Zero waste in der Küche
Kommentare 0

Zero waste in der Küche: Einfacher als gedacht!

„Wo ein Wille ist, ist ein Weg.“

So gibt es auch in der Küche unzählige zero waste Möglichkeiten; auf Deutsch: um Müll und Plastik zu vermeiden. Das ist übrigens nicht nur praktisch, um zukünftig keine Streits mehr austragen zu müssen bezüglich „Und wer bringt heute den Müll runter?“ Ich finde das Gefühl der Umwelt was Gutes zu tun noch viel motivierender.

Dass du dabei oft noch Geld sparst ist natürlich ein netter Nebeneffekt. Klar: Die Anschaffungskosten der plastikfreien Variante mögen mehr als das konventionelle Gegenüber sein. Aber dadurch, dass du Ersteres öfters (oder überhaupt) wiederverwenden kannst, ist es auf die Dauer meistens günstiger.

Wenn Kaffee, dann bitte nachhaltig!

Kaffee nachhaltig genießen

Fangen wir bei dem an, das wohl die meisten als Erstes am Tag zu sich nehmen: Kaffee. Das braune koffeinhaltige Getränk macht zwar munter, hat aber weniger gute Eigenschaften bezüglich Nachhaltigkeit.

Ich brauche dir wahrscheinlich nicht sagen, dass Kaffeebohnen alles andere als regional sind. Dadurch, dass die Kaffeepflanze Temperaturen von 20-26° liebt, zählen Afrika und Süd- & Mittelamerika zu den Hauptanbaugebieten.

In Puncto lokaler Anbau wirst du dir also schwer tun (außer du kaufst Malz- oder Lupinenkaffee ohne Koffein). Dafür kannst du aber auf fair und sozial angebauten Kaffee setzen, bei dem kein Regenwald extra abgeholzt wird. Dann ist der CO₂-Fußabruck schon mal kleiner.

Auch bzw. vor allem bei der Zubereitung hast du die Wahl: Kapselmaschinen erzeugen unnötigen Alu- und Kunststoffmüll. Aufgebrüht im guten alten Espressokocher auf dem Herd schmeckt er genauso gut und ist dabei noch zero waste.

Falls du bis jetzt immer Papierfilter verwendet hast, habe ich einen guten Tipp: Eine Socke ist ein guter Mehrwegfilter (jetzt sage nicht, dass du keine übrige Socke hast, die du wegen dem Motiv nie angezogen hast…).

Obwohl es nicht direkt mit einem Küchenutensil zu tun hat und jetzt durch Corona hoffentlich eh weniger ein Problem darstellt, möchte ich es hier trotzdem erwähnen: Verzichte bitte auf Coffee-to-go! Die fiesen Plastikbecher und auch die wiederverwendbaren mit Melamin sind einfach unnötig. Genieße deinen Kaffee statt auf dem Sprung lieber ganz bewusst am Morgen.

Die Zero Waste Variante von Teebeutel

Ein Teeei ist die zero waste Alternative

Falls du auch zum Team „Lieber Tee statt Kaffee“ gehörst: Willkommen im Club! 🙂 Falls du es nicht eh schon machst, habe ich auch für dich einen Tipp: Kaufe losen Tee und ein Teeei, schon hast du Müll eingespart. Ok, natürlich nur, wenn du es auch benutzt xD

Was mir dabei Positives aufgefallen ist: Loser Tee schmeckt intensiver, weil er normalerweise qualitativ hochwertiger ist. D.h. du brauchst davon auch weniger. Kräutertee kannst du zudem wunderbar selbst machen: Je nach Region und Saison erhältst du dann ganz individuelle Mischungen.

Die plastikfreie Alternative zu Frischhalteboxen aus Kunststoff

Kommen wir zu der Lagerung von Lebensmitteln. Dazu gehört nicht nur in welchem Behälter du sie aufbewahrst, sondern auch wie. Hier kannst du nachlesen, wo du z.B. was im Kühlschrank deponierst und wie du generell Lebensmittelverschwendung vermeidest. Denn nicht nur die Industrie, sondern auch wir können uns in dem Thema noch viel verbessern.

Passend dazu das Problem Kunststoffboxen: Wenn du die Plastikbehälter von dem schon fertig ausgelöffelten Eis oder co. als Aufbewahrungsmöglichkeit weiterverwendest, ist das schon mal nachhaltiger als sie einfach in den Müll zu schmeißen.

Trotzdem braucht es manchmal für heiße Nahrungsreste, z.B. vom Mittagessen, andere Materialien. Es möchte ja niemand von uns, dass sich die giftigen Stoffe durch die Hitze herauslösen und ins Essen übergehen, oder?

Doch Frischhalteboxen aus Kunststoff sind nicht die einzige Lösung: Mittlerweile gibt es Varianten aus Glas oder Edelstahl. Diese können teilweise sogar als Auflaufform im Ofen verwendet werden. Nachhaltiger sind sie schon aus dem Grund, weil sie viel robuster sind und dadurch länger leben. Außerdem können beide Materialien eingeschmolzen und so recycelt werden.

Nahrungsreste nachhaltig einpacken

Lebensmittel nachhaltig einpacken

Bei Boxen gibt es eh immer den dazu passenden Deckel. Aber wenn es darum geht eine Schüssel abzudecken oder Obst einzuwickeln, benutzen die meisten Alu- oder Frischhaltefolie.

Leider ist den wenigstens bewusst, dass die Herstellung davon extrem die Umwelt belastet. Um z.B. an die Rohstoffe (Bauxit) von Alufolie zu kommen, werden Urwälder abgeholzt und es entstehen giftige Abfallprodukte (Rotschlamm). Außerdem sind für die Produktion eine Menge Energie notwendig; 25x so viel wie bei der Verarbeitung von Glas (Quelle).

Frischhaltefolie enthält zwar keine schädlichen Schwermetalle, trotzdem braucht es für die Herstellung viel Energie und endliche Ressourcen (Quelle). Deshalb ist die nachhaltigere Lösung auf recycelte Alufolie zu setzen oder noch besser: Wachstücher.

Du bekommst sie online und mittlerweile auch in vielen Geschäften. Wenn du gerne DIY-Projekte umsetzt, kannst du sie auch selbst machen. Das ist eine gute Möglichkeit alte Stoffreste aufzubrauchen und viel günstiger.

Nicht zero waste aber low waste: Einwegpackungen nochmals nutzen

Zero waste kann auch bedeuten Einwegstüten weiterzuverwenden

Kaum jemand wird von jetzt auf gleich alles auf zero waste umstellen. Normalerweise geht das Schritt für Schritt: Zuerst werden Badprodukte auf plastikfrei umgestellt, dann die Nahrungsmittel im Unverpacktladen eingekauft oder so ähnlich. Manchmal hat man vielleicht auch einfach noch nicht die passende Alternative gefunden.

Was ich damit sagen möchte: Du wirst deshalb wahrscheinlich noch öfters mit der ein oder anderen Plastiktüte konfrontiert werden. Verurteile dich nicht selbst dafür, sondern versuche sie einfach so oft es geht wiederzuverwenden.

Und wenn du sie nur mehr als Komposttüte benützt: Immer noch besser als sie direkt in den Müll zu schmeißen!

Der Ersatz für Einweg-Backpapier

Egal ob du Brot, Pommes, Ofengemüse oder wieder mal die richtig geilen Chocolate Chip Cookies backen möchtest; eines darf nicht fehlen: Backpapier. Damit es bei deinen nächsten Backsessions nicht nach dem einmaligen Benutzen sofort im Müll landet, möchte ich dir nachhaltige Alternativen zeigen.

Zum einen gibt es die Dauerbackfolie, die -wie der Name schon vermuten lässt- sehr langlebig ist. Manche Hersteller behaupten sie sei bis zu 1.000x nutzbar, was sie natürlich umweltfreundlicher macht. Außerdem kannst du sie gut verstauen, weil sie sich zusammenrollen lässt.

Ansonsten kannst du auch recyceltes Backpapier verwenden, das es auch ungebleicht zu kaufen gibt. Generell solltest du bei Einwegbackpapier auf ein robustes Material achten, dann muss es nicht sofort in den Müll, sondern kann abgespült und nochmals benützt werden.

Putzmittel selbst machen

Zero waste bei den Putzmitteln geht ganz einfach

Wo wir schon beim Abspülen sind: Hast du schon den Artikel gelesen, wie du nachhaltiges Spülmittel bzw. generell Putzmittel ganz einfach selbst herstellst? Es ist wirklich kein Hexenwerk und der großer Vorteil ist: Sie kommen ohne den ganzen Chemikalien aus.

Es gibt wohl auch Hersteller, die auf ökologisch abbaubare Inhaltsstoffe setzen. Inwieweit das stimmt, habe ich aber noch nicht überprüft. Was aber auf alle Fälle eine Möglichkeit ist: Die verpackungsfreien Spül(/-Wasch-/Putz-)mittel vom Unverpacktladen in deiner Nähe.

Dadurch dass deren ganze Philosophie Richtung zero waste geht, kannst du dir einfach ein Behältnis deiner Wahl schnappen und dieses immer wieder auffüllen. Der Vorteil: Du kannst viele kleine Mengen abfüllen und erstmal alle durchprobieren, bis du das für dich geeignete gefunden hast.

Fazit

Oft benützen wir Sachen, die eine Menge Müll erzeugen, obwohl die zero waste Alternative nicht weit entfernt liegt. Wir sind uns nicht bewusst darüber, dass Müll und Plastik vermeiden so einfach sein kann. Es ist wie anfangs gesagt, auch nicht zwingend teurer; oft geht es darum das vorhandene einfach öfters wiederzuverwenden.

Du siehst: Es hängt mehr mit der Umstellung, mit dem Bewusstsein und den Willen was verändern zu wollen zusammen. Auf deiner Reise zu mehr Nachhaltigkeit wirst du merken: Es kann Spaß bereiten, Alternativen auszuprobieren mit dem Wissen, der Natur was Gutes zu tun.

Was sind deine Bereiche in denen du zero waste schon ganz gut umsetzen kannst? Wo möchtest du dich noch verbessern?
Wenn dir die Anregungen gefallen haben, würde ich mich über eine Bewertung oder Kommentar freuen 🙂

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort