde treffen handelt es sich um UVA-Strahlen. Trotzdem scheinen Sonnenschutzmittel überwiegend nicht ihrem Namen gerecht zu werden: Sie schützen nur vor den UVB-Strahlen, wenn nicht anders angegeben.

Da ist die Frage doch: Ist es nicht sinnvoller auf natürliche Sonnenschutzmittel zu setzen?

Natürliche Alternativen zur Sonnencreme

Naturbelassene Öle

Kokosöl als natürlichen Sonnenschutz

Öle können als UV-Filter dienen, sind aber nicht geeignet für lange Sonnenbäder. Das hat diese Studie gezeigt. Dabei wurden einige pflanzliche Öle auf die Absorptionsfähigkeit von UV-Strahlen getestet (je höher der Lichtschutzfaktor=LSF, umso besser der Schutz).

Man ist zu folgenden Ergebnissen gekommen: Oliven- und Kokosöl haben mit einem LSF-Wert um die 8 am besten abgeschnitten, gefolgt von Rizinus- und Mandelöl. Doch auch bei den ätherischen Ölen haben es Pfefferminz- und Lavendelöl auf einen SPF (Sonnenschutzfaktor) von 6-7 geschafft.

Wichtig ist jedoch, dass du sie angefeuchtet aufträgst, weil die Feuchtigkeit vom Öl miteingeschlossen wird und so länger in der Haut bleibt.

Hier habe ich übrigens ein Rezept für einen selbstgemachten Sonnenschutz gefunden. Ausprobiert hab ich’s noch nicht, aber falls du es tust, kannst du gerne davon berichten.

Innerer Sonnenschutz

Sonnenschutz von innen-das geht?

Ja, bis zu einem gewissen Maß schon. Das Stichwort heißt hier Carotinoide. Carotin kennst du bestimmt von Karotten; es gibt aber auch das von roten Algen. Diese produzieren es, um sich selbst vor der Sonne zu schützen, sobald die Gewässer im Sommer austrocknen.

Man kann es als Tablette einnehmen, wobei es sozusagen eine Barriere für die schädlichen UVA-Strahlen bildet. Zusammen mit den richtigen Lebensmitteln (ein anderes großes Thema) kannst du also die Lichtempfindlichkeit deines Körpers von innen erhöhen.

Fazit

Der natürlichste Sonnenschutz ist sicherlich auf deine Eltern zu hören und gar nicht erst in die Mittagssonne zu gehen. Ansonsten würde ich empfehlen deinen Körper mit lockerer Kleidung zu schützen und einen -wie es die Australier gerne machen- großkrempigen Hut aufzusetzen.

Ich glaube es ist es nämlich nicht wert, später wie eine runzlige Tomate auszusehen, um jetzt mit einem ganzjährigen brauen Teint prahlen zu können, oder?

Falls du aber wirklich mal länger der Sonne ausgesetzt sein solltest, empfehle ich dir das bereits erwähnte Sonnencreme-Rezept auszuprobieren oder auf mineralische Sonnencreme ohne Nanopartikel zu setzen.

QUELLENNACHWEISE (abgerufen am 08./09/10.07.2021)

https://www.natuerlich-schoener.com/Lexikon/zinkoxid/

https://www.beyer-soehne.de/uv-filter-in-sonnencremes-welche-sind-wirklich-gut/

https://www.codecheck.info/news/Diese-INCIs-machen-Deine-Haut-sonnensensibel-309214

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Chemische-UV-Filter-Was-dagegen-spricht-und-welche-Alternativen-es-gibt_11405_1.html

https://www.smarticular.net/sonnencreme-schaedlich-oder-gesund-umweltschutz/

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/umwelt/schaedliche-faktoren/sonnencreme-ia

Was sind UVA- und UVB-Strahlen?| Eau Thermale Avène (eau-thermale-avene.ch)

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/wohlbefinden/koerperpflege/sonnencreme-risiko-ia

https://www.travelicia.de/natuerlicher-sonnenschutz/

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