Nachhaltige Zahnpasta Alternative
Kommentare 0

3 nachhaltige Zahnpasta Alternativen im Test-Zu welcher du greifen solltest

Zahnbürste in die Hand, Zahnpasta drauf, in den Mund und losschrubben: Schon als kleines Kind haben wir diesen Ablauf eingebläut bekommen. Auch wenn dieser Vorgang durchaus seine Berechtigung hat; bei dem dem ganzen Müll, der dabei entsteht sieht das anders aus.

Denn was im Kleinen noch überschaubar sein mag, stellt weltweit ein großes Problem dar: Jährlich landen etwa 1,5 Milliarden Zahnpastatuben auf Mülldeponien und in unseren Ozeanen (Quelle)! Eine immens große Zahl, die weitaus geringer sein könnte.

Es gibt nämlich unzählige Zahnpasta Alternativen, die im Unterschied zur herkömmlichen Tube aus dem Supermarkt nicht nur im Bezug auf zero waste punkten, sondern auch bei der Zusammensetzung.

Was ich damit genau meine und von welchen nachhaltigen Varianten ich spreche, wirst du in diesem Beitrag erfahren.

Im Dschungel der giftigen Inhaltsstoffe

Das Erste, das den meisten bei nachhaltigen Zahnpasta Alternativen auffällt ist: Sie schäumen nicht. Plötzlich hat man nur mehr das reine Produkt im Mund, was am Beginn total ungewohnt sein kann.

Untersucht man warum das beim herkömmlichen Gegenüber anders ist, kommt man ziemlich schnell zu Stoffen wie Natriumlaurylsulfat (SLS, Sodium Lauryl Sulfate) oder Kokosbetain (Cocamidopropyl Betaine).

Diese Substanzen erhöhen zwar den Reinigungseffekt, werden aber als allergieauslösend und hautreizend eingestuft. Das Austrocknen der Mundschleimhäute kann die Folge sein: Ein Effekt, den bestimmt niemand freiwillig verursachen mag.

Einen weiteren Bestandteil konventioneller Zahnpasta bildet Fluorid. In den letzten Jahren hat es für starke Diskussionen gesorgt: Die einen behaupten es würde Karies vorbeugen, die anderen halten es für Gift.

Jegliche „Verschwörungstheorien“ mal beiseite gelegt: Wenn bei einem Produkt draufsteht „Achtung! Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren!“ verstärkt das bei mir schon die Skepsis bezüglich einer positiven Wirkung der Inhaltsstoffe. Vor allem, wenn dieses Erzeugnis 2-3x am Tag in Berührung mit meiner Mundschleimhaut kommen soll und somit deren Bestandteile in meinen Körper gelangen…

Was bei dem Ganzen interessant ist: Bei Tests an Volksschulkindern hat die FLUORIDFREIE Zahnpasta bei der Prävention von Karies sogar ein wenig BESSER ABGESCHNITTEN als die mit Fluorid. Warum sollte ich also ein Produkt für die Zahnpflege verwenden, dessen Bestandteile möglicherweise schädlich sind, wenn die Alternative genauso gut funktioniert?

Dasselbe bei den bei konventioneller Zahnpasta häufig anzutreffenden Aromen, aggressiven Abrasiva (Schleifmittel), Feuchthalte-, Süßungs- oder Konservierungsmitteln: Auch wenn ihre Wirkung vielleicht nicht unmittelbar negativ feststellbar ist, heißt das nicht dass sie langfristig nicht schaden können.

Warum sollte ich also überhaupt das Risiko eingehen, wenn es ohne diesen Stoffen auch geht?

Nachhaltige Zahnpasta Alternativen im Überblick

Schlämmkreide

Wahrscheinlich kannst du dir unter Schlämmkreide gar nichts vorstellen. Vielleicht hast du aber schon mal was von Heilerde oder Calciumcarbonat gehört. Hinter diesen verschiedenen Bezeichnungen verbirgt sich ein und dasselbe: sehr feine Kreide.

Folglich handelt es sich um ein Naturprodukt, das durch die Ablagerung von Schalenresten von fossilen Kleinlebewesen entsteht. Ein bekannter Abbauort ist beispielsweise die Insel Rügen bei Deutschland.

Durch die feinkörnige Struktur entfernt Schlämmkreide sanft Plaque ohne dabei irgendwelche chemischen Zusatzstoffe zu enthalten. Sie ist also perfekt als Zahnpasta Alternative geeignet. Wobei es -wie bereits erwähnt- am Beginn etwas komisch ist, wenn die Zahnpasta plötzlich nicht mehr schäumt.

Gleich wie den neutralen Geschmack, empfinde ich das mittlerweile aber als sehr angenehm. Ich könnte mir gar nicht mehr vorstellen mit einer künstlich schmeckenden konventionellen Zahnpasta die Zähne zu putzen.

Ist also alles Gewohnheitssache. Falls du aber die Verbindung Zahnpasta=minziger Geschmack (noch) nicht aus deinem Kopf rausbekommst, kannst du natürlich auch ein wenig Pfefferminzöl mit Wasser mischen. Mit diesem befeuchtest du dann deine Zahnbürste und tunkst sie anschließend in die Schlämmkreide.

Natürlich funktioniert es auch eine Paste aus dem ätherischen Öl, Wasser und der Schlämmkreide herzustellen, allerdings hält diese nicht so lange. Also: Nur kleine Mengen abmischen!

