Die Weihnachtszeit nachhaltig genießen.
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Mit diesen 7 einfachen Schritten wird dein Weihnachten nachhaltig

Es ist die Zeit der Besinnlichkeit. Draußen wird es kälter, die Tage kürzer; nicht nur die Natur, sondern auch wir kommen zur Ruhe. Der ganze Dezember ist geprägt von der weihnachtlichen Stimmung mit all seinen Bräuchen.

Weihnachten hat sich die letzten Jahrzehnte stark gewandelt. Auch wenn es ein christliches Fest ist, steht heutzutage bei vielen nicht mehr der religiöse Aspekt im Vordergrund. Trotzdem beharren wir noch auf eine Vielzahl an Bräuchen. Wahrscheinlich, weil wir damit eine Menge an schöner Emotionen aus unserer Kindheit verknüpfen.

Leider werden viele solcher Bräuche bzw. generell die entsprechenden Feierlichkeiten dazu benutzt, um möglichst viel Geld zu machen. Überall werden wir vom Angebot bombardiert: auf dem Weihnachtsmarkt, im Gartencenter, in den Geschäften, online, … Fast als flüstere uns die ganze Zeit eine Stimme ins Ohr: „Kauf mich, du brauchst mich! Ohne mich ist nicht Weihnachten.“

Ich will dich mit diesem Artikel auch gar nicht dazu bewegen die Traditionen der Weihnachtszeit abzulehnen und nicht mehr auszuüben. Vielmehr möchte ich deine Achtsamkeit für diese Zeit stärken und dir Tipps geben, wie du Weihnachten nachhaltig gestalten kannst.

Ein Adventskalender der besonderen Art

Ich weiß: Als Kind gibt es (fast) nichts Schöneres als morgens aufzustehen und zu wissen Süßigkeiten warten darauf vernascht zu werden. Aber mal ganz ehrlich: Bei diesen 1€ Adventskalendern (auch bei vielen teureren, namhaften) ist mehr Verpackung als Essbares drin ist. Die Schokolade wird unter schrecklichen Bedingungen produziert; sei es für die Umwelt (#Palmöl), als auch für die Arbeiter (Kinder schuften für Kinder…).

Die Kalender mit dem ganzen kleinen Schrott, empfinde ich als noch schlimmer. Jeden Tag wartet ein neues Plastikteil. Die Hälfte (wenn nicht sogar mehr) hätte man sich nie selbst gekauft und steht deshalb meistens unbenutzt herum. Wie lange freust du oder dein Kind dich darüber? Ich glaube beim Mittagessen sind die Gedanken schon ganz woanders.

Wäre es nicht viel schöner einen Kalender zu basteln; vielleicht sogar mit dem Kind zusammen? Dieser kann dann individuell gestaltet und befüllt werden.
Ich hatte als Kind das Glück so einen zu haben. Jeden Tag hat ein Rätsel darauf gewartet gelöst zu werden. Manchmal war das Ziel eine versteckte Süßigkeit zu finden.
Vielleicht könntest du auch einfach von einem Wort/Satz deiner Wahl jeden Tag einen Buchstaben reingeben (NICHT der Reihenfolge nach). Wer am Ende als erstes das Wort richtig zusammenfügt (bei mehreren Kindern), bekommt eine kleine Belohnung.

Oder für dich selbst: Schreibe dir schöne Sprüche/Zitate auf Zettelchen auf, rolle diese zusammen und gib sie gemischt in den Kalender. Jeden Tag wirst du dann neu inspiriert.

Ich bin auch lange ein Adventskalenderfreak gewesen, bis ich erkannt habe: Die Vorfreude auf Weihnachten ist die schönste Freude. Die Stimmung dieser Zeit reicht schon; es braucht gar keinen Kalender.

Weihnachtsdeko aus der Natur; du wirst sie lieben

Ich finde es schrecklich und fast schon unverständlich wie der in den Weihnachtsfarben angesprühte Deko-Kitsch überhaupt gekauft werden kann. Ok, auch ich verspüre einen Hauch von Weihnachten wenn ich die Farbkombination grün, rot, gold sehe.

Die Natur bietet eine Menge Deko, um Weihnachten nachhaltig zu gestalten.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass man keine Deko kaufen muss, um das Weihnachtsfeeling nach sich zu Hause zu holen. Du wirst erstaunt sein, wieviel die Natur hergibt. Bei einem Spaziergang durch den Wald kannst du Moos, Tannenzweige, Rinde, Efeu, Zapfen und vieles mehr finden.

Nimm am besten nur das mit, was du nachher auch brauchst. Schneide Efeu und Zweige immer mit einer Baumschere ab, anstatt diese abzureißen, weil letzteres die Pflanzen schädigt. Ganz wichtig: Sammle nur bereits abgefallene Rindenstücke vom Boden auf und reise sie nie vom Baum runter! Das wäre sehr schädlich für den Baum!

Ein Adventsgesteck ist eine gute und vor allem schnelle Alternative zum gängigen Adventskranz. Bei den Kerzen ist Vorsicht geboten: Vor allem Billigkerzen enthalten Paraffin oder Palmöl. Ersteres wird aus Erdöl hergestellt, Zweiteres stamm von Monokultur-Plantagen, wofür wild wachsender Regenwald abgeholzt wird.

Vielleicht schaffst du es ja, dir mit Zimtrinden, Tannenzweigen und getrockneten Orangenschalen es dufttechnisch so zu gestalten, das du gar keinen Kranz mit Kerzen mehr brauchst 😉

Jährlich ruft der Weihnachtsmarkt

Die ersten wurden wohl schon vor mehr als 600 Jahren abgehalten; bestimmt haben sie damals ein bisschen anders ausgesehen als heute. Nicht nur die Touristen kommen aus allen möglichen Ländern um die Märkte zu besuchen; auch die angebotenen Produkte werden oft von weit her importiert.

Statt dir den jährlichen Ramsch anzuschauen, kannst du im Internet überprüfen, ob es in deiner Nähe nicht auch einen alternativen Weihnachtsmarkt gibt. Besonders in größeren Städten werden nämlich Christkindlmärkte organisiert, wo nur Selbstgemachtes, fair und lokal Produziertes angeboten wird. Oder du planst eine…

…Weihnachtsparty zu Hause

Das Fest der Liebe sollte Grund genug sein wirklich mehr Zeit mit deinen Liebsten zu verbringen. Organisiere doch eine Party zu Hause, wo ihr zusammen Glühwein macht (und anschließend natürlich auch trinkt xD). Da hast du zusätzlich die volle Kontrolle, nur regionale, biologische und vegane Zutaten zu verwenden.

Was dabei noch von Vorteil ist: Ihr friert euch zu Hause nicht den Arsch ab. Jedenfalls nicht solange deine Einstellung nicht so ökologisch geworden ist, dass du gar nicht mehr heizt xD Spaß beiseite: Wenn du einen Holzofen hast, sorgt das Knistern natürlich für den ultimativen Kuschelfaktor.

Der Plätzchenwahn

Kekse aus nachhaltigen Zutaten schmecken gleich auch viel besser.
Unterschiedliche Formen und Verzierungen bringen eine optische Vielfalt

Ich habe das Gefühl, manche wollen zu Weihnachten eine Konditorei eröffnen. Es wird gebacken Ende nie; an Ostern sind immer noch Kekse übrig. Schön und gut wenn auch du einer dieser Hobbykonditoren bist; aber reicht es nicht 3 Sorten zu machen statt 10? Und nur so viele (wenige?), dass sie für einen Monat reichen?

An Neujahr kommt dann immer der Vorsatz: „Heuer treibe ich mehr Sport, esse weniger und nehme ab!“ Da wäre es doch schlauer bewusster zu konsumieren und genügsamer zu werden.
Um das auf die Plätzchen zu projizieren: Am Ende ist es doch immer so, dass man von jeder Sorte eins probieren will und dann nochmals von vorne anfangen muss, weil man nicht mehr weiß wie die erste Sorte schmeckt.

Mir fällt es auch schwer nur ein bis zwei Kekse rauszunehmen, diese dann ganz langsam zu essen, um sie voll genießen zu können. Aber: Übung macht den Meister!

Weil ich oft höre, dass vegane, biologische, faire Zutaten so teuer sind: Wenn du weniger Kekse bäckst, brauchst du logischerweise weniger Zutaten. Was du dir da einsparst, kannst du in die Qualität investieren. Die einzelnen Kekse schmecken dann nicht nur besser (normalerweise intensiver); du wirst jedes einzelne mehr schätzen.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, ich kenne meine Tanne kaum

In Deutschland werden jährlich ca. 23 Millionen Weihnachtsbäume aufgestellt. 20€ kostet so ein Baum durchschnittlich. Ein Baum! Der Jahre braucht um so groß zu werden! Eine Nordmannstanne-der am häufigsten gekaufte Christbaum-wächst beispielsweise in den ersten Jahren nur ein paar Zentimeter im Jahr.

Leider stammen Christbäume meist aus Monokulturen (oft aus dem Ausland), die die Artenvielfalt zerstören und somit schädlich für die Umwelt sind. Der Einsatz von Pestiziden ist auch keine Seltenheit; eher schon Standard. Viele Weihnachtsbäume werden lange in Kühlhäusern gelagert; es folgen dann kilometerlange Lieferstrecken.

Ein Weihnachstbaum komplett ohne grüne Zweige.
Eine Alternative zum klassischen Tannenbaum

Biologisch ist ein Überlegung und bestimmt oft weniger Schadstoff belastet, aber bio heißt nicht, dass der Baum auch aus nachhaltiger Forstwirtschaft bezogen wurde (u.a. keine Monokulturen).

Die Nachfrage nach regionalen und biologischen Bäumen steigt; was auch gut ist. Doch noch besser ist es einen Weihnachtsbaum zu mieten. Oder ihn im Topf zu kaufen, damit er dann jedes Jahr zu Weihnachten ein bisschen größer dastehen kann. Ich meine, wie cool wäre das denn: Von seinen Großeltern einen Christbaum im Topf vererbt zu bekommen!

Es gibt aber auch zahlreiche andere nachhaltige Weihnachtsbaum-Projekte. In Österreich verkauft zum Beispiel greentree.at lebende Christbäume. Nach Weihnachten werden sie wieder abgeholt und eingepflanzt. Oder man pflanzt ihn wieder selbst ein.

Ein nachhaltiges Weihnachtsgeschenk?

Wann hast du das letzte Mal ein Geschenk selbst gemacht? Viel zu oft rennen wir hektisch vom einen Geschäft ins andere, um dann doch nicht das passende Präsent zu finden. Nutze stattdessen die Zeit, um was kreatives zu basteln oder upzucyclen. Jeder freut sich doch über ein Geschenk, das mit viel Liebe und Zeit entstanden ist.

Es kommt dabei gar nicht auf den materiellen Wert an. Das Schenken vom Herzen ist, was so berührt. Anstatt etwas zu bekommen, das nachher traurigerweise nur als Staubfänger fungiert.

Ich glaube wir alle haben genug Materielles, während gemeinsame Erlebnisse oft auf der Strecke bleiben. Über was würdest du dich mehr freuen: einem Gutschein beim Lieblingsitaliener oder zusammen mit den besten Freunden dort einen Abend zu verbringen?

Es ist schon fast zum Standard geworden online einzukaufen. Nicht nur die Rücklieferung, wenn das Produkt dann doch nicht passt, verschwendet unnötig Ressourcen. Ein großes Problem ist auch, dass lokale Unternehmen mit dem Angebot und Preisen nicht mithalten können. Zweifelhaft sind zudem die Materialien aus denen die Billigware gefertigt wurde.

Geschenke umweltfreundlich verpacken

Am Ressourcenschonendsten ist das bereits erwähnte Upcycling-Geschenk. Nur solltest du auch bei der Verpackung aufpassen: Herkömmliches Geschenkpapier ist weit entfernt von nachhaltig: Nicht nur wegen der Herstellung, auch wegen dem Verpackungsmüll.

Versuche immer Geschenke so auszupacken, dass du soviel wie möglich vom Papier wiederverwenden kannst. Ansonsten kannst du auch Prospekte durchblättern und Seiten mit schönen Bildern rausschneiden. Kleinere Geschenken können gut mit diesen Blättern eingepackt werden.

Geschenke nachhaltig zu verpacken muss nicht aufwendig sein. EIn Zweig obendrauf sorgt für das gewisse etwas.
Nachhaltig verpacken muss nicht langweilig aussehen

Weihnachten im Schuhkarton

Bestimmt hast du schon von diesem Projekt gehört. Falls nicht: Nach gewissen Regeln befüllt man einen Schuhkarton mit Spielsachen, Kleidung, Süßigkeiten,… Die Boxen werden an bestimmten Sammelstellen entgegengenommen und dann an bedürftige Kinder verschickt. Ziel ist es, auch ärmeren Kindern die Freude beim Auspacken eines Weihnachtsgeschenk zu ermöglichen.

Unter https://www.die-samariter.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/ findest du mehr Infos.

Fazit

Es gib viele Stellen, an denen du schrauben kannst, um deine Weihnachtszeit nachhaltiger zu gestalten. Ich hoffe meine Tipps konnten und können dir helfen, weil Nachhaltigkeit passiert Schritt für Schritt.

Ich hoffe du hast wenigstens einen Punkt gefunden, den du heuer umsetzt. Schreibe mir gerne dein Ideen, falls du noch Vorschläge zu dem Thema hast. Ich freue mich auch sehr über eine Bewertung dieses Artikels, damit ich ein Feedback habe.

Quellenangaben (abgerufen am 09.12.2020):

https://www.sdw.de/waldwissen/weihnachtsbaum/

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