ursachen klimawandel
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Wer ist Schuld am Klimawandel?

Die gleichgültigen Politiker, die Greta Thunberg wohl eher erdulden als Ernst nehmen, die habgierigen Unternehmen, die ihren Fokus auf das Mehr und Schneller legen, die bequemen Kunden, die ihre Entscheidungen nicht hinterfragen oder doch die viel zu schnell voranschreitende Technik mit ihren umweltbelastenden Verfahren:

Wer hat Schuld an dem nicht mehr zu leugnenden Klimawandel?

Die Frage scheint berechtigt zu sein, wenn man den Zustand der Erde betrachtet: Ganze 2°C lag die Durchschnittstemperatur im Juni 2020 über dem Jahresdurchschnittswert von 1980-2015 (Quelle)! Auch die Vorhersage von einem jährlichen Anstieg von 0,2°C (sollten die Treibhausgasemissionen nicht reduziert werden) deutet auf die unbarmherzig tickende Zeitbombe bis zur endgültigen Klimakatastrophe.

Handlungsbedarf ist also nicht nur erwünscht, sondern unerlässlich.

Doch was tun?
Um die Antwort darauf zu finden, müssen wir einen Schritt zurückgehen und zuerst herausfinden wo die Wurzel des Problems liegt. Also nochmal: Wer ist der Übeltäter des ganzen Klimaszenarios?

War die Industrialisierung der Auslöser?

Um den Einstieg in die heikle Thematik zu finden, lass mich eine kleine Zeitreise starten. Startpunkt ist die zweite Hälfte des 18. Jh., als die (na? Im Geschichtsunterricht aufgepasst?) Industrialisierung ihren Anfang genommen hat.

Die Weiterentwicklung der Dampfmaschine hat die Handarbeit von da an überflüssig gemacht; die Arbeitskraft von Mensch und Tier haben nun Maschinen übernommen. In diesem Zuge kam es zu einem gewaltigen Fortschritt in der Technologie und der Wissenschaft-welcome Massenproduktion und Bevölkerungsanstieg.

Schon damals gab es die klare Tendenz Richtung Steigerung der Produktivität. Industrien und Fabriken schossen wie Pilze aus dem Boden, Stollen wurden für den Bergbau erschaffen, Moore trockengelegt,…
„Keine Rücksicht auf Verluste“ lautete das Motto.

So haben die Luft- und Lichtverschmutzung, genauso wie die Lärm- und Geruchsbelästigung ihren Lauf genommen; Naturschutz war damals noch ein Fremdwort. Erst später haben sich Organisationen entwickelt, die bestimmte Gebiete wie z.B. Biotope unter besonderen Schutz gestellt haben.

Im Gegensatz dazu stand aber immer noch das „schneller, höher, weiter“, das schließlich zum Credo des Kapitalismus wurde. Qualität war schon längst von Quantität abgelöst; das rasante Wachstum ging weiter.

In diesem Zusammenhang spricht man auch vom „1950er Syndrom“: Hinter dem harmlosen Name verbirgt sich der verheerende Weg zur Konsumgesellschaft, der damit zusammenhängende gewaltige Anstieg des Energiebedarfs und seine Auswirkungen.

Ist die Technik die Ursache für den Klimawandel?

Da auch die Technik maßgeblich zu dem gravierenden „1950er Syndrom“ (und folglich zum Klimawandel) beigetragen hat, möchte ich sie hier nicht außer Acht lassen.

Wir sprechen dabei von einem zweischneidigen Schwert: Einerseits haben die ganzen Erfindungen, die Massenmotorisierung, die Entwicklung neuer Materialien und Methoden vieles erleichtert, andererseits haben sie auch ihren Tribut gefordert.

Ich meine damit nicht nur den erhöhten Energiebedarf, auf den Atomkraftwerke die Antwort waren und sind, sondern auch die räumliche Expansion, die Chemisierung der Landwirtschaft, die Massentierhaltung, die Globalisierung usw.

Stolz über die ganzen technischen Fortschritte, wurden 1960 schließlich die Grundlagen fürs Internet gelegt, das bereits Ende 1970 an Wachstum gewann. Wahrscheinlich konnte sich zu jener Zeit noch keiner vorstellen wie schnell die Digitalisierung voranschreiten würde und mit welchen Folgen!

Damals wurde es jedenfalls noch als Wunder betrachtet, dass man plötzlich mit einem Hörer in der Hand mit kilometerweit entfernten Menschen sprechen konnte. Heutzutage sind wir hingegen bereits genervt, wenn der Rufaufbau mal ein paar Sekunden länger dauert (wer fühlt sich ertappt?).

Schon längst wundert sich niemand mehr über die ständig am Bildschirm klebenden Menschen. Genauso normal ist es, dass bereits Grundschulkinder wissen was Facebook, YouTube und Co. sind und sie das viereckige Gerät namens Smartphone besser kennen als den Wald vor ihrer Haustüre.

Ehe man sich versieht, leben auch sie in der digitalen bubble, holen sich Aufmerksamkeit in Form von Likes auf Instagram und tanken als junge Erwachsene Liebe auf Plattformen wie Tinder. Eine traurige Angelegenheit.

Worauf ich hinauswill: Wie sollen wir die (Umwelt-)Probleme in der Welt erkennen und Lösungsansätze dafür entwickeln, wenn wir es von klein auf gewohnt sind in die digitale Parallelwelt zu fliehen und bei Schwierigkeiten Google nach Antworten zu fragen?

Sind die (bequemen) Konsumenten Schuld am Klimawandel?

Sind wir Schuld am Klimawandel?

Außerdem sind wir doch so an die ganzen Annehmlichen des technischen Fortschritts gewöhnt, dass wir sie gar nicht mehr zu schätzen wissen: Fast rund um die Uhr stehen uns verzehrfertige Lebensmittel zur Verfügung, ein neues T-Shirt bedeutet einen Aufwand von nur wenigen Klicks und kann sogar bis zur Wohnungstür gebracht werden.

Wollen wir in die nächste Stadt, müssen wir nicht zu Fuß laufen, sondern können für gewöhnlich das Auto benützen. Sich dann am Abend warm duschen? Auch kein Grund sich einen Finger krumm zu machen; den Schalter umzulegen genügt.

Das sind alles Dinge, die das Leben natürlich unheimlich praktisch machen. Doch für so selbstverständlich wir sie halten, so groß ist bei den meisten auch die Gleichgültigkeit, dass diese (und all die anderen) Bequemlichkeiten eine Belastung für die Umwelt darstellen und den Klimawandel weiter vorantreiben.

Schließlich folgen die meisten der Devise: „Ich hab‘ heute Bock auf Mango, also ess‘ ich heute Mango!“
Scheißegal, ob sie dafür den halben Globus umrundet hat. Und in einer Plastikhülle eingepackt ist. Und darauf noch etliche Sticker geklebt sind, die zeigen auf welch sonniger Plantage in Indien sie doch gewachsen ist (großes *hust*).

Anstatt dieses groteske und zerstörerische Verhalten zu reflektieren, zeigen wir im Endeffekt dann doch lieber auf die Politiker und schreien aufgebracht: Ihr habt doch die Zügel in der Hand! Warum lässt ihr die Welt zugrunde gehen?! Macht doch endlich was gegen den Klimawandel!

Trägt die Politik die Verantwortung für den Klimawandel?

Wir leben in einer Welt, in der oft mehr Energie aufgewendet wird eine bestimmte Maske aufrechtzuerhalten als sich tatsächlich für die entsprechenden Werte einzusetzen. Dieses Gefühl habe ich auch ständig, wenn ich mir Politiker ansehe.

Da wird debattiert und mit Worten um sich gehauen, doch was passiert im Endeffekt: Nichts.
So hört man zwar auch bezüglich Klimawandel immer wieder Forderungen und Ziele, die bis Zeitpunkt XY umgesetzt werden sollen.

Irgendwie bleibt es dann aber doch beim Alten: Die Politiker selbst fliegen weiterhin mit dem Flugzeug zu den Kongressen, die Energieversorgung läuft immer noch nicht über erneuerbare Ressourcen, es gibt bis dato keine CO2-Steuer auf Treibhausgasemissionen. Nur um ein paar Punkte zu nennen.

Ich denke die Frage ist also berechtigt: Ist die Politik nur ein Machtgefüge, die gar kein Interesse an einer nachhaltigen Welt hat? Sind Politiker wirklich so verblendet und abgestumpft, dass sie sich nicht für ihren eigenen Lebensraum bzw. der ihrer Nachfolger einsetzen?

Fazit

Bestimmt könnte man die Schuld für den Klimawandel noch in anderen Bereichen suchen (und finden). Darum geht es aber nicht. Ich denke, egal ob Technik, Unternehmen, Konsument, Politik oder whatever: Jeder Sektor hat die Möglichkeit den Klimawandel positiv oder negativ zu beeinflussen.

Schlussendlich ist es eine Frage des Bewusstseins, der Einstellung, des Willens.

Ich selbst würde mich bei den oben aufgelisteten Kategorien zu den Konsumenten zählen. Da ich glaube, dass ich dabei nicht die einzige bin, möchte ich es hier nochmals sagen: Klar ist es viel bequemer sich keine Gedanken über seine Gewohnheiten, seine Entscheidungen zu machen, das made in china Etikett einfach zu ignorieren und so weiter zu machen wie bisher.

Doch sollten wir nicht endlich aufhören die Schuld anderen zuzuschieben und selbst die Veränderung für die Welt sein, die wir uns wünschen?

QUELLENNACHWEIS (abgerufen am 03.-06.10.2021)

https://de.statista.com/infografik/18463/erderwaermung/

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/zu-erwartende-klimaaenderungen-bis-2100

https://www.sueddeutsche.de/wissen/erderwaermung-was-forscher-ueber-den-klimawandel-wirklich-wissen-1.2757138

https://www.bloomberg.com/graphics/2015-whats-warming-the-world/

https://tu-dresden.de/gsw/phil/forschung/forschungseinrichtungen/zit/ressourcen/dateien/zit/lehre/archiv/ws_2011_2012/industrielle_revolution?lang=de

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