Jetzt fehlt allerdings immer noch eine wichtige Frage: Wo bekommst du Naturprodukt?
Ich habe meine Schlämmkreide bei uns im Unverpacktladen gekauft, da ich versuche so gut es geht die regionalen Geschäfte zu unterstützen. Du könntest also mal im Reformhaus oder Bioladen in deiner Nähe nachfragen. Alternativ ist sie aber auch online erhältlich.

Schlämmkreide als Zahnpasta Alternative

Das Zahnpulver von Birkengold

Falls du nach einer nachhaltigen Zahnpaste Alternative mit ein wenig Geschmack suchst, kann ich dir uneingeschränkt das Zahnpulver von Birkengold empfehlen. Und nein: Ich wurde nicht von ihnen bezahlt und habe mir auch das Produkt selbst gekauft.

Ich nenne es aber an dieser Stelle, weil es

  1. in einem Glasbehälter oder einem Nachfüllbeutel daherkommt #zerowaste
  2. keine Tenside, Schaumbildner, Fluoride, Glycerin, Alcohol oder andere chemischen Stoffe enthält
  3. einen sensationellen Geschmack und eine angenehme Textur hat

Von den Geschmacksrichtungen gibt es meines Wissens 4 verschiedene: Orange, Rose, Kräuter, Minze. Ich habe das „Zahnpulver Orange“ getestet und habe es als angenehm süß empfunden; nicht zu viel und nicht zu wenig.

Grundlage des Pulvers bildet Xylit, auch unter dem Namen Birkenzucker bekannt. Dieses wird überwiegend aus Birkenrinden gewonnen, ist aber auch in anderen Hölzern und sogar in manchen Obst- und Gemüsearten ist Xylit enthalten.

Es ist bekannt für seine karieshemmende Wirkung, weshalb es verständlicherweise öfters in Zahnpflegeprodukten zu finden ist. Beim Zahnpulver von Birkengold sind zusätzlich noch Calciumcarbonate (Schlämmkreide) und ätherische Öle enthalten; das war’s.

Wie bei der Schlämmkreide brauchst du auch hier nur deine Zahnbürste befeuchten, ins Pulver tauchen und los geht’s.

Eine kleine Überraschung gibt es dabei aber noch: Sobald du das Zahnpulver (bzw. generell Xylit) im Mund hast, wirkt es kühlend. Für mich war das im ersten Moment total unerwartet, aber richtig angenehm (vor allem im Sommer!).

Die Zahnpasta von Ben & Anna

Kommen wir zu einem Produkt, das von den von mir getesteten Alternativen konventioneller Zahnpasta am nächsten ist. Auch hier muss ich wieder sagen: Nein, ich wurde nicht dafür bezahlt, die Zahncreme von Ben&Anna zu erwähnen. Ehrlich gesagt würde ich sie auch nicht wieder kaufen, aber dazu gleich mehr.

Erhältlich ist die Zahnpasta Alternative in einem Glas, das aber wiederum in einem Karton verpackt ist. In diesem Punkt könnte sich die Firma noch verbessern, weil die Außenverpackung meiner Meinung nach überflüssig ist.

Das ist einer der Gründe warum ich die vorher genannten Ersatzmittel bevorzuge. Aber auch im Bezug auf die Inhaltsstoffe ziehe ich es vor ein Produkt mit wenigen davon zu verwenden. Bei der Zahnpasta von Ben&Anna sollen laut der Website zwar alle Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs, vegan und frei von Mikroplastik sein, trotzdem ist die Liste davon lang.

Was ich beim Kauf übersehen hatte und für mich schließlich zum K.o.-Kriterium dieser Alternative geworden ist: Das darin enthaltende Fluorid. Hast du den Artikel bis hierher gelesen, weißt du bestimmt: Ich bin kein Fan davon. Deshalb rate ich zu einem anderen Ersatzmittel.

Fazit

Ich habe mir mehrmals überlegt, ob ich in diesem Beitrag auch selbstgemachte Zahnpasta miteinbeziehen sollte. Schlussendlich habe ich mich dagegen entschieden, weil ich nur eine Variante mit Natron ausprobiert habe und diese (für mein sensibles Zahnfleisch) zu aggressiv war.

Vielleicht probiere ich in Zukunft noch welche aus, aber bevor ich keine für mich passende DIY Version gefunden habe, möchte ich auch dir keine empfehlen. Darum rate ich vorerst noch zu den oben genannten Alternativen.

Im Allgemeinen spielt nicht nur das Zahnpflegeprodukt an sich, sondern auch das „Rundherum“ eine Rolle: Die Technik, die Regelmäßigkeit usw. Passend dazu kann ich dir empfehlen mal Ölziehen auszuprobieren; ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Um was es dabei geht, kannst du aber hier erfahren.

Was mich noch mehr interessieren würde: Welche Produkte benützt du? Womit hast du positive oder vielleicht sogar negative Erfahrungen gemacht? Worauf achtest du beim Kauf nachhaltiger Zahnpasta?

QUELLENANGABEN

https://www.smarticular.net/rezepte-mit-kalkhaltige-heilkreide/

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/ratgeber/mundhygiene/zahnpasta-fluorid-muss-nicht-sein

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/umwelt/schaedliche-faktoren/zahnpasta-inhaltsstoffe-ia

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort